Falken in Fellbach Tower-Falken begeistern das Publikum

Von Michael Eick 

Bei einer Führung des Naturschutzbunds Fellbach zu den Wanderfalken am Schwabenlandtower können die Teilnehmer die eleganten Vögel in Aktion bewundern – und deren Paarung miterleben. Die Windturbinen-Pläne am Hochhaus sieht der Nabu mit Sorge.

Mit einem Flugtempo von bis zu 320 sind sie  die schnellsten Tiere des Planeten: Die Wanderfalken fühlen sich sichtlich wohl am Schwabenlandtower. Foto: Michael Eick
Mit einem Flugtempo von bis zu 320 sind sie die schnellsten Tiere des Planeten: Die Wanderfalken fühlen sich sichtlich wohl am Schwabenlandtower. Foto: Michael Eick

Fellbach - Sie sind die Stars den Tages: Die beiden Wanderfalken, die sich am Schwabenlandtower eingenistet haben, lockten am frühen Morgen bei eisigen Temperaturen mehr als 20 Interessierte zu einer Beobachtungsstunde mit dem Fellbacher Naturschutzbund (Nabu).

Offenbar hat die Nabu-Beobachtergruppe nicht nur einen Volltreffer gelandet

Die Falkenfans wurden nicht enttäuscht. Unter der Leitung von Bärbel Winkler und Friedemann Tewald konnte eine begeisterte Schar am 107 Meter hohen Fellbacher Hochhaus nicht nur einige spektakuläre Flugszenen mitverfolgen, sondern als gewissen „Höhepunkt“ des Ganzen die Paarung der Falken – ganz hoch droben auf dem Tower. Den Wanderfalken schien es nichts auszumachen, dass sie in diesem ganz intimen Moment von unten beobachtet wurden – von vielen neugierigen Augenpaaren und mit fernoptischer Unterstützung.

„Man kommt sich manchmal ein bisschen wie ein Spanner vor“, sagt Herbert Kugel mit einem Schmunzeln. Er wirft regelmäßig einen Blick durchs Fernrohr und schaut, wann bei den beiden Vögel die spannende Zeit losgeht. Offenbar hat die Nabu-Beobachtergruppe nicht nur einen Volltreffer gelandet, sondern bereits drei. So oft nämlich zeigten Falco und Perenelle, wie die beiden Falken getauft wurden, dass sie es auch dieses Jahr wieder ernst meinen mit dem Thema Nachwuchs. „Zum Glück sind die Falken da ganz ungeniert“, meint auch Friedemann Tewald.

Etwas mit Sorge blickt man beim Nabu denn auch auf die Pläne der CG Group, Windturbinen an der Dachkante anzubringen

Er hat im vergangenen Jahr die Falken-Webcam für den Nabu eingerichtet. Auf der dazugehörigen Internetseite verzeichneten die Falkenfreunde gut 50 000 Besuche. Auch in diesem Jahr geht die viel besuchte Seite wieder an der Start, die ersten Livebilder sind bereits zu sehen. Das Falkenpärchen hat mehrfach den Nistkasten auf dem Dach des Towers inspiziert und wieder eine kleine Nestkuhle gegraben. Die beiden stehen also in den Startlöchern für ihre dritte Brut auf dem Wohnturm, dessen einzige offizielle Bewohner sie nach wie vor sind. Bärbel Winkler ist schon gespannt darauf, wie die diesjährige Saison ablaufen wird: „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten zwei bis drei Wochen das erste Ei gelegt wird.“ Nach dem sehr milden Winter könnte es also durchaus ein paar Tage früher losgehen als vergangenes Jahr, als das erste Ei am ersten März gelegt wurde.

Etwas mit Sorge blickt man beim Nabu denn auch auf die Pläne der CG Group, Windturbinen an der Dachkante anzubringen. Nachdem die bisher noch nicht installiert sind, sollte das nun besser auf die Zeit nach dem Ausfliegen der Jungvögel verschoben werden, hört man von den Vogelexperten.

Webcam

Auch in diesem Jahr kann man den „Tower-Falken“ bei ihren Aktivitäten zuschauen. Auf der eigens eingerichteten Internetseite www.falcommunity.de gibt es rund um die Uhr einen Livestream von zwei Kameras. Eine weitere Führung zu den Falken wird im Mai angeboten, wenn der erhoffte Nachwuchs geschlüpft ist und das Fliegen erlernt. Mehr Information dazu beim Nabu Fellbach.