Aliaksandr Hleb war Teil der „Jungen Wilden“ und kehrte Jahre später wieder zurück zum VfB Stuttgart. In einem großen „Kicker“-Interview bezeichnet er die Rückkehr als Fehler.

Baden-Württemberg: Florian Dürr (fid)

Es ist eines dieser Fotos, die tief im Herzen vieler VfB-Fans verankert sind: Die „Jungen Wilden“ bejubeln gerade den 2:0-Treffer gegen Manchester United in der Gruppenphase der Champions League. Am Ende siegt der VfB mit 2:1. Es ist das Jahr 2003, Flutlichtspiel im Gottlieb-Daimler-Stadion, an der Seitenlinie coacht Felix Magath – und aus der Jubeltraube reckt Aliaksandr Hleb seine Faust in die Höhe.

 

„Es war eine überragende Zeit damals“, sagt der 44-Jährige heute in einem großen Interview im „Kicker“-Sportmagazin über seine erste Station beim VfB Stuttgart: „Ich erzähle meinen Kindern heute noch davon.“

Hleb hat heute noch Kontakt zu Ex-VfB-Spielern wie Kuranyi oder Meira

Als 19-Jähriger wagte Hleb im Jahr 2000 damals aus seinem Heimatland Weißrussland den Schritt nach Deutschland in die Fußball-Bundesliga. „Auf einmal war alles neu: die Sprache, die Mentalität, der Fußball“, sagt Hleb gegenüber dem „Kicker“: „Aber mir wurde sehr geholfen.“ Den damaligen VfB-Kapitän Zvonimir Soldo zum Beispiel oder Krassimir Balakov nennt er an dieser Stelle.

Die „Jungen Wilden“ bejubeln gerade den 2:0-Treffer gegen Manchester United in der Gruppenphase der Champions League im Jahr 2003 – mittendrin Aliaksandr Hleb. Foto: imago/Pressefoto Baumann

Zu einigen damaligen Mitspielern hat Hleb noch heute Kontakt: zu Kevin Kuranyi, Fernando Meira, Zdravko Kuzmanovic oder Jurica Vranjes, berichtet der 44-Jährige. Und die Bundesliga verfolge er nach wie vor „intensiv“. Felix Magath habe als Trainer damals das Beste aus ihnen rausgekitzelt. „Wir haben gearbeitet wie Pferde!“, erzählt Hleb: „Wir hatten Angst, samstags zu verlieren, weil wir wussten, dass er uns sonst am nächsten Tag kaputt macht und wir rennen müssen wie die Verrückten.“

Aliaksandr Hleb: Rückkehr zum VfB Stuttgart „ein Fehler“

Doch die „Jungen Wilden“ hatten jeweils auch ihre eigene Karriere im Blick – und weckten durch ihre Erfolge das Interesse größerer Clubs: „Auf einmal wurden manchen von uns Gehälter angeboten, die mehr als doppelt so hoch waren wie das, was wir in Stuttgart bekommen haben“, sagt Hleb. Für ihn ging es schließlich im Jahr 2005 weiter nach England zum FC Arsenal. Er habe damals das Gefühl gehabt, „dass die Zeit gekommen ist, etwas anders zu machen“.

Vier Jahre später kehrte er zurück zum VfB: Nach Arsenal folgte der spanische Topclub FC Barcelona – die Katalanen verliehen den Mittelfeldspieler 2009 für ein Jahr an seinen Ex-Club. Im Rückblick bereut der 44-Jährige aber diesen Wechsel: „Ich liebe Stuttgart“, sagte er dem „Kicker“, „aber noch mal zurückzukommen, war ein Fehler“. Er hätte lieber in Barcelona bleiben und sich durchsetzen sollen, sagt er selbstkritisch. Anders als in Spanien, habe er in Stuttgart wieder „viel ohne Ball rennen und kämpfen“ müssen. Das sei schwierig gewesen.