Timo Baumgartl fühlt sich beim St. Louis City SC „unfassbar wohl“, verfolgt aber auch das Geschehen bei seinem Ex-Club mit großem Interesse – und gibt für die WM eine Prognose.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Seit der B-Jugend ist es die Hauptaufgabe von Timo Baumgartl (30), Tore zu verhindern. Umso mehr jubelte der Ex-Profi des VfB Stuttgart über eine ganz besondere Premiere: Im 29. Spiel für den St. Louis City SC hat der Innenverteidiger seinen ersten Treffer in der Major League Soccer (MLS) erzielt – endlich. „Es wurde Zeit, ein blindes Huhn findet eben auch mal ein Korn“, sagte Baumgartl nach seinem Tor (61.) zum 1:1-Endstand, „ich stand einfach zufällig am richtigen Fleck.“ Ansonsten hört sich das, was der gebürtige Böblinger derzeit erlebt, nach einem ziemlich guten Plan an.

 

Timo Baumgartl fühlt sich mit seiner Frau Julia und dem gemeinsamen Sohn, der Ende November 2025 an Thanksgiving geboren wurde, im US-Bundesstaat Missouri „unfassbar wohl“. Sportlich könnte es für sein Team zwar etwas besser laufen, in den ersten sieben Spielen der Saison, die der Abwehrmann komplett absolvierte, gab es nur sechs Punkte. Nach einem Sieg, drei Unentschieden und drei Niederlage steht die Mannschaft aus St. Louis auf dem vorletzten Platz der Western Conference. „Der Start war ein bisschen unglücklich“, meint Timo Baumgartl. Er sagt aber auch: „Grundsätzlich sind wir im Verein sehr gut aufgestellt, hier kann etwas Besonderes entstehen.“ Wie in Stuttgart.

Timo Baumgartl: „Der VfB wird immer mein Herzensverein bleiben“

Der Kontakt zum VfB ist weiterhin sehr intensiv. „Ich kenne dort noch viele Leute“, sagt Timo Baumgartl, der zwischen 2014 und 2019 insgesamt 115 Bundesligaspiele für die Stuttgarter bestritt (zumeist an der Seite des heutigen Sportdirektors Christian Gentner), „der VfB wird immer mein Herzensverein bleiben.“ Weshalb den Fußballer, der im Sindelfinger Stadtteil Maichingen aufwuchs, die Entwicklung des Bundesligisten enorm freut.

Ex-VfB-Profi Timo Baumgartl (li) erzielt sein erstes Tour für St. Louis City in der MLS. Foto: Imago/ZUMA Press

Timo Baumgartl bezeichnet den VfB und seine Fans als „große Kraft“ in der Region Stuttgart, Sebastian Hoeneß ist aus seiner Sicht ein „super Trainer“, im Verein werde „herausragende Arbeit“ geleistet: „Ich freue mich, dass der VfB wieder da steht, wo er hingehört.“ In der Spitzengruppe der Bundesliga. Aber nicht nur.

Timo Baumgartl verfolgt nicht allein die Punktspiele seines Ex-Clubs mit großem Interesse („An Wochenenden wird bei St. Louis City morgens um 8.30 Uhr immer Bundesliga geschaut“), sondern auch den Cup-Wettbewerb, in dem am Donnerstag ab 20.45 Uhr der SC Freiburg in der MHP-Arena gastiert. Der frühere VfB-Innenverteidiger drückt seinem Ex-Club die Daumen und hofft auf den nächsten Finaleinzug. „Den Pokal zweimal nacheinander zu gewinnen“, sagt Timo Baumgartl, „wäre großartig.“ Und für einige VfB-Profis womöglich nicht der einzige Höhepunkt im Sommer 2026.

Eine weitere Hoffnung von Timo Baumgartl ist, dass viele Stuttgarter Spieler den Sprung in den deutschen WM-Kader schaffen und das Turnier in den USA absolvieren werden. „So gut, wie der VfB gerade unterwegs ist, sollten einige dabei sein, zumal der dominante Ballbesitz-Stil des VfB sehr gut zum System von Bundestrainer Julian Nagelsmann passt“, sagt Timo Baumgartl, der dem deutschen Team viel zutraut. Und auch aus eigenem Interesse auf ein gutes WM-Abschneiden der Kicker aus seinem Heimatland hofft. „Die Mannschaft muss weit kommen und deutlich besser sein als die USA“ – denn genau dieses Szenario hat er zuletzt vielen Leuten in seinem Umfeld prophezeit: „Ich habe da ein sehr großes Mundwerk riskiert.“