Evangelische Kirche in Neuhausen wird renoviert Winterspielplatz im Gemeindehaus
Schritt für Schritt renovieren die evangelischen Christen in Neuhausen die Christuskirche und das Gemeindezentrum. Pfarrer Matthias Trick schafft Begegnungsangebote.
Schritt für Schritt renovieren die evangelischen Christen in Neuhausen die Christuskirche und das Gemeindezentrum. Pfarrer Matthias Trick schafft Begegnungsangebote.
Neuhausen - Auf Klettergerüsten toben kleine Jungen und Mädchen im Gemeindehaus der Christuskirche herum. Susanne Trick lädt Eltern mit Kindern immer donnerstags von 9 bis 11 Uhr ein zum gemeinsamen Spielen und Toben. „Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, dass wir solche Formate auf Abstand und mit einem guten Hygienekonzept möglich machen“, sagt Pfarrer Matthias Trick. Er freut sich, dass das Angebot seiner Frau für Kinder bis zum Alter von sechs Jahren so viel Anklang findet. Mit vorheriger Anmeldung lässt sich die Zahl der Teilnehmer beschränken.
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„Gerade in Zeiten der Pandemie fehlt uns allen die Begegnung“, weiß der Theologe. Deshalb tut die Gemeinde, die aktuell 2800 Mitglieder hat, sehr viel, um die Menschen dennoch zu erreichen. Der Winterspielplatz ist da ein wunderbares Beispiel für ihn. „Da kommen junge Eltern mit ihren Kindern, die Konfession spielt keine Rolle.“ Auch türkische Familien seien dabei. Spielgeräte, Bälle, Häuschen und sonstige Dinge haben Eltern gespendet. Und im Gemeindehaus ist viel Platz zum Spielen und Toben auf Abstand. Für die Eltern gibt es Kaffee, Kuchen und die Möglichkeit zum Gespräch.
Mit einem engagierten Team hat Matthias Trick einen Youtube-Kanal für die Kirchengemeinde eingerichtet. Da werden die Gottesdienste übertragen. Da zurzeit wegen der sehr strengen Abstandsregeln nur eine begrenzte Anzahl von Menschen in die Gottesdienste kommen darf, nutzt die Kirchengemeinde die digitalen Medien, um die Menschen zu erreichen.
In den vergangenen Jahren hat die Kirchengemeinde sehr viel getan, um das Gotteshaus aus dem Jahr 1967 schrittweise zu renovieren. Nicht nur das Flachdach wurde runderneuert und von Schadstoffen befreit. Auch die Jugendräume im Keller des Gemeindehauses und die sanitären Anlagen sind umfassend renoviert worden. Schließlich wurde nach den Worten von Matthias Trick auch das Pfarrhaus renoviert. „Wir sind allerdings noch nicht ganz fertig“, sagt Pfarrer Matthias Trick. Derzeit tüfteln Vertreter der Gemeinde einen Plan aus, wie die Fenster der Kirche saniert werden könnten. Die Bleiverglasung entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen und ist in Unterhaltung und Reparatur sehr kostenintensiv. Die hohen Fensterbänder vorne links neben dem Altar und hinten rechts neben dem Grundstein sind undicht und die Rahmen müssen ersetzt werden.
„Nach vielen Jahren ist auch ein frischer Anstrich in der Kirche notwendig, sagt der Pfarrer. Auch die Elektrik müsse nach mehr als 50 Jahren Betrieb erneuert werden. Und auch die Orgel braucht mindestens mal wieder eine gründliche Überarbeitung. „Im Anschluss daran steht das Gemeindehaus auf dem Renovierungsprogramm und auch der Vorplatz und die Außenanlagen“, sagt Trick zur letzten Etappe im Arbeitsplan.
Die Sanierung wird zu 30 Prozent von der Landeskirche unterstützt, fünf Prozent steuert der Kirchenbezirk bei. Den Rest muss die Gemeinde selber schultern. „Das haben wir über die Jahre mit Gemeindefesten und mit sonstigen Veranstaltungen aber sehr gut geschafft“, sagt Pfarrer Trick. Außerdem hätten die evangelischen Christen auch selbst immer wieder für die Sanierung der Kirchenräume gespendet.
Dass die Gemeinde im katholisch geprägten Neuhausen so aktiv ist, freut den Pfarrer. Mit einer halben Stelle betreut sein Kollege Matthias Frasch die Gemeinde. Demnächst soll auch die Stelle des Jugendreferenten wieder ausgeschrieben werden. „Die Jugendarbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert“, berichtet Matthias Trick von der Gemeindearbeit. Sehr beliebt ist der Kellertreff, den Bezirksjugendreferent Stefan Heimann betreut. Dieses Angebot ist immer mittwochs von 19 bis 21 Uhr. „Da haben die jungen Leute ab der Konfirmation die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Trick. Er findet solche offenen Angebote wichtig, damit die Besucherinnen und Besucher im Kontakt mit Gleichaltrigen ihre soziale Kompetenz stärken können. Auch für die Entwicklung der Persönlichkeit sei es wichtig, dass die jungen Leute die Möglichkeit hätten, einander zu begegnen.
Dass an Weihnachten wohl wieder nur Gottesdienste mit begrenzter Besucherzahl möglich sein werden, bedauert der Pfarrer. „Aber wir hoffen, dass es diesmal wieder ein Krippenspiel geben kann.“ Schon jetzt ist im Foyer des Gemeindezentrums ein kleiner Adventsmarkt aufgebaut. Da dürfen sich Besucherinnen und Besucher mit selbst gebastelter Weihnachtsdekoration versorgen. Mit Aktionen wie diesen, die problemlos auf Abstand möglich sind, möchte Trick gerade jetzt in der Adventszeit Räume für die Begegnung schaffen – gerade in schwerer Zeit.