Während sein Ex-Club, die Stuttgarter Kickers, am Sonntagnachmittag beim FSV Frankfurt (erfolgreich) um die wohl letzte Chance im Aufstiegsrennen zur dritten Liga kämpften (1:0), schnürte Marc Stein selbst noch einmal die Kickschuhe. Den im Dezember aus dem Amt geschiedenen langjährigen Sportdirektor und Ex-Profi packte noch einmal das Fußballfieber. Im Degerlocher Stadtteil Hoffeld stand der 39-Jährige für den örtlichen SV auf dem Fußballplatz. Kreisliga A gegen den SV Sillenbuch, Endstand 1:1: „Ein Ergebnis, mit dem wir gut leben können“, sagte Stein, wahrte das Unentschieden im Spitzenspiel für den SV Hoffeld als Aufsteiger doch die Chance für den Durchmarsch in die Bezirksliga.
Ein Ex-Profi in den Niederungen des Amateurfußballs
Ein Ex-Profi in den Niederungen des Amateurfußballs. Auf die Frage, warum er sich das antut, antwortet Stein mit einem Schmunzeln. Was ungefähr so viel bedeuten soll wie: Einmal Sportler, immer Sportler. Der Ex-Bundesligaprofi (71 Einsätze für Hansa Rostock und Hertha BSC) arbeitet in Hoffeld ehrenamtlich als Trainer der F-Jugend. Und als er von den Aktiven gefragt wurde, ob er nicht auch mal als Spieler aushelfen wolle, musste Stein nicht lange überlegen. Wenn es zeitlich passt, ist er am Ball.
So wie am vorvergangenen Sonntag bei seinem Debüt gegen die Spvgg Stetten/Filder. Oder jetzt gegen Sillenbuch. Außer einer Gelben Karte wegen Meckerns findet sich noch nichts in den Statistiken. Gegen Sillenbuch war es auch nicht so, dass der zum Angreifer umfunktionierte gelernte Abwehrspieler aus der Mannschaft auffallend herausgeragt hätte. Ein solider Auftritt über 90 Minuten, viele gewonnene Kopfballduelle, ein paar gewagte Steilpässe, die für seine Mitspieler auf dem Kunstrasen zu schnell gerieten. Ansonsten ging der Ex-Profi im Kreisliga-Gegrätsche auf Distanz.
Mit dem SV Hoffeld auf Aufstiegskurs
Spaß gemacht hat’s allemal. „Wir haben schon ein paar Jungs, die gut kicken können“, äußerte der gebürtige Potsdamer, der einst mit einem Treffer gegen Manuel Neuer für Furore sorgte und der seine aktive Karriere 2021 beim VfB II ausklingen ließ. Es folgte der Job als Sportdirektor bei den Stuttgarter Kickers. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga und dem verpassten Durchmarsch in die dritte Liga folgte Ende vergangenen Jahres die vorzeitige Trennung.
Wie es beruflich für Stein weitergeht? Ist noch völlig offen. „Ich habe erst mal Zeit gebraucht, um die Zeit bei den Kickers zu reflektieren,“ sagt er. Lose Gespräche mit anderen Vereinen haben stattgefunden, konkret ist noch nichts. Fakt ist, dass der 39-Jährige im Fußball-Business bleiben möchte und sein Weg ihn deshalb womöglich bald wieder aus Stuttgart wegführt. Was sie beim SV Hoffeld sicher sehr bedauern würden.