Das Teilnehmerfeld des 47. EZ-Fußballpokals in Ruit steht. Der FV Plochingen will erst den Klassenverbleib schaffen und dann den Titel verteidigen.
Abstiegskampf ist anstrengend. Wenn vom 29. Juli bis zum 1. August der 47. EZ-Fußballpokal in Ruit gespielt wird, dann wissen die Fußballer, die momentan noch für den Verbleib in ihrer aktuellen Klasse rackern, ob sie es geschafft haben. Spätestens dann wird nach vorne geschaut. Das Teilnehmerfeld des Turniers, das wieder von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen unterstützt wird, steht. Und nicht nur beim Titelverteidiger FV Plochingen und dem diesjährigen Ausrichter TB Ruit, die beide eben noch im Abstiegskampf der Bezirks- beziehungsweise der Kreisliga A stecken, haben sie sich dafür viel vorgenommen.
Klar, für die Trainer geht es beim EZ-Pokal so kurz vor dem Start in die neue Saison auch darum, die Spiele als Vorbereitung zu nutzen. Und klar, für die Kicker wie die Fans ist es auch das große Familientreffen der hiesigen Fußballszene. Aber natürlich will man sich so gut wie möglich verkaufen und am besten gewinnen. Im vergangenen Jahr in Reichenbach ist das den Plochingern gelungen, im Finale besiegten sie ihren Bezirksliga-Konkurrenten TSV Berkheim mit 1:0.
16 Mannschaften sind dabei
Der EZ-Pokal ist für die Plochinger natürlich noch ein Stück weit weg, der Fokus liegt erst einmal darauf, den Abstiegsrang 14 zu verlassen. Die lange Verletztenliste, inklusive, EZ-Pokal-Siegtorschütze Steven Schötz, macht es nicht leichter – der Optimismus aber bleibt, auch, weil die Top-Gegner der Liga abgehakt sind. Dennoch verwendet Abteilungsleiter Markus Egger gleich zwei Mal das Wort „Highlight“ in Bezug auf das Turnier um den Wanderpokal der Eßlinger Zeitung: „Der EZ-Pokal ist immer ein Highlight, wir freuen uns da jedes Jahr drauf“, sagt er, „und es war ein Highlight, dass wir das Ding nach 35 Jahren mal wieder gewonnen haben.“ Natürlich hat Egger einen Wunsch: „Wir wollen als Bezirksligist den Titel verteidigen.“ Dass Eggers Namensvetter und Trainer Denis Egger trotz der misslichen Situation dann auf der FVP-Bank sitzen wird, ist ebenso klar wie ohne Diskussion. „Wir sind froh, dass er da ist“, sagt Markus Egger.
Mit 16 Mannschaften hat das Turnier die traditionelle Zahl an Teilnehmern. Gespielt wird auf dem Rasen- und dem Kunstrasenplatz, der über eine Flutlichtanlage verfügt und wo daher das „Spätspiel“ an den drei Gruppenspieltagen ausgetragen wird. Beim TBR hoffen sie freilich, auch irgendwann den Rasen mit einem Flutlicht erleuchten zu können.
Dass diesmal auch der TV Kemnat mitspielt und damit alle Vereine der vier Ostfildern-Teilorte, also auch der TV Nellingen und der TSV Scharnhausen, vertreten sind, findet Ruits Abteilungsleiter Manfred Weis „superklasse“. Auf die Frage nach seinem Turnierfavoriten antwortet er ohne Umschweife: „Der FV Neuhausen.“ Der Landesligist ist das ligahöchste Team im Feld, da der (abstiegsbedrohte) Verbandsligist FC Esslingen wie im vergangenen Jahr nicht gemeldet hat. „Ich bin ein Fan des EZ-Pokals, hätte gerne mitgespielt und komme bestimmt als Zuschauer vorbei, aber der Termin kollidiert mit dem WFV-Pokal“, erklärt FCE-Trainer Dominik Eitel, der im Gegensatz zu seinem dann neuen Neuhausener Kollegen Luis Miguel Rodrigues im Falle des Einzugs in die am EZ-Pokal-Wochenende ausgespielte 2. Runde nicht auf Spieler einer zweiten Mannschaft zurückgreifen kann.
Schwer, eine Prognose zu stellen
Neben den Neuhausenern und Plochingern sind natürlich auch die weiteren Bezirksligisten TSV RSK Esslingen, TSV Denkendorf und Berkheim Anwärter auf den Turniersieg. Auch der momentane Kreisliga-A-Spitzenreiter TSV Deizisau könnte eine gute Rolle spielen – vor allem, falls die Spieler nach einem möglichen Wiederaufstieg in die Bezirksliga mit breiter Brust anreisen. Weis rechnet aber auch damit, „dass es die eine oder andere Überraschung geben kann“. Die TSG Esslingen etwa hat schon im vergangenen Jahr ein gutes Turnier gespielt. Auch von der jungen Mannschaft des TSVW Esslingen könne man laut Weis „einiges erwarten“. Eine Prognose zu stellen, ist jedenfalls sehr schwer – Spannung ist also garantiert.
Bei den Ruitern selbst soll das Turnier in den heimischen Talwiesen „ein Aufbruch“ sein, wie Abteilungschef Weis erklärt. „Ich gehe davon aus, dass wir in der Kreisliga A bleiben“, sagt er angesichts von zurzeit Platz zehn mit gerade mal drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone. Im Sommer, also pünktlich zum EZ-Pokal, soll die Mannschaft von Trainer Pascal Rückle mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Eigengewächsen dann besser aufgestellt sein. Abstiegskampf soll dann in der neuen Runde kein Thema sein.
Die Teilnehmer
SC Altbach
TSV Berkheim
TSV Deizisau
TSV Denkendorf
Türk SV Ebersbach
TSG Esslingen
TSV RSK Esslingen
TSVW Esslingen
TV Kemnat
TSV Köngen II
TV Nellingen
FV Neuhausen
FV Plochingen
TB Ruit
TSV Scharnhausen
SG Eintracht Sirnau