Er sprang höher als Carles Puyol vom ruhmreichen FC Barcelona – und wenig später lag der Ball im Netz. Vor über 14 Jahren erzielte Cacau das bislang letzte Tor für den VfB Stuttgart in der Champions League. Nun freut er sich darauf, abgelöst zu werden.
Cacau, Sie haben 2010 im Achtelfinale der Champions League beim 1:1 gegen den FC Barcelona getroffen.
Woran ich mich noch sehr gut erinnere.
Vermutlich auch deshalb, weil seitdem kein weiteres VfB-Tor in der Königsklasse dazugekommen ist. Nun hat sich der Club wieder für die Champions League qualifiziert . . .
. . . und ich freue mich sehr darauf. Dass ich dann nicht mehr derjenige mit dem letzten Tor in der Königsklasse sein werde? Das gebe ich sehr gerne ab. Mal schauen, wer mein Nachfolger wird.
Welche Bedeutung hat dieser Erfolg für den VfB?
Man kann diese Bedeutung eigentlich gar nicht in Worte fassen – vor allem mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre. Einmal gelang der Klassenverbleib in letzter Sekunde, einmal erst in der Relegation. Dass die Mannschaft es von diesem Ausgangspunkt nun in die Champions League geschafft hat, ist beinahe höher zu bewerten als eine Meisterschaft.
Was macht die Champions League so besonders?
Das Flutlicht, die Hymne, die Fans, diese besondere Atmosphäre vor, während und nach dem Spiel. Dazu die Möglichkeit, sich mit den Besten messen zu dürfen. Es sind viele Faktoren. Ich habe immer eine besondere Freude gespürt, wenn ich Teil davon sein konnte.
Sie haben den riesigen Sprung von der Relegation bis in die Champions League angesprochen. Machen Sie sich auch ein bisschen Sorgen mit Blick auf die neue Saison?
Wichtig wird sein: immer zu wissen, woher man kommt – und trotzdem den Anspruch zu haben, das Beste aus den Partien in der Königsklasse zu machen. Der VfB darf nicht denken, er sei nun ein Champions-League-Club mit großen Ansprüchen und hohen Gehältern für die Spieler. Das käme zu früh und wäre vermessen. Die nahenden Momente sollte man dennoch genießen – das gilt vor allem für die Fans.
Immerhin dürfte aber die Chance steigen, die jetzige Mannschaft größtenteils zusammenzuhalten.
Der VfB hat nun auf jeden Fall ein starkes Argument – für die eigenen Spieler und jene, die sich überlegen, nach Stuttgart zu kommen.