Fake-Profil von Stefan Belz Neuer Fall von Identitätsklau trifft Böblinger OB

Ein Fake-Profil von Böblingens OB Belz lädt in eine „Premium-WhatsApp-Gruppe“ ein. Foto: Stefanie Schlecht

Schon wieder ein prominenter Fall von Identitätsdiebstahl: Diesmal lädt Böblingens Oberbürgermeister vermeintlich in eine „Premium-WhatsApp-Gruppe“ ein.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Achtung, Fake-Profil! Nach Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos und Sindelfingens neuem Oberbürgermeister Markus Kleemann hat die Betrugsmasche mit geklauten Promi-Identitäten jetzt auch Stefan Belz erwischt. Böblingens Stadtoberhaupt warnt derzeit vor einem Fake-Profil, das unter seinem Namen und mit seinem Konterfei zum Beitritt in eine „Premium-WhatsApp-Gruppe“ einlädt.

 

„So ein Quatsch!“, schreibt Stefan Belz in einem am Montag veröffentlichten Post auf seiner Instagram-Seite. „Ich würde niemals zu einer ,Premium-WhatsApp-Gruppe’ einladen“, betont er und fordert seine Follower auf, das falsche Profil gerne zu melden. Wer genau hinschaut, kann die Fälschung an einem kleinen Detail erkennen: Der richtige Profilname lautet nämlich ob_stefanbelz, beim Fake-Profil steht ein Punkt hinter dem Unterstrich (ob_.stefanbelz).

Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz erstattet Anzeige

Der Grünen-OB habe beim Meta-Konzern, zu dem unter anderem Instagram und WhatsApp gehören, umgehend einen Antrag auf Löschung des Fake-Profils beantragt. Mittlerweile haben laut den Kommentaren unter dem Beitrag auch bereits mehrere seiner Abonnenten das betrügerische Konto gemeldet. Da die Fälschung aber noch immer durchs Netz geistert, hat der Original-Oberbürgermeister nun angekündigt, dass er bei der Polizei Anzeige erstatten werde. Zudem weist er in einem weiteren Story-Post mit blinkend-animierten Pfeilen deutlich auf die Betrugsmasche hin.

Erst im August, nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt, war Sindelfingens neuer Oberbürgermeister Markus Kleemann unfreiwillig und unwissentlich zum vermeintlichen Akteur in einem solchen Betrugsfall geworden. Ein Rentner aus Nordrhein-Westfalen war auf einen vermeintlichen Anlegetipp hereingefallen und dadurch um 27 000 Euro erleichtert worden. Der angebliche Finanzberater nannte sich Mark Kleemann und verwendete in seinem WhatsApp-Account ein Foto des Sindelfinger CDU-Oberbürgermeisters, gekleidet in einen blauen Anzug mit blauer Krawatte und der bekannten schwarzen Brille.

Auch die Rathauschefs von Sindelfingen und Holzgerlingen sind betroffen

Kleemann hatte sofort Anzeige erstattet und sein Bedauern über den Vorfall geäußert.„Ich finde den Vorfall sehr schlimm für die Betroffenen und es tut mir sehr leid, wenn dadurch gegebenenfalls sogar ein hoher Schaden entstanden ist. Solche Fake-Profile sind leider kein Einzelfall und betreffen viele öffentliche Personen“, hatte der 41-Jährige gesagt und zugleich betont, dass er „niemals Geldanlagen oder ähnliche Angebote“ machen werde.

Gut einen Monat zuvor, Anfang Juli, musste bereits Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos (parteilos) nach einem ähnlichen Fall ein deutliches Dementi auf seinen Social-Media-Seiten veröffentlichen. Ein Fake-Profil mit dem Bild von Holzgerlingens Rathauschef hatte dafür geworben, in Bitcoins zu investieren. Delakos reagierte mit Humor: „Ich kann Euch versichern, dass ich Euch nichts verkaufen möchte und Euch auch sonst keine Investitions-, Partnerwahl- oder Lebensstilempfehlungen gebe“, postete er.

„Dass Daten von Prominenten für Anlagebetrügereien genutzt werden, ist nicht grundsätzlich neu“, sagt Polizeipressesprecher Steffen Grabenstein. Gerade bei Immobilien- oder Fahrzeuggeschäften werde beispielsweise immer wieder fremdes Bildmaterial verwendet, um bei möglichen Opfern Vertrauen zu erwecken. Im Dienstbereich des auch für den Kreis Böblingen zuständigen Polizeipräsidiums Ludwigsburg habe es laut Grabenstein allerdings in den letzten Jahren keine solchen Fälle gegeben. Nun waren es gleich drei innerhalb von drei Monaten.

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