Extreme Hitze in Stuttgart Hier gibt es kostenlos Trinkwasser in der Stadt
In Stuttgart gibt es 115 Brunnen, aus denen kostenlos Trinkwasser sprudelt – an diesem Mittwoch kommt noch ein weiterer hinzu. Wir zeigen, wo man sich erfrischen kann.
In Stuttgart gibt es 115 Brunnen, aus denen kostenlos Trinkwasser sprudelt – an diesem Mittwoch kommt noch ein weiterer hinzu. Wir zeigen, wo man sich erfrischen kann.
Die Hitzewelle hat Stuttgart fest im Griff. Gerade für ältere Menschen, Kinder und Kranke kann der Gang durch die Innenstadt bei Temperaturen jenseits der 30 Grad zur Belastung werden. Viel trinken ist da unerlässlich. Was viele nicht wissen: Es muss nicht das teure Wasser aus dem Supermarkt sein. In Stuttgart steht Trinkwasser an vielen Stellen kostenlos zur Verfügung. Wer seine Wasserflasche dabei hat, kann sie an 115 Trinkbrunnen auffüllen. Und an diesem Mittwoch kommt noch ein 116. hinzu: um 11.30 Uhr wird das Wasser auf dem Bahnhofsvorplatz in Stuttgart-Vaihingen freigeschaltet. Den Trinkbrunnen hat die Stiftung „Stuttgarter Brünnele“ mitfinanziert.
Die Verwaltung hat ein Konzept zur Versorgung mit Trinkwasser im öffentlichen Raum erarbeitet, das Bestandteil des Hitzeaktionsplans ist. Bis 2027 soll es umgesetzt werden. „Die Trinkflasche soll der neue Regenschirm werden“, sagt Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann. Jeder sollte eine im Rucksack oder in der Tasche dabei haben.
Das Konzept basiert auf mehreren Säulen. Säule Eins sind die Trinkbrunnen, mit denen Stuttgart bereits überdurchschnittlich gut ausgestattet ist. Die 115 beziehungsweise 116 Trink- und 13 Mineralbrunnen verteilen sich über das Stadtgebiet – umgerechnet auf die Einwohnerzahl hat keine andere deutsche Großstadt so viele Trinkbrunnen wie Stuttgart. Wo sie sich befinden, zeigt die Stadt auf einer interaktiven Karte im Netz. Hier sind Neben den Trink- und Mineralbrunnen auch Wasserspiele verzeichnet, an denen Kinder sich erfrischen können. Der Bau weiterer Brunnen soll nur noch in Ausnahmefällen erfolgen.
Das liegt vor allem an den hohen Kosten für die Installation (rund 150 000 Euro) und den Unterhalt (laut Tiefbauamt rund 15 000 bis 20 000 Euro pro Jahr). Mindestens alle vier Wochen müssen die Brunnen aus hygienischen Gründen kontrolliert werden. Immer wieder gibt es Probleme mit Vandalismus. So sei der 2024 installierte Trinkbrunnen am Bahnhof Bad Cannstatt nach nur einer Woche mit Hundekot verseucht gewesen, sagt der Leiter der Bauabteilung Mitte/Nord des Tiefbauamts, Klaus Hofmann.
Statt auf zusätzliche Brunnen will die Stadt auf andere Maßnahmen setzen: auf Trinkwasserspender, private Nachfüllstationen und auf Toilettenanlagen. 21 von 27 Toilettenanlagen, die ohnehin ausgetauscht werden, sollen mit Trinkwasserzapfstellen ausgestattet werden. Trinkwasserspender wiederum sollen in öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr, zum Beispiel in Bezirksrathäusern, installiert werden, wo ohnehin Wasserleitungen zur Verfügung stehen. Schon jetzt gibt es beispielsweise sehr zentral gelegen im Stuttgarter Rathaus einen Trinkwasserspender. Auch im Tiefbauamt und im Gesundheitsamt kann man sich Wasser abfüllen.
Die Nachfüllstationen sollen nicht in städtischer Verantwortung liegen. Hier wirbt die Stadt darum, dass sich private Anbieter der bundesweiten Refill-Initiative anschließen. So könnten zum Beispiel Cafés, Autohäuser oder Arztpraxen anbieten, dass man seine Wasserflasche dort am Hahn kostenlos auffüllen kann. Die Stadt plant, Refill-Aufkleber, mit denen man seine Teilnahme an der Bewegung kennzeichnen kann, kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Refill-Standorte sollen auch in eine digitale städtische Karte integriert werden, damit man sie leicht finden kann.
Auch eine Sprühnebelanlage, wie es sie in anderen Städten schon gibt, etwa in Straßburg am Bahnhof und in Wien, will die Stadt installieren, an der man sich bei Hitze abkühlen kann. Derzeit suche man nach einem geeigneten Standort für das Pilotprojekt, so ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts. Dieser solle möglichst zentral gelegen sein.