Der Pfarrplan 2030 sieht Kürzungen von knapp 30 Prozent vor. Aber beim Verhältnis der Anzahl Kirchenmitglieder einer Gemeinde und einer Pfarrstelle steht Württemberg im Deutschlandvergleich sehr gut da.

Lokales: Martin Haar (mh)

Die Zahl 30 versetzte zuletzt Teile der württembergischen Pfarrerschaft in helle Aufregung. 30 Prozent der Pfarrstellen, so brodelte es in der Gerüchteküche, sollen wegfallen. Dan Peter, der Sprecher der Landeskirche, kann jedoch alle besorgten Protestanten beruhigen. Zunächst korrigiert er die Zahl 30 auf 28,3 Prozent der Pfarrstellen, die es gegenüber der heutigen Zahl weniger sein werden. Zudem erklärt er am Rande der Herbstsynode der württembergischen Landeskirche im Stuttgarter Hospitalhof, dass die Aufregung völlig unbegründet sei, und nennt Details der neuen Berechnung: In der Personalstrukturplanung, die dem Pfarrplan 2030 zugrunde liege und jedes Jahr neu gestellt werde, gebe es drei Faktoren, die ins Verhältnis gebracht würden: die Anzahl der Kirchenmitglieder, den Eingang der Kirchensteuer sowie die Anzahl der Pfarrer. „Daraus ergibt sich die Zielzahl der Pastorationsdichte, die auf 1800 Gemeindemitglieder eine Pfarrstelle vorsieht“, sagt Peter und ergänzt: „Derzeit haben wir eine ziemlich optimale Zahl von 1450 Gemeindegliedern auf eine Pfarrperson.“

Gute Zahlen für die Landeskirche

Im Vergleich zu anderen Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sei dies ein Spitzenwert. „Die zweitbeste Landeskirche hat etwa 2000 Personen in der Pastorationsdichte. Wir werden also auch 2030 weit besser sein als diese Zielzahl“, erklärt Dan Peter.

Wert legt der Sprecher der Landeskirche auch auf die Feststellung, dass man in Württemberg trotz des allgemeinen Fachkräftemangels „nach wie vor keinen Nachwuchsmangel“ habe. Dies sei wichtig, da man in der Babyboomergeneration große personelle Abgänge bei den Pfarrstellen verzeichne. „Wir haben in diesem Jahr die erfreuliche Zahl von 42 Neueinschreibungen bei den Theologiestudierenden zu verzeichnen“, sagt Dan Peter. Mehr noch: All diesen Studenten wird man voraussichtlich auch eine Jobgarantie nach ihrer Ausbildung geben können. Fazit: Aufgrund des demografischen Wandels und der Mitgliederzahlen kommt die württembergische Landeskirche beim Pfarrplan 2030 zwar zu dem neuen Schlüssel von 28,3 Prozent, aber dennoch sei man insgesamt gut aufgestellt.

Die Landessynode endet an diesem Freitagnachmittag mit der Fortsetzung der Etatberatungen sowie den Beschlüssen des Haushaltsplans für die Haushaltsjahre 2023/24.