Ex-Balinger Martin Strobel in USA Ein amerikanischer Handball-Traum

Martin Strobel bei seinem Abschiedsspiel im Januar 2023. Foto: IMAGO/Eibner

Der Ex-Balinger Handball-Europameister Martin Strobel geht als „Entwicklungshelfer“ in die USA. Was steckt hinter seinem Engagement als Stand-by-Spieler und Co-Trainer in Los Angeles?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Frank Carstens kommt an diesem Sonntag (18 Uhr/Porsche-Arena) als Trainer des SC DHfK Leipzig zum Handball-Bundesligaduell mit dem TVB Stuttgart. Am 19. November hatte der 54-Jährige beim noch sieglosen Schlusslicht die Nachfolge von Raúl Alonso angetreten. Für diesen neuen Job in der „stärksten Liga der Welt“ hat er seinen amerikanischen Traum geopfert. Er nahm seine Ausstiegsklausel als Chefcoach beim Los Angeles Handball Club wahr.

 

Strobel mit 147 Länderspielen

Dort ist nun Morten Olsen sein Nachfolger. Der 41-jährige ehemalige Weltklasse-Spielmacher absolvierte 118 Länderspiele für Dänemark und zog auch in der Bundesliga bei der TSV Hannover-Burgdorf erfolgreich die Fäden. Sein Assistent wird ein mindestens genauso genialer ehemaliger Spielmacher: Martin Strobel (147 Länderspiele), der über zehn Jahre für den HBW Balingen-Weilstetten spielte.

Der 39 Jahre alte Europameister und Olympia-Bronze-Gewinner (beides 2016) soll auch als „situativer Spieler“ (O-Ton des Vereins) zum Einsatz kommen. Wie der US-Club mitteilte, hat man sich ebenfalls die Dienste von Ex-Nationalspieler Tobias Reichmann (37) gesichert. Nach Informationen unserer Redaktion wird zudem der Ex-Göppinger Linksaußen Joscha Ritterbach (31) in die USA wechseln, zudem ist mit Rückraumspieler Steffen Fäth (35) ein weiterer früherer Nationalspieler im Gespräch. Der 41-jährige Abwehrriese Viran Morros (zehnfacher spanischer Meister/früher auch Füchse Berlin) ist bereits da, genauso der Kroate Domagoj Srsen (34/früher TSV Hannover-Burgdorf).

Von 2017 bis 2019 bei Frisch Auf Göppingen: Linksaußen Joscha Ritterbach. Foto: imago/Eibner

„Da wir planen, in Team USA Handball zu investieren, wird es weiterhin darauf ankommen, die besten Spieler und Trainer der Welt einzubeziehen, um alle Clubs und Programme voranzubringen. Wir freuen uns auf die Gelegenheit, gemeinsam daran zu arbeiten, mehr Aufmerksamkeit für Handball in den USA zu schaffen“, hieß es in einer Mitteilung des Los Angeles Handball Club.

Hinter dem Projekt steckt Club-Gründer Lewis Howes. Der 41-Jährige ist bekannt als Bestsellerautor, Unternehmer, ehemaliger Zehnkämpfer, Ex-Footballstar, Podcaster und Social-Media-Star, dem auf Instagram 4,6 Millionen Menschen folgen. Der US-Amerikaner will sich einen sportlichen Lebenstraum erfüllen. Er möchte als Handballer an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles teilnehmen. Außerdem will er den LA Handball Club wieder zum US-Meister machen. Sein drittes Ziel ist es, den Handball in seiner Heimat grundsätzlich populär zu machen.

Martin Strobel wird dazu seinen Teil beitragen, Frank Carstens es mit Interesse verfolgen, auch wenn aktuell – vor dem Duell am Sonntag in Stuttgart – seine Gedanken nur um eines kreisen: mit dem SC DHfK Leipzig den ersten Saisonsieg in der Bundesliga einzufahren.

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