Ex-Spieler der Stuttgarter Kickers So sieht Nyamekye Awortwie-Grant das Duell mit dem VfB Stuttgart II

Nyamekye Awortwie-Grant ist beim Drittligisten Energie Cottbus sehr gut angekommen. Foto: IMAGO/Steffen Beyer

Nyamekye Awortwie-Grant wechselte vor der Saison von den Stuttgarter Kickers zu Energie Cottbus und machte bisher jedes Spiel von Beginn an. Ausgerechnet gegen den VfB II fehlt er nun.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Er war nie in einem Nachwuchsleistungszentrum, arbeitete sich bei den Aktiven über Clubs wie VfB Neckarrems, VfL Pfullingen, TSG Balingen und die Stuttgarter Kickers nach oben. Nun hat sich Innenverteidiger Nyamekye Awortwie-Grant (25) beim Drittligisten FC Energie Cottbus einen Stammplatz erkämpft. Am Freitag (19 Uhr) geht es gegen den VfB Stuttgart II – allerdings ohne den 25-Jährigen.

 

Herr Awortwie-Grant, wie sehr ärgert Sie Ihre Gelb-Rote Karte vor dem Duell gegen den VfB II?

Darüber bin ich natürlich alles andere als begeistert. Noch mehr ärgern würde es mich allerdings, wenn das Spiel beim VfB stattfinden würde, weil dann viele Freunde und Familienangehörige im Stadion wären.

Wie kam denn der Platzverweise beim 1:2 in Verl zustande?

Ziemlich kurios. Die erste Gelbe Karte bekam ich fürs Ballwegschlagen – aus der Emotion heraus, dass ich einen Zweikampf gewonnen habe. Die zweite Gelbe Karte kassierte ich für mein erstes Foul im Spiel.

Die ersten sieben Pflichtspiele haben Sie alle von der ersten bis zur letzten Minute absolviert. Hat Sie das selbst überrascht?

Der Wechsel von den Stuttgarter Kickers nach Cottbus ging sehr kurzfristig über die Bühne. Energie wollte mich unbedingt und zahlte ja sogar eine Ablösesumme. Das gab mir viel Rückenwind, auch Selbstvertrauen und ich habe von Beginn an Vollgas gegeben. Ich bin aber auch mit der nötigen Ehrfurcht gewechselt, die musste ich aber schnell ablegen, da dies auch hemmen kann.

Was Ihnen offenbar sehr gut gelungen ist.

Ich war bis jetzt der einzige Innenverteidiger in unserem Team, der immer gespielt hat. Alle im Verein haben mir es aber auch sehr leicht gemacht.

Mit „Pele“ Wollitz haben Sie einen besonderen Trainer?

Er ist extrovertiert, ein echter Typ mit Charakter und ein ziemlich guter Menschenkenner. Er steckt voller Emotionen – und diese schlagen in beide Richtungen aus. Wenn wir verlieren, kann es auch mal krachen. Umso schöner ist es, wenn wir gewinnen.

Awortwie-Grant: Gefragter Gesprächspartner in Cottbus. Foto: IMAGO/Steffen Beyer

Wo liegt der größte Unterschied zur Regionalliga?

Fehler werden viel, viel mehr bestraft. Jeder Gegenspieler ist auf einem top Fitnessniveau. Auch die Leistungsdichte in der dritten Liga ist höher, was man auch daran sieht, dass Zweitliga-Absteiger wie Regensburg oder Ulm im unteren Drittel stehen. Fußballerisch muss sich die Regionalliga Südwest aber nicht verstecken.

Wie sehr verfolgen Sie die Kickers?

Ich verfolge alles sehr gespannt. Vor allem mit Nevio Schembri, mit dem ich aus dem Raum Tübingen eine Fahrgemeinschaft bildete, bin ich regelmäßig in Kontakt. Schade, dass jetzt in Kassel verloren wurde. Eigentlich hatte man den SV Sandhausen ganz oben erwartet, jetzt marschiert der SGV Freiberg vorneweg, das ärgert mich ein bisschen (lacht). Aber ich glaube in dieser Saison ist für die Blauen mega viel möglich.

Wie schätzen Sie den VfB II ein?

Ich finde Hoffenheim II kommt vor allem über das Spielerische, den VfB II halte ich fast für etwas abgezockter. Das ist eine Mannschaft mit einer guten Mischung, uns erwartet ein harter Brocken. Ich denke aber schon, dass wir sie zu Hause schlagen können. Diese überragende Atmosphäre ist für viele der VfB-Jungs etwas Neues, vielleicht schüchtert sie das ein bisschen ein.

Beim VfB waren Sie nie ein Thema, eine späte Genugtuung für Sie?

Nein, da habe ich kein Ego-Problem (lacht). In der C- und B-Jugend war ich beim VfB ein paar Mal zum Probetraining. Es hat halt nie gereicht. Sehr schön, dass es jetzt auf anderem Weg geklappt hat.

Was ist Ihr persönliches Ziel?

Erst einmal in dieser Saison über 20 oder 30 Spiele zu absolvieren. Es war ja bisher in meiner Karriere immer so, dass ich nie das Größte erwartet habe, aber trotzdem mega Gas gegeben habe. Am besten wäre es, die Kickers steigen auf und ich bin wieder da (lacht). Das wäre eine schöne Geschichte, auch wenn ich mich in Cottbus sehr wohl fühle.

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