Fake News in der Corona-Krise Bürger durch Falschmeldungen beunruhigt

Von red/AFP 

Desinformationen verbreiten sich immer rasanter und verunsichern die Mediennutzer. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Viele Menschen glauben, Covid-19 wäre in einem chinesischen Labor gezüchtet worden, obwohl es dafür bislang keine Beweise gibt Foto: Imago/Christian Ohde
Viele Menschen glauben, Covid-19 wäre in einem chinesischen Labor gezüchtet worden, obwohl es dafür bislang keine Beweise gibt Foto: Imago/Christian Ohde

Stuttgart - Die Mehrheit der Bürger ist einer Studie zufolge wegen der Zunahme von Falschmeldungen in der Corona-Krise besorgt. „Noch nie zuvor haben sich Desinformationen so schnell und flächendeckend verbreitet und hartnäckig festgesetzt“, lautet das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, welche die Friedrich-Naumann-Stiftung in sieben Ländern in Auftrag gegeben hatte.

So glauben 44 Prozent der Befragten, die Medien würden auf Druck der Regierung Tatsachen über das Coronavirus verschweigen. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der FDP-nahen Stiftung rund 7300 Menschen zu ihrer Mediennutzung und zu Falschmeldungen während der Corona-Pandemie. Die Teilnehmer stammten aus Deutschland, den USA, aus Mexiko, Südafrika, den Philippinen sowie Indien und Jordanien.

Nährboden für Verschwörungstheorien

74 Prozent der Befragten empfinden der Umfrage zufolge die Zunahme von bewussten Falschmeldungen in der Corona-Krise als beunruhigend. Das Vertrauen in die Medien sei offenbar tief erschüttert, hieß es weiter. 54 Prozent empfinden es demnach als schwierig, zwischen Nachrichten und bewussten Falschmeldungen zu unterscheiden.

Dies sei „ein gefährlicher Nährboden für Verschwörungstheorien und Falschmeldungen“, etwa zur Herkunft des Virus, erklärte die Stiftung. So ist rund ein Viertel aller deutschen Befragten der Meinung, das Coronavirus sei in einem chinesischen Labor gezüchtet worden. In Indien sind sogar 79 Prozent der Menschen davon überzeugt, in den USA rund 44 Prozent.

Die Studie zeichne „ein düsteres Bild“, lautet das Fazit der Stiftung. „Lügen leben länger. Und nehmen direkten Einfluss auf unsere politischen Entscheidungen. Eine Realität, für die wir als Demokratie gewappnet sein müssen.“




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