In der Denkendorfer Klosterkirche begeisterte das Stuttgarter Trompetenensemble mit Kammermusik vom Feinsten. Der Erlös des Konzerts fließt der EZ-Weihnachtsspendenaktion zu.
Seit Jahrzehnten begeistert das Stuttgarter Trompetenensemble bei seinen Konzerten im süddeutschen Raum das Publikum durch instrumentale Brillanz und stilistische Vielfalt. Eine der festen Stationen der Stuttgarter ist die Denkendorfer Klosterkirche: Unter dem Motto „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“ ist das Ensemble regelmäßig im historischen Kirchenraum aus dem 13. Jahrhundert zu hören. Wie schon in den vergangenen Jahren fließt auch diesmal ein Teil der Einnahmen des Neujahrskonzerts, das am Sonntagabend zahlreiche Zuhörer in die Klosterkirche lockte, der EZ-Weihnachtsspendenaktion zu.
Wissend um die Faszination barocker Trompetenmusik, die mit ihrer strukturellen Klarheit, rasantem Laufwerk und einer farbigen Ornamentik leicht in die Gehörgänge der Zuhörer fließt, eröffnete das Stuttgarter Trompetenensemble sein Konzert mit Georg Friedrich Händels „Einzug der Königin von Saba“, einem Paradebeispiel illustrer Barockmusik. Von der Empore herab erklangen strahlende Trompetentöne. Diese mischten sich mit dem weichen Sound eines Corno da caccia und der Orgel, wobei der stringente Puls der Pauken dem Ganzen rhythmischen Halt gab.
Klangliches Erlebnis in Denkendorf
Ähnlich brillant entfaltete sich Alessandro Scarlattis „Toccata“ im historischen Kirchenraum: Hier fand das im Zusammenspiel bestens abgestimmte Trompetentrio zu beredten Dialogen mit der Orgel. Der Kopfsatz sprühte vor Esprit, und nach einem Orgel-Intermezzo im Adagio ging die Post im Finale richtig ab: Mit glasklaren Staccati in den virtuosen Läufen, einer optimistisch gefärbten Klangsprache und sauber gesetzten Spitzentönen.
„Wir musizieren immer wieder gerne in der Denkendorfer Klosterkirche. Nicht nur der äußere Rahmen stimmt, auch die Akustik ist fantastisch.“
Joachim Jung, Musiker
„Wir musizieren immer wieder gerne in der Denkendorfer Klosterkirche. Nicht nur der äußere Rahmen stimmt, auch die Akustik ist fantastisch“, sagte Joachim Jung, der zusammen mit seinen Trompete blasenden Kollegen Christian Nägele und Johannes Knoblauch, dem Stuttgarter Domorganisten Johannes Mayr und Uwe Arlt am Schlagwerk für exquisite klangliche Erlebnisse sorgte.
In Johann Sebastian Bachs meditativer Arie „Schafe können sicher weiden“ faszinierten die weich gewundenen Girlanden zweier Corni da caccia, über die sich die von Christian Nägele wunderbar phrasierte Oberstimme der Trompete legte: Ein Hörgenuss, der sich in Felix Mendelssohn Bartholdys „Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte“ noch steigerte. Hier zauberten drei Corni da caccia weiche Töne in die Klosterkirche, wobei die in Klang und Zusammenspiel bestens austarierten Blechblasinstrumente in den farbig registrierten Orgelklängen eine adäquate Ergänzung fanden.
Begeisterte Zuhörer in der Denkendorfer Klosterkirche
Beim Neujahrskonzert bestätigte Domorganist Johannes Mayr erneut seinen exzellenten Ruf als Improvisator. Vom Publikum wurde als Improvisationsthema das Weihnachtslied „Ich steh‘ an deiner Krippe hier“ vorgeschlagen. Eine leichte Übung für Mayr: Aus zartem Beginn heraus entwickelte er ein imposantes Klanggebäude, das sich stetig verdichtete und im dynamischen Aufschwung harmonisch und in den Klangfarben mannigfach changierte, wobei jedoch Fragmente der Liedmelodie stets durchhörbar blieben. Seine frappierende Meisterschaft auf Manualen und Pedal zeigte Johannes Mayr auch bei farbig registrierten Orgelwerken von Domenico Scarlatti, Sixtus Bachmann und Franz Xaver Schnizer.
Im krönenden Finale des Konzerts gab es mit Jeremiah Clarkes „Suite D-Dur“ noch mal Barockes. Das Publikum war von der Qualität des Gebotenen begeistert und erklatschte sich zwei Zugaben. Wer mehr vom Stuttgarter Trompetenensemble hören möchte, hat dazu Gelegenheit am Samstag, 24. Januar, in der Stadtkirche Esslingen.