Das Kulturamt hat sein Programm für die nächste Spielzeit vorgestellt. Die Kulturscheuer Mäulesmühle wird gut vom Publikum angenommen. Einen Wermutstropfen gibt es aber.
Das Kulturamt hat in seinem neuen Programm ab Herbst 2026 wieder eine große Vielfalt an Veranstaltungen zusammengestellt. Während der jüngsten Sitzung des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses (VKSA) stimmte das Gremium sowohl dem Programm der Spielzeit 2026/2027 als auch einer Preiserhöhung bei den Tickets zu.
Die Kulturscheuer Mäulesmühle, die seit Oktober 2024 von der Stadt bespielt wird, wird gut angenommen. Zuvor war die Mäulesmühle lange Jahre Zuhause der Reihe „Hannes und der Bürgermeister“. Jetzt finden hier Reihen wie „Kraut & Riaba“, schwäbische Mundart, ebenso statt wie Familienangebote bei „Spross & Sprössling“. Auch die „Lokalhelden“ erfreuen sich laut Kulturamt guter Nachfrage – hier treten explizit Künstler aus Leinfelden-Echterdingen und Umgebung auf.
„Open Stage“ begeistert mit ausverkauften Vorstellungen
Ausgebaut werden soll in Zukunft das Format „Open Stage“. „Die Vorstellungen waren von Anbeginn alle ausverkauft“, freut sich das Kulturamt. „Open Stage“ ist eine offene Bühne für Künstler verschiedenster Genres wie Comedy, Musik, Tanz oder Kabarett. Die Bühne an den „Open Stage“-Terminen steht beispielsweise Stand-up-Comedians, Liedermachern, Bands oder Poetry-Slammern offen, wer dabei sein will, muss sich auf die Slots bewerben. „Launige Formate kommen gut an beim Publikum“, erklärte die Kulturamtsleiterin Carolina Gleichauf.
Im Sommer hatte das Kulturamt einen Zwischenbericht zur Kulturscheuer Mäulesmühle vorgestellt. Darin enthalten war auch das Ergebnis einer Zuschauerbefragung, an welcher 245 Personen teilgenommen hatten. Etwas mehr als die Hälfte der Besucher stammte nicht aus Leinfelden-Echterdingen. Viele weitere Besucher kommen aus dem Stuttgarter Süden und den angrenzenden Kommunen wie Waldenbuch, Steinenbronn und Filderstadt. Das bisherige Fazit zur neuen Spielstätte ist aus Sicht des Kulturamts durchweg positiv: „Keine einzige der befragten Personen hat auf die Frage ‚Hat Ihnen die heutige Vorstellung gefallen‘ mit ‚nein‘ geantwortet.“
Kleinere Formate sollen Kulturscheuer finanziell entlasten
Dass die Stadt vor finanziellen Herausforderungen steht, ist auch dem Kulturamt bewusst. Um zu sparen, soll von großen und damit teuren Produktionen beispielsweise der umliegenden Landesbühnen Abstand genommen werden. Stattdessen möchte man kleinere Formate buchen. Den Zuschussbedarf für die Spielzeit 2026/2027 bezifferte das Kulturamt auf rund 275.800 Euro. Dem gegenüber stehen erwartete Einnahmen von 129.000 Euro aus Ticketerlösen. Noch nicht eingerechnet sind eventuelle Sponsoringverträge und Zuschüsse.
Umstrittener als die Programmvorschläge war die vorgeschlagene Erhöhung der Ticketpreise. Während die Kulturamtsleiterin Gleichauf von einer moderaten Preiserhöhung sprach, forderte die CDU, auf die Erhöhung bei den Kindertickets zu verzichten. Die Stadt gebe für so vieles andere Geld aus, da könne sie auch auf diese Ticketpreiserhöhung für die Kinder verzichten, meinte die Stadträtin Claudia Zöllmer. Der Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell betonte, dass es im Vorverkauf um eine Erhöhung von 50 Cent gehe. „Vertrauen Sie dem Fachamt, es ist eine Gesamtkalkulation“, warb er für die vorgeschlagenen Ticketpreise. Die Mehrheit des VKSA folgte sodann den neuen Ticketpreisen, die sich je nach Veranstaltung im Vorverkauf meist im Bereich von 50 Cent und einem oder zwei Euro bewegen. An der Abendkasse kann es allerdings auch zuweilen deutlich teurer werden. Bei den Reihen „Open Stage“ und „Aus voller Kehle“ sollen Kurzentschlossene an der Abendkasse beispielsweise zukünftig 20 Euro statt den bisherigen 12 Euro bezahlen.