Faktencheck der ersten Rede Schein und Sein bei Donald Trump

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Im Faktencheck zeigt sich, dass der neue US-Präsident Donald Trump auch in seiner Antrittsrede zu Übertreibungen und Verdrehung von Tatsachen neigte.

US-Präsident Donald Trump ist am Freitag in sein Amt einführt worden. Foto: AFP
US-Präsident Donald Trump ist am Freitag in sein Amt einführt worden. Foto: AFP

Washington - Die Nachrichtenagentur AP hat die Aussagen von Donald Trump in seiner Antrittsrede auf den Wahrheitsgehalt überprüft. Den Tenor seines Wahlkampfes habe Trump beibehalten, heißt es. Im folgenden ein Faktencheck zu Trumps wichtigsten Sätzen:

Trump zur Wirtschaft: „Die Jobs sind weg, die Fabriken geschlossen...der Reichtum, Stärke und Zuversicht unseres Landes sind hinter dem Horizont verschwunden.“

Fakten: Die Zahl der Arbeitsplätze steigt in den USA seit 75 Monaten in Folge – ein Rekord. Die Erwerbslosenrate in den USA betrug im Dezember 4,7 Prozent und näherte sich damit einem Neun-Jahres-Tief. Damit bewegt sie sich auch nahe einem Wert, der Ökonomen zufolge für Vollbeschäftigung steht. Von Juli bis September legte die amerikanische Wirtschaft im Jahresdurchschnitt um 3,5 Prozent zu - und damit so schnell wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die US-Notenbank ist sich der Widerstandsfähigkeit der Konjunktur so sicher, dass sie im Dezember den Leitzins anhob - erst zum zweiten Mal in einem Jahrzehnt.

Dennoch ist Trumps Wort von den „verrotteten Fabriken, die wie Grabsteine über die Landschaft unserer Nation verstreut“ seien, für etliche Gemeinden in den USA Realität. Dort mussten sich Industrien tatsächlich der Niedrig-Lohn-Konkurrenz aus China und Mexiko beugen. Und die Arbeitslosenquote ist auch deshalb so niedrig, weil viele Amerikaner die Jobsuche eingestellt und damit in Statistiken nicht länger als erwerbslos auftauchen. Das Lohnwachstum dümpelt überdies seit dem Ende der Finanzkrise Mitte 2009 dahin. Allerdings zwingen sinkende Arbeitslosigkeit und stetiges Beschäftigungswachstum die Unternehmen allmählich dazu, höhere Gehälter anzubieten, um neues Personal anzulocken.

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Im Jahr 2015 kletterte das Einkommen in einem typischen US-Haushalt um 5,2 Prozent auf inflationsbereinigte 56 516 Dollar (rund 52 973 Euro) - das höchste jährliche Wachstum seit fast 50 Jahrzehnten, wie das US-Zensusbüro vorrechnet. Der Durchschnittsstundenlohn stieg im vergangenen Jahr so stark wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr.