In Marbach (Kreis Ludwigsburg) wird am Wochenende, 3. und 4. Mai, das Rad der Zeit zurückgedreht. Bürgerschaft und Gäste feiern das Jahrhundert, in dem die beiden großen Söhne der Stadt, Friedrich Schiller und Tobias Mayer, gelebt haben.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Wenn am kommenden Wochenende, 3. und 4. Mai, Männer in Kniehosen und Westen, Frauen in Empire-Kleidern oder groben Röcken und Miedern in Marbach die Altstadt und die Schillerhöhe mit Leben füllen und selbst die Kleinsten noch stilecht gewandet sind, wenn sich die Menschen höflich mit „Ihr“ anreden, glauben sich die Besucher um rund 300 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Manche davon kleiden sich ebenso der Zeit entsprechend wie rund 250 eigentlichen Akteure. Das 18.-Jahrhundert-Fest, das erstmals seit 2016 wieder stattfindet, ist ohne Zweifel eines der attraktivsten Feste in der Geburtsstadt des Dichters Friedrich Schiller und des Astronomen Tobias Mayer.

 
In der Altstadt wird wie vor neun Jahren viel geboten sein. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Schon am Freitag, 2. Mai, schlagen einzelne Gewandete ihr Lager im Park auf der Schillerhöhe auf, am Samstagmittag zum Start um um kurz nach halb zwei ziehen sie in die Altstadt, wo bis in den späten Abend hinein ein buntes Programm geboten ist. Von historischen Mitmachtänzen bis zu Liedern des 18. Jahrhunderts, von Theaterszenen bis zur Jongliershow: Langeweile kommt da garantiert nicht auf. Das meiste ist kostenlos, nur für einzelne Veranstaltungen – die szenische Stadtführung oder die Nachtwächterführung – braucht man Karten, die über das Festivalbüro zu erwerben sind.

Buntes Programm am Samstag und Sonntag

Der Festsonntag startet um 10 Uhr mit einem besonderen Gottesdienst in der Alexanderkirche, zu dem Gewandete herzlich willkommen sind. Ihr prächtiger Umzug startet an diesem Tag schon um 11.45 Uhr an Schillers Geburtshaus und führt mitten hinein ins Festgebiet mit einem ähnlich abwechslungsreichen Programm wie am Samstag. Am Sonntag heißt es aber schon gegen 17.30 Uhr Abschied nehmen und wieder in die Gegenwart zurückkehren. Und zu hoffen, dass bis zum nächsten Fest nicht wieder neun Jahre vergehen.