Fahrraddiebstähle in Stuttgart So machen Sie Pedelec-Dieben das Leben schwer

In Stuttgart treiben Fahrraddiebe ihr Unwesen. (Symbolbild) Foto: imago images/localpic/Rainer Droese
In Stuttgart treiben Fahrraddiebe ihr Unwesen. (Symbolbild) Foto: imago images/localpic/Rainer Droese

In den vergangenen Monaten wurden im Stuttgarter Stadtgebiet etliche Pedelecs gestohlen. Die Polizei erklärt, wie man sein Fahrrad am besten schützen kann und was über die Täter bekannt ist.

Digital Unit: Matthias Kapaun (kap)

Stuttgart - Immer wieder haben es Einbrecher in Stuttgart auf Pedelecs abgesehen. Während bereits im Sommer um die 70 Pedelecs im Stadtgebiet als gestohlen gemeldet worden waren, reißt die Diebstahlserie auch in der kalten Jahreszeit nicht ab. So schlugen unbekannte Diebe Ende November in Bad Cannstatt des Öfteren zu und konnten dabei mehrere dieser elektrischen Fahrräder stehlen. Bei den Diebstählen gehen die Täter oft in ähnlicher Weise vor. Die Polizei liefert nun Tipps, wie man sein Pedelec schützen kann.

In vielen Fällen – so auch bei den Diebstählen in Bad Cannstatt – schlagen die Täter in einem Mehrfamilienhaus zu. „Die Diebe nutzen dabei die Anonymität eines solchen Ortes“, erklärt Polizeisprecherin Ilona Bonn, „außerdem ist es recht einfach, ins Innere des Gebäudes hineinzukommen, ohne groß aufzufallen“.

Akku mitnehmen

Im Keller erwartet die Täter dann zumeist eine wahre Fundgrube an potenziellem Diebesgut, denn viele Bewohner wähnen ihr Rad im Keller sicher und verzichten demzufolge auf eine entsprechende Diebstahlsicherung. „Der Besitzer sollte sein Fahrrad unbedingt mit einem zertifizierten Schloss sichern, wenn möglich an einem Boden- oder Wandanker“, rät die Polizeisprecherin, „noch besser ist es natürlich, wenn das Pedelec zusätzlich in einem abschließbaren Kellerabteil steht oder das Rad gemeinsam mit weiteren Fahrrädern zusammengeschlossen ist“. Außerdem sei es ratsam, den Akku zu entfernen und diesen mit in die Wohnung zu nehmen – laut einem Sprecher der Stuttgarter Feuerwehr sei dies unbedenklich, wenn der Akku in technisch einwandfreiem Zustand ist. „Wir raten aufgrund von Überhitzungs- oder Explosionsgefahr allerdings davon ab, den Akku in der Wohnung zu laden“, so der Feuerwehr-Sprecher.

Die genannten Maßnahmen könnten einen Diebstahl zwar nicht gänzlich verhindern, den Tätern allerdings ihre „Arbeit“ erschweren, sodass diese im günstigsten Fall einfach aufgeben.

Besitzer sollte Rahmennummer seines Bikes kennen

Gelingt ein Diebstahl dann doch, sollte der Besitzer unbedingt die Rahmennummer an seinem Pedelec kennen und sie sofort der Polizei mitteilen, damit diese – falls das Rad wieder auftaucht – es dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen kann. Wo man die Rahmennummer findet, kommt auf den Hersteller des Bikes an. Üblicherweise findet man die Nummer an folgenden Plätzen: unter dem Tretlager, an den Seiten des hinteren Rahmenrohrs, an der Sattelstütze des Rahmens, an den Seiten der vorderen Rahmenrohre, an der hinteren Radaufhängung oder der hinteren Radgabel.

Gar nicht mal so selten kommt es vor, dass ein Täter das Diebesgut im Internet anbietet – in einem Fall vom Sommer 2020 hat die Besitzerin ihr gestohlenes Bike auf einer Verkaufsplattform wiedererkannt und den mutmaßlichen Dieben eine Falle gestellt.

Wohl Einzeltäter am Werk

Gerade wenn ein Pedelec im Internet als Privatverkauf angeboten wird, sollten auch potenzielle Käufer aufpassen. „Wird Ihnen etwa ein Pedelec zu einem unschlagbar günstigen Preis angeboten, sollten Sie vorsichtig sein“, empfiehlt Ilona Bonn, „denn dabei könnte es sich durchaus um ein gestohlenes Rad handeln“.

Und gibt es Erkenntnisse zu den Dieben, die im Stuttgarter Stadtgebiet ihr Unwesen treiben? „Unsere Ermittler gehen davon aus, dass es sich nicht um strukturierte Banden handelt, wie es zum Beispiel häufig bei Autodiebstählen vorkommt“, sagt die Polizeisprecherin, „wir gehen von Einzeltätern aus, die auf das schnelle Geld aus sind“. Dabei habe man auch schon den einen oder anderen Ermittlungserfolg erzielen können.




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