Ex-Dolmetscher beim VfB Stuttgart erzählt Das lief bei Pablo Maffeo schief

Von Dirk Preiß 

Pablo Maffeo kam einst als Rekordtransfer zum VfB Stuttgart, wurde aber weder sportlich noch menschlich heimisch. Warum? Massimo Mariotti, einst Integrationshelfer beim VfB, spricht darüber.

Pablo Maffeo (li.) kam beim VfB und in Stuttgart nicht klar – trotz der Hilfe von Massimo Mariotti. Foto:  
Pablo Maffeo (li.) kam beim VfB und in Stuttgart nicht klar – trotz der Hilfe von Massimo Mariotti. Foto:  

Stuttgart - Seit Sommer spielt Pablo Maffeo nicht mehr für den VfB Stuttgart. Warum? Weil es für alle Seiten die beste Lösung war, eine Trennung herbeizuführen. Nun ist der Außenverteidiger für ein Jahr an den spanischen Zweitligisten FC Girona ausgeliehen. Doch noch immer fragen sich viele: Warum hat das mit Maffeo nicht hingehauen beim VfB?

Der Spanier kam schließlich als hoffnungsvoller Nachwuchsspieler mit der Empfehlung von Pep Guardiola nach Stuttgart. Doch weder sportlich noch menschlich fasste der heute 22-Jährige Fuß. Dabei „hatte er die besten Voraussetzungen für eine gute Integration“.

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Das sagt nun Massimo Mariotti. Der Schweizer war in der vergangenen Saison Dolmetscher beim VfB und auch dafür zuständig, den neuen Spielern aus dem Ausland die Eingewöhnungszeit so kurz und angenehm wie möglich zu machen. Er erinnert sich in einem Interview mit dem Online-Portal „spox.com“ nun an den Fall Maffeo und ist heute noch sicher: „Er hatte von Anfang an eine gute Betreuung.“

Trainer und Mitspieler konnten Spanisch

Dazu kam in Tayfun Korkut ein Trainer, der perfekt Spanisch sprach. Auch einige Spieler wie die Argentinier Santiago Ascacibar und Emiliano Insua waren da, ebenso Mario Gomez und Gonzalo Castro, die beide spanische Wurzeln haben und die Sprache sprechen. Auch die Suche nach einem Haus für Maffeo sei schnell beendet gewesen, sagt Mariotti und meint: „Man hat sich bestmöglich um ihn gekümmert.“

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Der 57-Jährige deutet an, so stattdessen das Problem lag. Die „Integration in der Kabine“ sei bei den Fußballern enorm wichtig, „dort müssen die Spieler aufeinander zugehen“. Mariotti weiter: „Und da hat es bei ihm leider nicht optimal funktioniert.“ Maffeo galt schnell als einer, der sein eigenes Ding dreht – und dann auch sportlich Probleme bekam.

In der Bundesliga geht es stets zur Sache

„Integration liegt manches Mal auch an der Qualität des Spielers und inwiefern er sich an die neue Liga und die neue Mentalität gewöhnt“, sagt Mariotti und nennt ein Beispiel: „Ein Xabi Alonso kam unter der Woche nach München, hatte am Wochenende aber gleich gefühlte 500 Ballkontakte und war bester Spieler – ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Oder Pierre-Emerick Aubameyang: Der hat nie an einem Deutschunterricht teilgenommen, aber jedes Jahr dutzende Tore geschossen.“ Er habe zu Maffeo gesagt: „In der Bundesliga kriegst du jede Woche Feuer, ob in München oder in Mainz. Es ist komplett egal, dass du einmal vor einem halben Jahr gut gegen Messi ausgesehen hast. In Augsburg interessiert Messi keinen mehr.“

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Geholfen hat es am Ende nichts. Das Kapitel VfB ist für Pablo Maffeo erst einmal beendet. Wie es im kommenden Sommer nach dem Ende der Leihe zum FC Girona weitergeht, ist offen. Massimo Mariotti ist übrigens auch nicht mehr beim VfB. Der Schweizer arbeitet nun in gleicher Funktion beim FC Schalke 04.