Experten fordern mehr Tierschutz in der Landwirtschaft Mutige Analyse

Bio-Idyll – doch für viele Nutztiere sieht di Realität trist aus. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Ein Expertengremium spricht sich für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft aus. Das werde Geld kosten, heißt es. Nun ist Ministerin Julia Klöckner am Zug, kommentiert Bernard Walker.

Berlin - Hut ab vor Jochen Borchert. Denn der frühere Agrarminister hat nun gemeinsam mit Vertretern der Agrarbranche, von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden eine schonungslose Analyse der Nutztierhaltung erstellt. Mit gutem Grund stellt der Borchert-Kreis fest, dass sich in der Zucht sowie den Ställen viel ändern muss. Seit Langem nennt das Grundgesetz Tierschutz als Staatsziel – doch zugleich werden Millionen männliche Küken getötet, weil sie wirtschaftlich keinen Wert haben.

 

Eine Steuer soll Geld bringen

Die Experten sprechen auch eine zweite Wahrheit aus: Lebensmittel werden beim Umbau der Nutztierhaltung teurer – und sei es nur, weil der Umbau der Ställe Geld kostet. Sie schlagen eine Steuer vor, die etwa 3,5 Milliarden Euro im Jahr einbringt. Nun ist Julia Klöckner am Zug. Die CDU-Agrarministerin hat ja immer betont, dass sie auf die Empfehlungen der Borchert-Kommission warte. Jetzt wird sich zeigen, ob Klöckner die Kraft zu einer Reform hat. Die wird ihr schwerfallen, weil es in der CDU/CSU massive Widerstände gegen Änderungen in der Tierhaltung gibt. Doch wie sagt die Ministerin so treffend? Tiere seien Mitgeschöpfe, keine Wegwerfware. Höchste Zeit, dass sie ihren Worten Taten folgen lässt.

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