Fahrrad trifft Baltikum Litauen – Geheimtipp für Radurlauber

Von Catherine Braumeister 

Bereits Thomas Mann wusste um die Schönheit Litauens und verbrachte seinen Sommerurlaub gerne im zauberhaften Strandörtchen Nida. Uns zieht es heute ebenfalls dort hin, denn Litauen ist der perfekte Geheimtipp für eine gelungene Fahrradreise.

So schön ist die faszinierende Sandwüste der Kurischen Nehrung. Auch wenn man es hier nicht sieht, der berühmte Ostseeküsten-Radweg führt mitten hindurch.  Foto: Pixabay 8 Bilder
So schön ist die faszinierende Sandwüste der Kurischen Nehrung. Auch wenn man es hier nicht sieht, der berühmte Ostseeküsten-Radweg führt mitten hindurch. Foto: Pixabay

Ganz oben auf der Liste für ein Radabenteuer in Litauen steht die sogenannte Kurische Nehrung. Sie wird auch die Sahara des Nordens genannt und ist einer der Gründe, warum eine Radtour durch Litauen zu den absoluten Highlights im Leben eines Radlers zählt.

Die knapp 100 Kilometer lange Halbinsel liegt in der Ostsee und ist für seine faszinierenden Sandwüsten und Kiefernwälder bekannt. Die obere Hälfte der Kurischen Nehrung gehört zu Litauen, während die untere Hälfte zu Russland zählt. Die sandigen Weiten dieser einzigartigen Landschaft lassen sich bequem per Fahrrad erkunden und sollten auf einer Radreise durch Litauen auf keinen Fall ausgelassen werden. Die Wegbeschaffenheit ist meist gut, was dem Ostsee-Radweg geschuldet ist, der mitten durch die Kurische Nehrung führt.

Die berühmte Halbinsel gehört seit 18 Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe und hat neben Wüsten und Wäldern noch einen sagenumwobenen Berg zu bieten: den Hexenberg. Oben angekommen wartet ein atemberaubender Blick auf die Ostsee und das Kurische Haff. Große handgeschnitzte Märchenfiguren säumen den Weg des Berges und sorgen für mystische Momente.

Wasserlandschaft mit Charme

Eine Radtour durch Litauens Nemunas Delta gehört ebenfalls auf die Bucket List naturverbundener Fahrradfans. Hier lernt man den echten ländlichen Charme Litauens kennen. Der Nemunas ist Litauens größter Fluss und schlängelt sich gemütlich durchs Land bis er schließlich beim Nemunas Delta in die Ostsee fließt. Etliche Verästelungen des Flusses verwandeln das berühmte Flussdelta in eine einzigartige Wasserlandschaft umgeben von grünen Auen, gemütlichen Holzhäuschen, Rehen und wolligen Schäfchen. Hier kommt man richtig zur Ruhe und vergisst den hektischen Stress des Alltagslebens. Wasserratten kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten, denn vielerorts gibt es ein üppiges Wassersportangebot.

Wer weder für Wassersport noch für regulären Sport zu begeistern ist, wird sich freuen zu hören, dass eine Radtour durch das Nemunas Delta auch was für überzeugte Sportmuffel ist. Denn hier radelt es sich dank Flachland ausgesprochen gemütlich.

Majestätische Seenlandschaften im Landesinneren

Natur pur gibt es aber nicht nur an der Kurischen Nehrung oder am Nemunas Delta sondern auch in Litauens ältestem Nationalpark – dem Aukstaitija Nationalpark. Auch hier hat man jede Menge Ruhe und muss sich nicht mit überfüllten Radwegen oder Spazierwegen rumschlagen. 40.500 Hektar umfasst der berühmte Nationalpark, in dem sich Fahrradfahrern eine Seenlandschaft zum dahinschmelzen bietet. 15 Prozent der Parkfläche besteht aus glitzernden, tiefblauen Seen. In so einer Bilderbuchkulisse macht das Radeln also doppelt Spaß.

Neben funkelnden Seen, Blaubeersträuchern und duftenden Wäldern laden kleine Dörfchen samt alten Holzhäusern und Steinbrunnen Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit ein. Auch die alte Baumkuchenfabrik des Nationalparks zählt zu den Must-Sees auf dieser Radreise. Abenteuerlustige werden hier ebenfalls nicht enttäuscht. Wölfe, Luxe, Elche, und Wildschweine sorgen bei dieser Radtour für Abenteuerstimmung.

Wie bei der Kurischen Nehrung wartet auch hier ein mystischer Berg auf die Besucher des Nationalparks. Der Ladakalnis Hügel ist eine ehemalige heidnische Opferstelle für die Göttin Lada. Von dem sagenumwobenen Hügel hat man einen großartigen Blick auf die wunderschöne Seenlandschaft des Nationalparks und seine Wälder.

Palanga – Litauens Badeparadies

Wer genug vom Fahrradfahren hat und seinen müden Radlerbeinen eine Pause gönnen will, tut das am besten in Palanga. Der traumhafte Badeort an der Ostsee ist nur einige Kilometer von der Kurischen Nehrung entfernt und ist perfekt gelegen, um ein paar Tage auszuspannen nachdem man die Sahara des Nordens im Sattel erkundet hat. Gemütliche Holzhäuser, die an Skandinavien und Kanada erinnern, herrlich duftende Kiefernwälder und traumhafte weiße Sandstrände sorgen für Urlaubsstimmung vom Feinsten. Und das zu einem sagenhaft günstigen Preis.

Damit steht fest: Litauen hat einfach alles was das schwäbische Radlerherz begehrt. Wunderschöne Natur wohin das Auge reicht und ein Preisleistungsverhältnis das einfach nicht zu schlagen ist. Wer nun neugierig geworden ist und sehen will, wie es in Litauens Badeparadies Palanga aussieht, kann das in diesem Video tun:

Wann kann das Abenteuer beginnen?

Die ideale Jahreszeit für einen Fahrradurlaub in Litauen ist zwischen Juni und Mitte September. Genau das Richtige für die Sommerferien. Bleibt also nur noch zu sagen: Ab ans Baltikum!

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