Evangelische Gemeinde Stuttgart Möhringen Gemeindezentrum Martinskirche wird 25 Jahre

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Zum Erntedankfest 1990 hat die evangelische Gemeinde Möhringen ihr neues Gemeindezentrum Martinskirche am Oberdorfplatz offiziell eröffnet. 25 Jahre später feiert sie das Jubiläum.

Der alte Farrenstall (nicht im Bild) ist heute Gemeindesaal. Im Neubau  befinden sich unter anderem der Clubraum und die Küche. Foto: Alexandra Kratz
Der alte Farrenstall (nicht im Bild) ist heute Gemeindesaal. Im Neubau befinden sich unter anderem der Clubraum und die Küche. Foto: Alexandra Kratz

Möhringen - Auf der grauen Tafel an der Wand zur Linken im Foyer ist ein Symbol aus drei ineinander verschlungenen Kreisen und einem Dreieck zu sehen. Daneben stehen die Jahreszahlen 1805 und 1990. Sie dokumentieren, dass ein altes Haus eine neue Aufgabe bekommen hat.

Die erstes Jahreszahl ist das Baujahr der alten Scheune. Früher war es der Farrenstall, heute ist es der Gemeindesaal. Die zweite Zahl weist auf die Fertigstellung des Gemeindezentrums hin. Das Symbol stammt aus der Martinskirche. Es ist dem Schlussstein im Chor entnommen. Dort umrandet es die Figur des Heiligen Martin. So habe man die enge Verbindung des neuen Hauses zur Martinskirche kenntlich machen wollen, heißt es im damaligen Gemeindebrief. Die Zahl Drei in den Kreisen und dem Dreieck sei zugleich eine religiöse Vollkommenheitszahl.

Eröffnung im Rahmen des Erntedankfestes

„Als das Gemeindezentrum zum Erntedankfest vor 25 Jahren eröffnet wurde, war es längst überfällig“, sagt der Pfarrer Ernst Martin Lieb. Denn bis dahin hatten die Evangelen in Möhringen nur wenige eigene Räume. Die Jugendarbeit hatte ihren Ort im CVJM-Haus an der Leinenweberstraße. Dort trafen sich auch viele Gemeindegruppen. Die Kantorei probte im Spitalhof. Der Kirchengemeinderat tagte in der sogenannten Martinsklause. Heute ist das nur noch ein Abstellraum in der Martinskirche.

Die Gemeinde wartete lange auf ihr neues Gemeindezentrum. Der Kirchengemeiderat fasste bereits 1963 den Grundsatzbeschluss. 1982 bot die Stadt der Kirche die beiden Grundstücke am Oberdorfplatz 14 und 15 an. Auf dem einen stand der Farrenstall, auf dem anderen ein altes Wohnhaus. Die Fläche war klein. Das Gemeindezentrum hätte gemessen an der Zahl der Gemeindeglieder gut doppelt so groß sein können. Aber der Ort genau gegenüber der Martinskirche war perfekt, weshalb sich die Möhringer gern arrangierten.

Ein haus mit besonderem Charme

Der Farrenstall wurde saniert. Das Haus steht unter Denkmalschutz, was das Projekt verteuerte. Dafür habe das Gebäude aber auch seinen eigenen Charme, sagt Lieb. Das Wohnhaus wurde abgerissen, ein Neubau entstand. Alles zusammen kostete 4,44 Millionen Mark. Die Gemeinde spendete fast zwei Millionen Mark. „Der hohe Eigenanteil ist ein Zeichen für den Willen vieler zum Bau des Gemeindehauses beizutragen“, heißt es 1990 im Gemeindebrief.

„Das Gemeindezentrum wurde ein Mittelpunkt, nicht nur für die Gemeinde, sondern für den ganzen Ort“, sagt Lieb. In den Anfangsjahren waren auch die Diakoniestation und die Kirchenpflege dort untergebracht. Bis heute treffen sich im Gemeindezentrum Krabbelgruppen, stehen Seniorennachmittage und Vorträge aus der Erwachsenenbildungsreihe Treff am Turm auf dem Programm. Der Bastelkreis nutzt regelmäßig die Räume, gestaltet kleine Kunstwerke und spendet den Verkaufserlös für soziale Zwecke. Der Kirchengemeinderat tagt nicht mehr in der Martinsklause, sondern im Clubraum. Außerdem mieten die Möhringer das Gemeindezentrum für Hochzeiten und Geburtstage.

Die gute Seele im Gemeindezentrum

Das Haus hat in den vergangenen 25 Jahren viele Menschen ein- uns ausgehen sehen. Dabei gab es stets eine Konstante: Seit der Eröffnung ist Ursula Rode die Hausmeisterin und „die gute Seele“, wie Lieb betont. Sie sei das Mädchen für alles, sagt Rode und lacht. Als sie ihr Amt antrat, wünschte sie sich, dass das Gemeindezentrum ein echtes Zentrum der Gemeinde wird. So steht es in dem Heft von damals. Dieser Wunsch ging in Erfüllung. „Wir wollen mit unserem Gemeindehaus weiterhin Offenheit signalisieren“, ergänzt Lieb. Es sei eine Einladung an alle.

Den Erntedankgottesdienst am Sonntag möchte Lieb auch nutzen, um denen zu danken, die mancherlei Arbeit in dem Haus geleistet haben. Ursula Rode betont, dass es in den vergangenen 25 Jahren im Gemeindezentrum nie einen Schaden oder Unfall gegeben habe. „Wir wurden bewahrt“, sagt die Hausmeisterin.

Ein Fest zum Jubiläum

Die evangelische Gemeinde feiert am Sonntag, 4. Oktober, ihren Erntedankgottesdienst. Beginn ist um 10 Uhr in der Martinskirche. Im Gottesdienst wird auch das 25-Jahr-Jubiläum des Gemeindezentrums thematisiert. Die Kantorei und die Kinderkantorei beteiligen sich an dem Programm. Im Anschluss steht im Gemeindezentrum eine Tonbildschau von Werner Hennig auf dem Programm.

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