VfB-Stürmer Simon Terodde Kevin Kuranyi: „Positives Kopfkino wird ihm helfen“

Von Jürgen Frey 

Kevin Kuranyi weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Psyche für einen Stürmer ist. Deshalb hat er für den VfB-Angreifer Simon Terodde auch einen wertvollen Tipp auf Lager.

Immer noch nah am Geschehen: Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi (li.) im Gespräch mit VfB-Trainer Hannes Wolf. Foto: Baumann
Immer noch nah am Geschehen: Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi (li.) im Gespräch mit VfB-Trainer Hannes Wolf. Foto: Baumann

Stuttgart - Kevin Kuranyi schaut ab und an beim Training des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart zu. Der ehemalige Nationalstürmer weiß daher, dass sich Stürmer Simon Terodde trotz seiner Durststrecke nicht hängen lässt. „Der VfB wird ihn noch brauchen“, prophezeit Kuranyi.

Herr Kuranyi, können Sie sich in die Lage von Simon Terodde hineinversetzen?
Natürlich, sehr gut sogar. Es ist für jeden Stürmer der Welt schwer, wenn er nicht trifft und er in einer Phase steckt, in der es nicht so läuft. Das gehört zum Fußball dazu, doch jeder weiß, dass Simon seine Qualitäten hat.
Die kann er derzeit aber oftmals gar nicht zeigen . . .
. . . weil er auf der Bank sitzt, ich weiß schon.
Obwohl die Offensivkräfte Daniel Ginczek, Chadrac Akolo und Anastasios Donis verletzt sind, kam er beim 1:1 in Hannover erst in der 73. Minute ins Spiel.
Der Trainer hat seine Taktik.
Das heißt?
Dass der Trainer die Spieler aufstellt, von denen er sich die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit verspricht. Der VfB ist Aufsteiger, die Mannschaft besitzt nicht die Hammerqualität, um problemlos im sicheren Mittelfeld zu landen. Also muss der Trainer zuallererst auf das Team schauen. Aber noch einmal: Der VfB wird Simon noch brauchen. Der Mann hat den Verein in die Bundesliga geschossen.
Zweite Liga ist nicht erste Liga.
Genau das ist das Thema, das auch Simon beschäftigt. Die Tatsache, dass er in seiner Karriere bisher nur in der zweiten Liga regelmäßig seine Torjägerqualitäten bewiesen hat und alle schon immer exakt darüber reden, macht seine Blockade im Kopf aus. Das brennt sich regelrecht ein.
Was empfehlen Sie ihm?
Er soll so viele Videos schauen wie möglich, mit all seinen wunderbaren Tore. Dieses positive Kopfkino wird ihm helfen.
Wie wird der Trainer mit ihm umgehen?
Ich bin ganz sicher, dass Hannes Wolf viel mit ihm reden wird und der Spieler professionell damit umgeht.
Wie sehr brodelt es in Simon Terodde?
Wenn es nicht in ihm brodeln würde, wäre das unnormal. Die aktuelle Situation wird ihn mit Sicherheit gewaltig nerven. Aber ­Simon ist ein starker Charakter.
Woran machen Sie das fest?
Ich schaue im Training auf dem Wasen ab und an zu. Simon haut sich volle Kanne rein, er grätscht nach jedem Ball. Wenn er hinfällt, steht er sofort wieder auf. Das ist sinnbildlich. Er ist einer, der nie aufgibt und nach vorne blickt.
Wo wird der VfB am Saisonende laden?
Ich denke, dass es zu einem Platz zwischen acht und zehn reichen kann.
Mit wie vielen Saisontoren trägt Simon Terodde dazu bei?
Zwei hat er ja bereits auf dem Konto, in der Bundesliga bekommt man nicht so viele Chancen wie in der zweiten Liga, aber ich glaube schon, dass er am Ende mindestens auf sechs, sieben Treffer kommen wird.