Expressbus auf den Fildern Der Schwachpunkt des Schnellbusses

Von Tilman Baur 

Nur wenige Meter vor ihrem Ziel in Stuttgart-Degerloch verliert die Expressbuslinie X7 wertvolle Zeit. Manchen Fahrgästen fährt so womöglich auch der Anschluss davon. Muss das sein?

Von dieser Ampel aus haben die Fahrgäste die Endhaltestelle ZOB Degerloch schon im Blick. Foto: Tilman Baur
Von dieser Ampel aus haben die Fahrgäste die Endhaltestelle ZOB Degerloch schon im Blick. Foto: Tilman Baur

Degerloch/Filder - Die Fahrgäste sitzen auf heißen Kohlen. Manche haben sich schon von ihren Sitzen erhoben und warten an der Bustür. Doch der Expressbus X7 fährt und fährt einfach nicht. Minuten vergehen. Dann springt die letzte Ampel endlich von Rot auf Grün, und der Bus fährt in den ZOB ein. Für viele Fahrgäste ist diese Verzögerung ärgerlich. Sie verpassen ihre Anschlüsse, Straßenbahnen oder andere Busse, weil der Express auf den letzten Metern zur Schnecke wird.

Dabei haben die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) dem X7 bekanntlich extra eine eigene Spur eingerichtet, um auf der Bundesstraße schneller voranzukommen – zum Ärger vieler Autofahrer. Die Busspur funktioniere auch und löse, so die Aussage der Stadt vor wenigen Wochen, keinen zusätzlichen Stau aus.

Das scheint allerdings auch nicht zu helfen

Doch die Ampel an der Albstraße bremst den Express häufig auf den letzten Metern aus. Das hat auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne) beobachtet. „Der Bus verliert einen Steinwurf vom Ziel entfernt etwa zwei bis drei Minuten“, hatte er in einer Diskussion auf Facebook erklärt. Und weiter: „Es gibt eine Busbevorrechtigung an der Ampel. Diese scheint aber nicht zu helfen.“ Auf Anfrage erklärt der Politiker, bereits mit den Stuttgarter Straßenbahnen im Gespräch zu sein. Deren Vertretern sei das Problem bereits aufgefallen. „Die Ursache sei, dass die Zufahrt des X7 zum ZOB Degerloch über die Spur und die Freigabezeiten des Rechtsabbiegers an diesem Knoten stattfindet. Dieser Verkehrsstrom müsse mit anderen Verkehrsströmen koordiniert werden und weise ein nur sehr kurzes Freigabezeitfenster auf. Man sei bereits mit dem Tiefbauamt der Landeshauptstadt Stuttgart im Gespräch, ob eine Verbesserung für die Busse erreicht werden könne“, erklärt Gastel die Sichtweise der SSB.

Deren Pressesprecherin Birte Schaper bestätigt, dass an Lösungen gearbeitet werde: „Derzeit beraten SSB und Tiefbauamt der Landeshauptstadt miteinander, ob eine Verbesserung für Busse an der Stelle erreicht werden kann“, so Schaper. Welche Möglichkeiten die Experten prüfen, damit der Express seinem Namen auch auf den letzten Metern gerecht wird, sagen weder Stadt noch SSB. Für Matthias Gastel wäre die Beschleunigung auf den letzten Metern der letzte Baustein eines an sich sehr guten Angebots.

Er habe bisher nie länger im Stau gestanden

Denn auf den X7 hält der Grünen-Mann große Stücke: „Ich bin zwei- oder dreimal mit der Linie X7 von Plattenhardt nach Degerloch gefahren und war jedes Mal erstaunt, wie schnell man ankommt. Der Bus stand bei meinen Fahrten auch selbst in der Hauptverkehrszeit nicht oder nicht länger im Stau“, so Gastel, der einschränkend hinzufügt, dass seine Fahrten nicht unbedingt repräsentativ seien.

„Dass man die Streckenführung so gelegt hat, dass Zeit eingespart wird und unterwegs auch Haltestellen ausgespart werden, um schneller voranzukommen, dann aber wenige Meter vor dem Ziel kostbare Minuten verloren gehen, mit denen Anschlüsse auf Stadtbahnen verpasst werden können, ist eindeutig ein Schwachpunkt“, sagt Gastel. Denn gerade ein Schnellbus solle doch eigentlich nirgendwo Zeit verlieren, die durch eine entsprechende Ampelschaltung gewonnen werden könne.

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