Eurovision Song Contest in Rotterdam Hardrock aus Italien gewinnt den ESC 2021

Die Band Maneskin aus Rom gewinnt den ESC 2021 in Rotterdam. Foto: dpa/Sander Koning 9 Bilder
Die Band Maneskin aus Rom gewinnt den ESC 2021 in Rotterdam. Foto: dpa/Sander Koning

Es war spannend bis zum Schluss: Wer gewinnt den ESC 2021 in Rotterdam? Zwei großartige Chansons aus Frankreich oder der Schweiz? Zum Schluss gibt das Publikum den Ausschlag: Italia!

Kultur: Tim Schleider (schl)
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Rotterdam - Mit fettem Hardrock aus Rom gewinnt Italien den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam. „Zitti e buoni“ heißt der Titel der Band Maneskin, aber „ruhig und lieb“, so die deutsche Übersetzung, sind hier weder Text noch Musik. Drei Minuten lang gibt es heftigen E-Gitarren-Sound und fettes Schlagwerk zu hören; der ordentlich tätowierte Sänger Damiano David röhrt dazu wütenden Protest gegen alles, was einengt und verlogen ist in seinem Leben. Heftige Musik, die aber offenbar den Nerv des ESC-Publikums trifft. Letztlich ist es das überragende Votum der TV-Zuschauer in den insgesamt 39 Teilnehmerstaaten, das Maneskin an diesem Samstag zum Sieg verhilft: 524 Punkte sind’s zum Schluss.

Das perfekte Kontrastprogramm zum heftigen Maneskin-Sound folgt auf den Plätzen 2 und 3: Barbara Pravi mit ihrem ganz konzentrierten Chanson „Voilà“ (499 Punkte) und – dies eine große Überraschung – der junge Sänger Gjon’s Tears aus der Schweiz mit dem musikalisch sehr anspruchsvollen „Tout l’univers“. Letzterer war nach der Runde der Voten aus 39 Fachjurys noch auf Platz 1 gewesen, Italien nur auf Platz 4.

Deutscher Beitrag erhält nur drei Punkte

Für den deutschen Beitrag sah es in Rotterdam zum Schluss wieder richtig schlecht aus: Summa summarum gerade mal drei Punkte reichten, um nicht als Letzter, sondern nur als 25. vom Platz zu gehen. Der Hamburger Songwriter Jendrik legte mit seinem Titel „I don’t feel Hate“ zwar eine lockere und witzige Show auf die Bühne. Doch weder Musik noch Inhalt scheinen sich einem größeren Menschenkreis in der Eurovision-Welt vermittelt zu haben. Noch weniger Zuspruch als Jendrik bekam nur noch der Brite James Newman: zero points.

Ansonsten bot die knapp vierstündige Show wieder alles, was das ESC-Fan-Herz begehrt, viel Buntes und Schrilles – aber auch überraschend diverse Stile. Auch auf den Plätzen 4 bis 6 fanden sich zum Schluss Titel von hoher musikalischer Qualität: Nerd-Pop von Dadi og Gagnamagnid (Island; 378 Punkte), Elektro-Folk von Go_A (Ukraine, 364 Punkte) und Heavy Metal von Blind Channel (Finnland; 301 Punkte). Mit anderen Worten: Man muss musikalisch einfach etwas bieten, wenn man beim ESC einen guten Platz machen will. Vielleicht ist dies die wichtigste Botschaft, wenn der NDR einen deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2022 sucht – dann in Bella Italia!




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