Fairer Handel in Köngen Der Weltladen sammelt Silberschmuck

Ev-Marie Lenk und Gerlinde Maier-Lamparter im Weltladen. Foto: Ines Rudel

Mit einer Sammelaktion für Silberschmuck hilft der Köngener Weltladen Silberschmieden in Mexiko. Am 30. Juni steht zudem ein Vortrag über den Anbau von Palmöl auf dem Plan.

Köngen - Der Weltladen in der Köngener Fußgängerzone verkauft nicht nur Silberschmuck. Nun beteiligt sich das ehrenamtliche Team auch an der Altsilber-Sammlung eines Lieferanten. „Daraus wird dann in Mexiko neuer Schmuck hergestellt“, bringt Gerlinde Maier-Lamparter das Prinzip auf den Punkt. Das ist nicht das einzige neue Projekt. Außerdem plant der Laden einen Vortrag. Am Mittwoch, 30. Juni, um 19 Uhr, referiert die Geografin Birgit Hoinle über Palmöl und die Folgen der Produktion für die Umwelt.

 

„Uns ist es wichtig, die Verbraucherinnen und Verbraucher darüber zu informieren, woher die Produkte kommen, die wir verkaufen“, sagt Ev-Marie Lenk. Wenn sie in dem Laden in der Hirschstraße arbeitet, beantwortet sie Fragen zu den Produkten. Die Kundschaft aufzuklären und zu informieren über die Situation der Produzenten in den Entwicklungsländern, das ist auch Gerlinde Maier-Lamparter wichtig. Als Bildungsreferentin für Weltläden ist die Köngenerin bestens vernetzt.

Silberpreis ist rasant gestiegen

Nun werben Lenk und Maier-Lamparter für die Silberschmuck-Aktion. Ketten, Anhänger und Ohrringe aus der Produktion des Fairhandelsunternehmens Pakilia verkaufen sie bereits jetzt im Laden. Die Schmuckstücke präsentiert das Team in einer großen Vitrine. „Wir hoffen, dass unsere Kundschaft mal in den Schubladen stöbert und schaut, ob es nicht alte Schmuckstücke gibt, die man lieber aussortieren würde“, sagt Ev-Marie Lenk. Was nicht mehr gebraucht wird, sammelt der Weltladen und leitet es an die Produzenten weiter. „Hintergrund sind die in Mexiko um mehr als 80 Prozent gestiegenen Preise für den Rohstoff Silber“, sagt Maier-Lamparter. Dies bedeute für die Silberschmiede eine zusätzliche finanzielle Belastung und ein höheres Risiko, wenn der Schmuck nicht sicher verkauft werden kann. „Auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundene ausbleibende Tourismus beeinflussen den Absatz und damit die finanzielle Situation der Kunsthandwerker“, sagt die Köngenerin. Die Wirtschaftskrise im eigenen Land verschärfe deren Situation zusätzlich.

Das Fairhandelsunternehmen Pakilia rief daher die „Aktion Altsilber“ ins Leben. Die mit Pakilia unter Vertrag stehenden Silberschmiede stellen aus dem recycelten Silber unter fairen Bedingungen neue Schmuckstücke her. Damit schließt sich der Rohstoffkreislauf.

Hilfe für Schmiedefamilien

Was wird gesammelt? „Schmuckstücke wie Ringe, Armbänder, Ketten, Anhänger und Ohrschmuck aus Sterling- oder Feinsilber, die auch Natursteine enthalten dürfen, werden angenommen“, fasst Maier-Lamparter zusammen. Versilberte Teile nimmt der Weltladen aber nicht an. Die Altsilber-Sammelaktion ist Teil der Unterstützung der mexikanischen Silberschmiedefamilien in Taxco. Auch der Inhalt der Spendenkasse 2021 geht an das Fairhandelsunternehmen.

Mit dem Vortrag „Palmöl – tropisches Wunder oder Wahnsinn?“ möchte der Weltladen gemeinsam mit der Steuerungsgruppe Fair Trade Town die Kundschaft für ein ökologisches und soziales Problem sensibilisieren. Die Wissenschaftlerin Birgit Hoinle informiert in Köngen über die Folgen des Anbaus von Palmöl. Am Beispiel Kolumbiens veranschaulicht die Referentin anhand von lokalen Quellen und Filmausschnitten, was die Ausbreitung von Palmöl-Monokulturen für Mensch und Umwelt in Ländern des Globalen Südens bedeutet.

Der Vortrag „Palmöl - tropisches Wunder oder Wahnsinn?“ findet am Mittwoch, 30. Juni, 19 Uhr, in der Köngener Zehntscheuer statt. Der Eintritt ist frei. Der Besuch ist nach der 3 G-Regel möglich: genesen – geimpft – getestet.

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