Wein oder Champagner, Fleischkäsweck oder Austern: Die Weinlaube in Ludwigsburg hat viel zu bieten. Ein Versuch mit anschließendem Kassensturz.
Willkommen zurück auf der Weinlaube. Seit Donnerstag vergangener Woche läuft sie wieder, die Ludwigsburger Weinlaube auf dem Rathaushof. Man geht hin, um absichtlich oder zufällig Leute zu treffen und um dabei das eine oder andere Gläsle Wein zu trinken. Etwa 140 verschiedene Weine sind im Ausschank, die Auswahl ist also groß. Gleiches gilt für die gute Grundlage, also das Speiseangebot. Was kostet so ein Abend auf der Weinlaube eigentlich? Ein Versuch mit anschließendem Kassensturz.
Los geht’s: Zwei Personen, weinexperimentierfreudig und mittelmäßig hungrig, treffen also auf dem Rathaushof ein. Nicht vergessliche Weinlauben-Profis haben ihre Gläser aus den Vorjahren dabei, sonst müsste man ja welche für 2,50 Euro pro Stück kaufen, und der Gläser-Schrank ist eh schon voll. Wichtig ist übrigens, die Gläser nicht später auf dem Heimweg irgendwo stehen zu lassen. Das ärgere immer wieder die Anwohner entlang der Strecke, berichtet Peter Buhl, einer der vier Weinlaubenwirte, die das Event veranstalten.
Das 0,2-Glas startet bei fünf Euro
Buhl und seine Mitstreiter sind jedenfalls mit dem Auftakt der inzwischen 44. Weinlaube hochzufrieden. Am Eröffnungsabend war es rappelvoll, am darauffolgenden Tag noch voller, der zurückgekehrte Sommer spielt den Veranstaltern in die Karten. „Das Wetter ist ja hervorragend“, freut sich Peter Buhl.
Doch erst mal einen Wein. Was darf es zum Auftakt sein? Das 0,2-Glas startet bei fünf Euro, die teuersten Tropfen sind für 9,50 Euro zu haben. Wir entscheiden uns für eine Weißweincuvée vom Collegium Wirtemberg (sechs Euro) und für einen Rivaner von der Privatkellerei Rolf Willy (sechs Euro), die heuer erstmals auf der Weinlaube vertreten ist. Eine Flasche Wasser (fünf Euro) schadet bei dem Wetter auch nicht.
Und so geht es zunächst eine Runde um den Platz und durchs Gewühl. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Man genießt, plaudert, wippt ein bisschen im Takt zur Musik von der Bühne und schielt irgendwann immer häufiger auf die Teller, die andere Besucher an einem vorbeitragen. Auf zum Essenszelt.
Hier hat man buchstäblich die Qual der Wahl: klassisch-schwäbisch saure Kutteln, vegetarische Ricotta-Spinat-Maultaschen, Weinlauben-Pinsa, allerlei aus dem Meer, Käsewürfel, Kalbsbratwurst… Auch Austern sind zu haben für fünf Euro das Stück. Die sind recht beliebt. Am Eröffnungsabend knackte Weinlauben-Wirt Andreas Seybold rund 80 der Atlantik-Muscheln. Für einen französischen Küstenort vielleicht überschaubar, aber für ein schwäbisches Fest doch eine stattliche Anzahl. Den passenden Champagner gibt’s natürlich auch.
Wir bleiben ein bisschen bodenständiger. Es gibt Fleischkäse im Laugenweck (fünf Euro), wilde Kartoffeln (fünf Euro) und gebeizten Lachs mit Kartoffelpuffer und Dill-Senf-Sauce (15,50 Euro). Dazu einen alkoholfreien Sekt (vier Euro) und einen alkoholfreien Weißwein (sechs Euro) vom Schloss Affaltrach, die gemeinsam mit einem alkoholfreien Rosé die einzigen Wein-Alternativen ohne Umdrehungen auf der Weinlaube sind. Im kommenden Jahr soll eine weitere hinzukommen.
Zeit für den Kassensturz
Gestärkt für ein paar weitere Runden und Gespräche im Gewimmel füllen wir noch einmal die Gläser – und zwar mit einem gekühlten Trollinger Kabinett von den Lauffener Weingärtnern (5,50 Euro) und mit einem „Schwarzer Rappe“ Sauvignon Blanc von der Felsengartenkellerei (7 Euro).
Ein schöner Abschluss und Zeit für den Kassensturz. Summa summarum haben wir 65 Euro ausgegeben. Man hätte den Abend günstiger, aber auch teurer gestalten können, je nach Gusto. Die Weinlaube hat noch bis 23. August täglich von 17 Uhr an geöffnet. Zum Wohl!