Ex-Trainer des VfB Stuttgart So viel kostet die Trennung von Bruno Labbadia
Muss ein Trainer vorzeitig gehen, werden oft Millionen-Zahlungen fällig. Beim VfB Stuttgart läuft es diesmal jedoch anders – wir kennen die Details.
Muss ein Trainer vorzeitig gehen, werden oft Millionen-Zahlungen fällig. Beim VfB Stuttgart läuft es diesmal jedoch anders – wir kennen die Details.
In der Welt des Bruno Labbadia hat es diese Vorstellung schlichtweg nicht gegeben: dass er es mit dem VfB Stuttgart nicht schafft. Der Fußballlehrer war bis zuletzt überzeugt davon, dass er die Mission Klassenverbleib erfolgreich zu Ende führen kann. Alles andere war für den 57-Jährigen reine Theorie, weshalb der Pragmatiker dem abstiegsgefährdeten Bundesligisten bei den Verhandlungen für den Fall einer vorzeitigen Trennung sehr entgegengekommen ist. Nach Informationen unserer Redaktion bezahlt der VfB Labbadia, der Anfang April gehen musste, eine überschaubare Abfindung. Nur eine anteilige Prämie steht im Falle des Ligaverbleibs noch aus.
Doch der Reihe nach. Nach Labbadias Verpflichtung hagelte es Kritik an Alexander Wehrle, weil der Vorstandsvorsitzende den Feuerwehrmann mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet hatte. Immerhin betrug Labbadias Verweildauer bei seinen Arbeitgebern zuvor nicht allzu lange – obwohl er die sportlichen Ziele stets erreicht hatte.
Wehrle verwies zwar darauf, dass es trotz der langen Laufzeit klare Ausstiegsszenarien gäbe, aber das ging zunächst unter. Während der Präsentation des Nachfolgers Sebastian Hoeneß (ligaunabhängiger Vertrag bis 2025) betonte der AG-Boss, der VfB habe eine für den Club „faire Lösung“ mit Labbadia gefunden, und der Aufsichtsrat müsste kein Extrageld für den Trainerwechsel bewilligen.
Das soll bereits im vergangenen Herbst geschehen sein, um nach Pellegrino Matarazzo und Michael Wimmer einen neuen Mann zu finden. Kürzlich ließ Wehrle dann in der TV-Sendung „Doppelpass“ mit der Aussage aufhorchen, die erneute Trennung koste den VfB nicht mehr Geld als im Etat vorgesehen.
In der Branche und unter den Fans gab es daraufhin ungläubiges Kopfschütteln, da Millionen-Zahlungen in solchen Konstellationen durchaus üblich sind. Nicht bei Labbadia. Der Ex-Profi, der in seinem zweiten Engagement für den VfB nur vier Monate tätig war, erhält kein Gehalt mehr von den Stuttgartern. Denn der Worst Case, der bei den Verhandlungen bedacht wurde, ist eingetreten – die vorzeitige Entlassung.
Labbadia kassiert im Falle des Klassenverbleibs nur noch eine anteilige Nichtabstiegsprämie. Diese richtet sich nach den Punkten, die der VfB insgesamt holt, und den Zählern, die das Team mit Labbadia sammelte. Da es mit dem früheren Stürmer an der Seitenlinie nur sechs Punkte aus elf Ligaspielen gab, dürfte der Betrag überschaubar bleiben. Anschließend ist das Arbeitspapier vollends aufgelöst.
Teuer wäre es gekommen, wenn Labbadia mit den Stuttgartern das Ziel am Saisonende erreicht hätte. Denn die Erfolgsprämie, an der auch die Restzahlung hängt, soll zwischen 750 000 und 800 000 Euro betragen. Und Labbadias Grundgehalt soll sich auf monatlich knapp 185 000 Euro belaufen haben – was ein Jahressalär von 2,2 Millionen Euro ergeben hätte.
Im Gegensatz zu Labbadia haben die ebenfalls geschassten Co-Trainer Bernhard Trares, Benjamin Sachs und Günter Kern jeweils einen festen Betrag als Abfindung erhalten. Auch dieser Punkt gehörte zu den Verhandlungen mit dem ehemaligen Chefcoach. Rein praktisch stimmt nun unter dem Strich Wehrles Rechnung, dass der VfB nicht mehr Geld bezahlen muss als ursprünglich bis nächstes Jahr vorgesehen.