Extremsport im Bodensee Dobelmann will Kälte trotzen

Den 64 Kilometer langen Bodensee will Bruno Dobelmann in 24 Stunden durchschwimmen. Foto: dpa
Den 64 Kilometer langen Bodensee will Bruno Dobelmann in 24 Stunden durchschwimmen. Foto: dpa

Der 53-jährige Stuttgarter will den 64 Kilometer langen und 13 Grad Celsius kalten Bodensee durchqueren – nur mit einer Badehose bekleidet.

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Bodmann/Bregenz - Es ist ein Unterfangen, das selbst Experten für wahnwitzig halten. Dennoch ist Bruno Dobelmann nicht aufzuhalten. Am Montag soll um 14 Uhr Start sein für seine lange angekündigte Längsquerung des Bodensees. Dabei will der 53-jährige Stuttgarter den 64 Kilometer langen See von Bodman bis Bregenz einmal in seiner ganzen Länge durchschwimmen. 24 Stunden hat Dobelmann für sein Weltrekordprojekt veranschlagt. Der See wurde schon öfter ganz durchschwommen, aber nie nonstop, ohne Neoprenanzug und dann noch bei Wassertemperaturen von derzeit durchschnittlich knapp 13 Grad Celsius.

Vor wenigen Tagen erst hat der Schweizer Extremschwimmer Ernst Bromeis sein Vorhaben, den Rhein von seiner Quelle bis zu seiner Mündung auf seiner Gesamtlänge von 1233 Kilometern zu durchschwimmen, wegen der für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Kälte bei Breisach aufgeben müssen. Zuvor hatte der 44-Jährige aus Davos (Kanton Graubünden) mehrfach wegen des teilweise nur acht bis zehn Grad kalten Wassers auf das Kajak wechseln müssen.

Nur mit Badehose durch den 13 Grad kalten Bodensee

Dobelmann, ein 110 Kilogramm schwerer Fließbandarbeiter bei Daimler, aber denkt, dass er den derzeit nur knapp 13 Grad kalten Bodensee ganz nur mit einer Badehose bekleidet bewältigen kann. Der See ist drei bis vier Grad kälter als sonst Ende Mai. Ein Test vor einem Monat gelang. Mitte April bewältigte Dobelmann bei einer Wassertemperatur von knapp zehn Grad sechs Stunden lang vor Lindau einen Dreieckskurs. Bei seiner Bodenseelängsquerung wird Dobelmann von einem zehnköpfigen Team unterstützt und auf einem Begleitboot eskortiert.

Der Sportmediziner Beat Knechtle aus St. Gallen will das Projekt wissenschaftlich auswerten. Mit Hilfe der Daten aus Temperatursensoren, die an Dobelmanns Körper angebracht sind, will er Erkenntnisse über die Grenzbereiche der menschlichen Leistungsfähigkeit gewinnen.

Dobelmann hat im vergangenen Jahr in 19 Stunden 15 Minuten und 51 Sekunden den Fehmarnbelt zwischen Puttgarden und der dänischen Insel Lolland hin und zurück durchschwommen, ebenfalls ohne Neoprenanzug.

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