InterviewExperte Armin Schuster zu Terrorrisiken auf Weihnachtsmärkten „Auch Betonsperren helfen nicht“

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Der CDU-Sicherheitsexperte Armin Schuster, ehemaliger Bundespolizist, sieht keinen Grund, Weihnachtsmärkte oder Silvesterfeiern wegen der Terrorgefahr abzusagen.

Der Anschlag in Berlin: Wie hoch ist die Gefahr, dass er sich wiederholt? Foto: dpa 9 Bilder
Der Anschlag in Berlin: Wie hoch ist die Gefahr, dass er sich wiederholt? Foto: dpa

Stuttgart - Armin Schuster, Sicherheitsexperte der CDU, warnt vor Hysterie nach dem Anschlag in Berlin. Es habe keinen Sinn, Weihnachtsmärkte abzusagen oder sicherheitstechnisch aufzurüsten.

Herr Schuster, wie gefährlich ist es, einen Weihnachtsmarkt zu besuchen?
Ich glaube, die meisten Menschen werden das weiter tun wollen. Sie lassen sich das von dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin nicht verderben.
Wie könnte man Weihnachtsmärkte besser schützen?
Hundertprozentigen Schutz lässt sich ohnehin nicht gewährleisten. Das ist eine hilflose Debatte. Natürlich könnte man in jedem Einzelfall mehr tun. Aber gegen eine solche Attacke mit einem Lastwagen gibt es keine garantierte Sicherheit. Auch Betonsperren helfen am Ende, glaube ich, nicht.
Wäre es dann besser, Weihnachtsmärkte oder Silvesterfeiern wegen akuter Terrorgefahr kurzfristig abzusagen?
Nein, natürlich nicht. Bitte jetzt nicht über das Ziel hinausschießen.
Wozu raten Sie? Mehr Polizei? Mehr Kontrollen?
Objektiv herrscht ein hohes Schutzniveau in Deutschland. Da wird man kaum mehr tun können. Für das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen ist es allerdings wichtig zu sehen, dass mehr Polizei und mehr private Security-Dienste auf der Straße sind. Und für die Polizei ist es sehr wichtig, wenn die Bürger es mitteilen, wenn sie Merkwürdiges beobachten.




16 Kommentare Kommentar schreiben

"Auch Betonsperren helfen am Ende, glaube ich, nicht.": Die Stadt Erfurt sichert ihren Weihnachtsmarkt mit 2-Tonnen schweren Betonklötzen. Die Klötze können schnell und einfach aufgestellt und entsprechend der Gefahrenlage angeordnet werden.

@Thomas Schmidt:: Genauso Quatsch: Wer hat hier alle Flüchtlinge als Terroristen abgestempelt? Davon gehen nur Sie in Ihrem Post aus. Allerdings langen die einzelnen Vorfälle, die es in Deutschland in diesem Jahr gegeben hat, bei denen Flüchtlinge als Täter genannt wurden, durchaus. Auch wenn unter den Flüchtlingen nur wenige extrme Täter sind, ist der Schaden, der dadurch angerichtet wurde, beträchtlich.

Liebe Frau Ohnesorge: Her Sel behauptet in seinem Kommentar mit den Flüchtlingen kommt der Terrorismus ins Land. Dies pauschalisiert und bedeutet im Klartext, jeder Flüchtling sei ein potentieller Attentäter. Sie selbst bestätigen dies dann sogar auch noch selbst, wenn sie "die einzelnen Vorfälle" von Flüchtlingskriminalität für ausreichend halten, Flüchtlinge im allgemeinen zu stigmatisieren und die Flüchtlingpolitik für kriminelle Handlungen Einzelner verantwortlich machen.

Es gibt keine absolute: Sicherheit ! : Das zeigt die blutige und menschen verachtende Spur des Terrorismus. Die Ursachen zu bekämpfen sollte das absolute primäre Ziel sein. Dazu gehört , dass der Nährboden für Terrorismus beseitigt wird. Leider ist die derzeitige globale, von wirtschaftlichen Interessen gesteuerte Politik kontraproduktiv für diese Maßnahmen. Solange auf diesem Planeten Eliten und deren Gefolge , Klientele über die Massen bestimmen, wird es keine Möglichkeit geben, diese Zustände zu ändern. Im übrigen ist der geschichtliche Verlauf der Menschheit seit Anbeginn eine Aneinanderreihung von Gewalt , Mord und Totschlag. Politik kann meiner Meinung nach ein elementares Element für den Nährboden von Terrorismus sein, ist es wohl auch. Im übrigen stimme ich den Aussagen von @ Jochen Sel in soweit zu, dass es leider zu solchen potenziellen ,, Terroristen-Importen ,, in Deutschland und der EU durch die falsche Politik , die maßgeblich durch die Dame Merkel implantiert wurde gekommen ist. Tatschen lassen sich nicht polemisieren, sondern bleiben Tatsachen , auch wenn es der ein oder andere gerne durch seine politische Neigung gerne anders sehen will. Es gibt keine absolute Sicherheit , das zeigt die blutige und menschen verachtende Spur des Terrorismus. Die Ursachen zu bekämpfen sollte das absolute primäre Ziel sein. Dazu gehört , dass der Nährboden für Terrorismus beseitigt wird. Leider ist die derzeitige globale, von wirtschaftlichen Interessen gesteuerte Politik kontraproduktiv für diese Maßnahmen. Solange auf diesem Planeten Eliten und deren Gefolge , Klientele über die Massen bestimmen, wird es keine Möglichkeit geben, diese Zustände zu ändern. Im übrigen ist der geschichtliche Verlauf der Menschheit seit Anbeginn eine Aneinanderreihung von Gewalt , Mord und Totschlag. Politik kann meiner Meinung nach ein elementares Element für den Nährboden von Terrorismus sein, ist es wohl auch.

Terrorgefahr: geht vor allem von denjenigen aus, die erst die Gesellschaften spalten, dann die einzelnen Gruppen gegeneinander aufwiegeln und dann mit vorschnellen Schlüssen glauben, Vorteile erheischen zu können. Wenn wir schon aus der Geschichte lernen sollen, dann schauen wir auf den 28.6.1914, vier Wochen später begann der erste Weltkrieg, an dessen Folgen wir faktisch bis zum heutigen Tage zu kauen haben. Die Spur der heutigen Spalter führt immer deutlicher in den Kreml und wenn wir irgendwas aus der Geschichte lernen können, dann, dass wir den Spaltern das Handwerk legen müssen. Dazu zähle ich auch die, die die Politik insgesamt abschaffen wollen und damit ausschließlich die aktuelle Politik der demokratisch gewählten Regierung meinen. Sie sind ein Wolf im Schafspelz.

Danke für dieses Kompliment: dass ich an Sie gerne , in abgewandelter Form natürlich zurückgebe : ,, Sie sind ein ,, Schaf im Wolfspelz ,, . Nun können Sie selbst beurteilen wer dabei den größeren Vorteil hat. Schöne Feiertage im imaginären ,, Wolfsrudel ,,.

Ratio: Die Möglichkeit nicht durch ein Attentat ums Leben zu kommen ist immer noch so hoch, dass man ohne Furcht außer Haus kann. Wegen wesentlich geringer Wahrscheinlichkeiten spielen viele Menschen Lotto. Wenn wir rational bleiben, brauchen wir keine vermeintlichen Sicherheitsvorkehrungen. Wenn wir rational bleiben, verändert uns dieser Terrorismus nicht, denn er kann dann nichts bewirken. Er ist nur ein Tröpfchen auf dem heißen Stein. Wenn wir rational bleiben, müssen wir auch erkennen, dass ausnahmsweise nicht die Kanzlerin für solch ein Attentat verantwortlich ist, wie ein Kommentator hier behauptet.

Aktionismus: Egal, welche Sicherheitsvorkehrung jetzt entworfen wird, der Terrorismus wird diese erkennen und entsprechend andere Wege suchen. Feste und Feiern abzusagen halte ich ebenso für keine gute Idee, weil wir somit dem Terrorismus nachgeben und allein dadurch bereits ein Terrorziel erreicht wird. Daher empfehle ich bisher gültige Sicherheitsstandards weiter konsequent zu verfolgen und mit dem verbleibenden Restrisiko zu leben. Aktionismus hilft hier nicht.

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