Die bundesweit bekannte Hebamme Uli Michel kommt mit ihrem Buch „Ein Kind in den Sternen“ nach Korntal. Sie unterstützt verwaiste Eltern dabei, ihre Trauer zu verarbeiten.
Das eigene Kind zu verlieren – für Eltern gibt es wohl nichts Schlimmeres. Uli Michel, Hebamme, Trauerbegleiterin, Traumafachberaterin und Expertin für Verlusterfahrungen, hat sich auf die Begleitung von Müttern und Vätern spezialisiert, die ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben – Sternenkinder genannt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung hat die Expertin Konzepte für werdende Eltern entwickelt, deren Kind eine lebensbegrenzende Diagnose erhält.
In ihrem Buch „Ein Kind in den Sternen. Wie Eltern still geborener Kinder Halt finden“ beschäftigt sich Uli Michel mit zahlreichen Fragen, die sich für Betroffene und ihr Umfeld in dieser schweren Zeit stellen. Darüber hinaus gibt die Düsseldorferin praktische Tipps, wie der Abschied gestaltet werden kann, wie man in den verschiedenen Phasen der Trauer seinen eigenen Weg findet und wie gute Wegbegleitung gelingen kann. Das Buch soll dabei helfen, die Trauer zu verarbeiten.
Gedenkort für Sterneneltern am Korntaler Friedhof
An diesem Sonntag, 25. Januar, kommt Uli Michel nach Korntal. Um 18 Uhr liest sie im Gemeindezentrum der Brüdergemeinde, Saalplatz 2, aus ihrem Buch und lädt zum Gespräch ein. Der Eintritt ist kostenfrei.
Einen Gedenkort für Eltern mit Sternenkindern gibt es bereits seit Ende 2024 am Korntaler Friedhof. Es soll ein Ort der Begegnung, des Trostes und der Erinnerung an diese Kinder sein. Die Skulptur an diesem Ort geht auf die Initiative der „Oase am Weg“ zurück. Deren Team mit Schwester Anne Messner von der Diakonie der Brüdergemeinde an der Spitze ist es auch, die Uli Michel nach Korntal holt.
Bekannt wurde Uli Michel durch die WDR-Dokumentation „Wenn ein Baby bei der Geburt stirbt – Eine Sterbeamme kümmert sich“. Die gefragte Sprecherin auf nationalen und internationalen Kongressen für die Arbeit mit Sternenkindereltern engagiert sich in der Kinder- und Jugendhospizarbeit.
Eine Fehlgeburt gibt es häufiger als gedacht
Die „Oase am Weg“, das kleine Häuschen am Eingang des Friedhofs, ist eine Einrichtung der Brüdergemeinde. Der niederschwellig angedachte Begegnungsort nicht nur für Trauernde ist vor mehr als zehn Jahren aus der alten Aussegnungshalle entstanden. Die Skulptur für Sterneneltern ist ebenfalls Teil der „Oase am Weg“, die ihr Angebot damit erneut erweitert hat.
Laut Experten ist etwa jede dritte Frau in ihrem Leben einmal von einer Fehlgeburt betroffen. Bundesweit kommen statistisch circa 0,3 Prozent aller Kinder still zur Welt oder sterben kurz nach der Geburt.