Fahrrad-Abenteuer in Down Under Teil 1 Australiens spektakulärer Munda Biddi Trail

Von Catherine Braumeister 

Unendliche Weite, feuerrote Erde, spannendes Buschland, Kängurus und Freiheit ohne Ende. Der Munda Biddi Trail im Sehnsuchtsland Australien ist der perfekte Ort für ein aufregendes Outdoor-Abenteuer mit dem Fahrrad.

Hier eine Bilderstrecke zur spektakulären Route. Wenn Abenteuerhungrige da mal nicht schwach werden…  Foto: Pixabay 5 Bilder
Hier eine Bilderstrecke zur spektakulären Route. Wenn Abenteuerhungrige da mal nicht schwach werden… Foto: Pixabay

Lust auf ein unvergessliches Fahrrad-Abenteuer auf dem roten Kontinent? Dann nichts wie hin zum Munda Biddi Trail. Der 1000 Kilometer lange Fahrradweg bietet Abenteuerlustigen ein Programm vom feinsten. An kaum einem anderen Ort kann man off-road so lange durch unberührte Natur mit dem Fahrrad fahren wie hier. Los geht’s im südlichen Albany. Ziel ist das westlich gelegene Mundaring in der Nähe von Perth.

Der Name des schönen Weges orientiert sich am ursprünglichen Sprachgebrauch der dortigen Aborigines. In ihrer Sprache bedeutet Munda Biddi so viel wie „Weg durch den Wald“. Die Rede ist hier natürlich nicht von einem düsteren Hänsel-und-Gretel-Wald wie wir ihn aus Deutschland kennen, sondern von Australiens Outback, das geprägt von weitläufigem Buschland ist. Kostenlose Schlafhütten und kleine Ortschaften tauchen alle 50 bis 100 Kilometer auf.

Schwierigkeitsgrad

Diese Fahrradtour ist definitiv durchwachsen. Mal dominiert Flachland, dann geht es wieder bergauf und bergab. Auch der Untergrund variiert. Hier und da fährt man auf trockenen, staubigen Trampelpfaden, anschließend kommen Sand und Schotter ins Spiel. Das kann schon mal etwas knifflig werden und daher empfehlen sich breite Reifen. Ein Mountainbike ist hier ganz klar die richtige Wahl.

Wer sich die anspruchsvollen Abschnitte nicht zutraut, kann seine Radtour auf die leichteren Strecken des Trails begrenzen. Mit dem Auto kommt man vielerorts problemlos in die Nähe des spektakulären Radweges, so dass man sich die Rosinen rauspicken kann. Start-und Zielpunkt können also den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Als entspannte Alternative zu den schweißtreibenden Abschnitten des Abenteuerpfads bietet sich zum Beispiel der Sidings Rail Trail an. Er ist Teil des Munda Biddi Trails und bedarf einer gesonderten Broschüre. Diese bekommt man beim Nannup Visitor Information Centre.

Beim Stichwort Broschüre sollten auch die anderen Broschüren des Munda Biddi Trail erwähnt werden. Diese beinhalten detaillierte Streckenführungen und sind neben einem Kompass das A und O für eine sichere Fahrradreise im spannenden Outback. Hier kann man die hilfreichen Helfer bestellen.

Zusätzlich sollte man im Vorfeld auch der Munda Biddi Trail Facebook-Gruppe beitreten. Hier teilen viele Fahrradfahrer ihre Erfahrungen und posten beeindruckende Bilder. Streckenänderungen können aufgrund von Waldbränden spontan notwendig sein. Darum sollte man sich hier regelmäßig schlau machen. Diese digitalen Formen der Routenplanung dienen allerdings nur als ergänzende Maßnahme und stellen keinen Ersatz für die oben erwähnten Broschüren in Papierform dar. Sich nur auf Geräte und Batterien zu verlassen, wäre ein großer Fehler. Denn diese können schließlich jederzeit den Geist aufgeben.

Vorsicht vor…

… falschen Wegzeichen. Der Trail ist gut beschildert, um Radlern zu helfen sich nicht zu verfahren. Allerdings sollte man nur den Wegzeichen mit dem Munda Biddi Trail Logo folgen, denn sonst landet man schnell auf anderen Radwegen.

… giftigen Tieren. Australiens Natur ist das Zuhause vieler beeindruckender Tiere. Leider sind einige von ihnen hochgiftig. Darum sollte man wachsam die Augen aufhalten und sich im Vorfeld gut informieren.

… Baumwurzeln und anderen Hindernissen. Zu einem richtigen Fahrrad-Abenteuer in der Wildnis Australiens gehören nun mal keine asphaltieren Straßen. Das bedeutet, dass dicke Baumwurzeln, umgestürzte Bäume und andere Dinge den Weg behindern können. Das Risiko zu stürzen ist groß, wenn man hier nicht richtig aufpasst.

… unsauberem Wasser. Auf der Route gibt es rustikale Schlafhütten samt Wassertanks. Allerdings sollte man das Wasser vorher abkochen oder sterilisieren.

… kalten Nächten. Trotz der heißen Temperaturen kann es nachts ganz schön kühl werden. Warme Kleidung für die Nacht sollte also auf keinen Fall fehlen.

… 1080. Bei 1080 handelt es sich um ein Pestizid, das eingesetzt wird, damit Füchse und wilde Hunde nicht das Trinkwasser kontaminieren, das sich in sogenannten Water Catchments ansammelt. Da dieses Pestizid im Gelände des Munda Biddi Trail zum Einsatz kommt, dürfen Hunde keinesfalls mit auf diese Fahrradreise – es droht Vergiftungsgefahr für die wuscheligen Vierbeiner.

Das ist die beste Jahreszeit

Aufgrund der Hitze und der Waldbrände sollte man den Munda Biddi Trail zwischen Dezember und März meiden. Denn anders als in Deutschland ist in Australien zu dieser Zeit Sommer und nicht Winter. Am besten eignen sich die Monate von April bis November. Aber selbst dann ist man gut beraten, sich regelmäßig über die aktuelle Wetterlage zu informieren.

Die Highlights auf der Strecke

Valley of the Giants: Der Munda Biddi Trail führt Radler durch das Valley of the Giants. Hier kann man die beindruckenden Baumriesen mit dem Namen „Eucalyptus Jacksonii“ bewundern. Yeagarup Dunes In der Nähe des kleinen Ortes Pemberton befinden sich die spektakulären

Yeagarup Dunes: Um diese zu sehen muss man den Munda Biddi Trail in Pemberton verlassen. Die beste Art die Dünen zu erkunden ist im Geländewagen. Am besten macht man hier eine 4WD-Tour mit Guide.

Verschlafene Ortschaften & lokaler Wein: Während dieser Fahrradreise kommt man an zauberhaften kleinen Ortschaften vorbei. Das ist australischer Kleinstadtcharme vom Feinsten. Wein und Oliven werden hier ebenfalls angebaut. Diese lokalen Köstlichkeiten sollten unbedingt probiert werden (sofern man sich im Anschluss nicht direkt in den Sattel schwingt).

Kängurus: Auf dem Munda Biddi Trail begegnet man Australiens berühmtestem Tier – dem Känguru. Mehr Abenteuer geht nicht!

Hier noch ein Video der spektakulären Route:

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