Nach der WM ist vor dem EZ-Pokal – die Gruppen des Traditionsturniers sind gelost. Die Frauen spielen zum zweiten Mal mit. Bei den Männern gibt es eine Neuhausener Kampfansage.

Die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen wollen es wissen. „Wir haben das klare Ziel, alleiniger Rekordsieger des EZ-Pokals zu werden. Das muss, egal wie die Gruppen sind, unser Anspruch sein“, sagte Vizekapitän und Kreisläufer Simon Kosak. Gelost wurden die Gruppen des EZ-Handball-Pokals, der am 3., 4., und 6. Januar im Sportpark Weil in Esslingen ausgetragen und von der Volksbank Mittlerer Neckar sowie der Firma Karl Scharpf unterstützt wird, natürlich trotzdem. Kosak hatte den Wanderpokal mitgebracht, der als Lostopf diente – und in den Annika Fahrion griff. Das passte sehr gut, denn sie ist nicht nur über das Spielfeld hinaus engagierte Handballerin des Ausrichters TV Reichenbach, sondern auch Kosaks Partnerin. Während die Männer im Januar 2026 zum 30. Mal um den EZ-Pokal spielen, sind die Frauen nach ihrer erfolgreichen Premiere Anfang dieses Jahres zum zweiten Mal dabei – Favorit ist hier der Titelverteidiger TSV Wolfschlugen ebenfalls aus der 3. Liga.

 

Den Spielplan zu erstellen, war angesichts der vielen Frauen- und Männerteams eine Herausforderung. Die Spiele werden wieder miteinander verzahnt ausgetragen, das kam im Januar 2025 gut an. Es musste noch mal umgebaut werden, da es seit der Auslosung zwei Absagen gab. „Wir spielen immer gerne beim EZ-Pokal mit, aber aus personellen Gründen bekommen wir leider keine Mannschaft zusammen“, erklärte Teammanager Matthias Dunz vom Regionalligisten HSG Ostfildern. Bei den Frauen zog der HC Wernau sein Team aus denselben Gründen zurück. So treten nun neun Männer- und sieben Frauenteams in Weil an – und das Teilnehmerfeld ist nach wie vor hoch attraktiv. „Ich bin sehr zufrieden. Ich finde, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ist es eine gute Mischung“, sagte jedenfalls Losfee Fahrion.

Wolfschlugen und Neuhausen Favoriten

Die Reichenbacherinnen, die in der Landesliga an der Tabellenspitze stehen, bekommen es in ihrer Gruppe mit dem Regionalligisten HSG Leinfelden-Echterdingen, dem Oberligisten TSV Heiningen und dem Verbandsliga-Spitzenreiter SG Hegensberg/Liebersbronn zu tun. „Es wird natürlich schon hart, alleine, wenn man sich die Ligenverteilung anguckt. Aber wir nehmen das Ganze an und freuen uns drauf – vor allem, weil wir auch als Ausrichter dabei sind“, sagte Fahrion und ergänzte zum Thema Favoritenrolle: „Bei den Frauen tippe ich ganz klar wieder auf Wolfschlugen.“ Das Drittligateam habe bei der Premiere „wirklich gut gespielt, sehr souverän“. In der Gruppe messen sich die Wolfschlugenerinnen mit dem Oberligisten TSV Denkendorf und dem Verbandsliga-Spitzenteam TSV Neckartenzlingen.

Wie im Jahr zuvor treffen der TSV Deizisau und der TSV Wolfschlugen in der Gruppe aufeinander. Foto: Herbert Rudel

Bei den Männer setzt Fahrion freilich auf die Neuhausener, was ihr Freund Kosak mit einem Lächeln quittierte: Er nimmt die Favoritenrolle an und sagte allgemein: „Es ist ein sehr ausgeglichenes Feld. Ich glaube, da ist jedes Spiel sehenswert.“ Sein Team trifft in der Gruppe auf Oberligist SG Lauterstein sowie die Verbandsligisten TSV Denkendorf und Team Esslingen. In der anderen Gruppe, die aus fünf Mannschaften besteht, sind im TSV Deizisau und Gastgeber TV Reichenbach ebenfalls zwei Verbandsligisten dabei, dazu kommen der TV Plochingen aus der Regionalliga sowie die Oberligisten SG Hegensberg/Liebersrbronn und TSV Wolfschlugen. Das verspricht besonders viel Spannung.

Apropos Deizisau: Mit ihrem Sieg im Januar dieses Jahres zogen die Neuhausener mit nun elf Erfolgen mit dem bis dahin alleinigen EZ-Pokal-Rekordsieger Deizisau gleich – daher Kosaks Kampfansage.

Neue Finalpaarungen

Dass seit der vergangenen Ausgabe die Frauen beim EZ-Pokal mitspielen, findet Kosak „eine gute Sache“. Die teilnehmenden Teams „spielen einen recht guten Handball“, locken seiner Ansicht nach mehr Fans in die Halle und überhaupt steht der Frauenhandball angesichts der noch bis zum Sonntag laufenden Heim-Weltmeisterschaft zurzeit im Fokus – im Januar also auch im Sportpark Weil.

Anfang 2025 noch im Nellinger Trikot – beim zweiten EZ-Pokal-Frauenturnier spielt Foto: Herbert Rudel

Es wird nach der Vorrunde am 3. und 4. sowie nach dem Ruhetag am 5. Januar am Dreikönigstag übrigens in jedem Fall keine Wiederholung der beiden Vorjahres-Endspiele geben: Wolfschlugens damaliger Final-Gegner TV Nellingen (24:11) stellt seit der laufenden Saison kein Frauenteam mehr und konnte also auch keines für den EZ-Pokal melden. Die Ostfilderner Männer, die den Neuhausenern mit 16:12 unterlegen waren, sind ebenfalls nicht dabei. Die Neuhausener wollen es wissen, die Wolfschlugenerinnen auch – und die Handballerinnen und Handballer der anderen Teams werden alles daran setzen, den Favoriten ein Bein zu stellen. Hier geht es zum Spielplan.