Fahrverbot in Leonberg Große Lkw müssen wohl bald draußen bleiben

Lkw müssen in Leonberg vielleicht bald draußen bleiben. Foto: dpa
Lkw müssen in Leonberg vielleicht bald draußen bleiben. Foto: dpa

Lastwagen über 3,5 Tonnen, die kein Unternehmen beliefern, müssen ab 1.Dezember wohl draußen bleiben: Leonberg dehnt das Durchfahrverbot aus.  

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
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Leonberg - Lastwagen, die schwerer als 3,5 Tonnen sind und nicht Unternehmen in Leonberg (Kreis Böblingen) beliefern, dürfen vom 1. Dezember an nicht mehr durch die Stadt fahren. Das sieht der Luftreinhalteplan für Leonberg vor, den das Regierungspräsidium Stuttgart nun fortschreibt und der in das benachbarte Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) "hineinwirke", wie es offiziell heißt. Damit werden künftig die Beschränkungen ausgedehnt, die zu weniger Luftschadstoffen in der Umweltzone Leonberg führen sollen.

Das Durchfahrverbot gilt künftig für die Kernstadt Leonbergs sowie für die beiden Teilorte Gebersheim und Höfingen, nicht jedoch für Warmbronn. Dieser Teilort gehört seit ihrer Einrichtung am 1. März 2008 nicht zur Umweltzone Leonberg, weil dort die Schadstoffbelastung zu gering ist und sich auch der Lastwagenverkehr in Grenzen hält.

Nicht zur Umweltzone gehören auch der Stadtteil Silberberg, und die Südrandstraße. Das hat in Leonberg bereits von Anfang zu Unverständnis und einer Ablehnung der Umweltzone geführt. Zumal Feinstaubmessungen, wie am Tag des Pferdemarktes 2009, als die Grabenstraße für den Verkehr gesperrt war, gezeigt haben, dass die Werte trotzdem überschritten werden. Dabei spielen allerdings die Wetterlage und die Nähe zu gleich zwei Autobahnen, über die sich täglich die Lastwagenkolonnen wälzen, eine zentrale Rolle.

Die Stuttgarter sind zufrieden

Man akzeptiere die Entscheidung des Regierungspräsidiums Stuttgart (RP), sagte gestern Guido Braun, der Sprecher des benachbarten Ditzingen, wo man sich den Luftreinhalteplan Leonberg etwas anders gewünscht hatte. Zwar sind in die Verbotszone der Ditzinger Ortsteil Hirschlanden sowie weite Teile der Kernstadt einbezogen. Davon ausgenommen ist jedoch die Strecke von der Autobahn 81 über die Weilimdorfer und Siemensstraße zur Ditzinger Westrandstraße. Lastwagenfahrer können somit das Gerlinger Gewerbegebiet weiterhin auf direktem Weg über die Ditzinger Siemensstraße anfahren. Die Ditzinger hätten den Transitverkehr von der A-81-Anschlussstelle Feuerbach nach Gerlingen gerne über die Stuttgarter Gemarkung gelenkt, und zwar über die Stadtteile Hausen und Giebel.

Eine der Bedingungen, unter denen der Ditzinger Gemeinderat im Juni dem Durchfahrverbot für Leonberg zugestimmt hatte, hat das RP demnach nicht erfüllt. Die zweite war der rasche Bau einer Umfahrung des Teilorts Heimerdingen gewesen. Darauf konzentrieren sich die Ditzinger jetzt, die für das Vorhaben mit großen Zuschüssen von Land und Kreis rechnen. "Wir gehen davon aus, dass die Umfahrung in der Priorität hoch bewertet wird", sagte Braun und verwies auf den engen Zeitrahmen für den Bau der neun Millionen Euro teuren Straße. Sie soll bis zum Jahr 2015 gebaut sein. Braun: "Wir haben keine Bedenken, dass sich daran etwas ändert."




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