Falkstock in Kirchheim/Teck Ein Festival für einen toten Freund

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Jahr für Jahr lassen Freunde den verstorbenen Musiker Falko Rupprecht aufleben. Das ihm gewidmete Musikfest Falkstock auf dem Dach des Clubs Bastion lockt Hunderte Besucher an. Diesen Samstag findet es zum zehnten Mal statt.

Bei dem lockeren Musikfest Falkstock kommen Freunde des Verstorbenen und andere Gäste zusammen. Foto: Jan Blankenhorn 7 Bilder
Bei dem lockeren Musikfest Falkstock kommen Freunde des Verstorbenen und andere Gäste zusammen. Foto: Jan Blankenhorn

Kirchheim/Teck - Seit 2009 verwandelt eine Gruppe von Freunden jeden Sommer das Dach des Clubs Bastion in Kirchheim für einen Tag in einen Festplatz. Vom Nachmittag an spielen Bands, es gibt Gegrilltes, Getränke und rund 600 Gäste feiern bis in die Nacht hinein.

Ein Team aus Freunden und freiwilligen Helfern organisiert das Mini-Festival Falkstock in Gedenken an den am 14. Juli 2007 verstorbenen Falko Rupprecht. „Falko starb damals völlig überraschend an akuter Leukämie. Anstatt rumzusitzen und zu trauern, haben wir uns nach seinem Tod dafür entschieden, befreundete Bands für ein Konzert in Gedenken an ihn zusammenzubringen“, sagt Jan Blankenhorn. Er ist einer der acht Organisatoren des Mini-Festivals. Zusammen mit Claudio Porcaro, Daniel Schumann, Simon Lukas, Anja Maier, Julia Blankenhorn, Arthur Schippert und Sophia Porcaro stellt er das Falk­stock seit 2008 auf die Beine.

Blankenhorn und Rupprecht spielten bis 2007 in der Kirchheimer Band Donnerstagabend. Rupprecht war der Sänger der Blues-, Ska- und und Folk-Gruppe. „Weil wir gemeinsam eine Band hatten und Musik uns alle vereinte, lag ein Konzert in Gedenken an Falko auf der Hand. Dass daraus einmal eine größere Sache wird, hätten wir nicht gedacht“, sagt Blankenhorn. Die erste Ausgabe fand 2008 im Jugendhaus Linde statt, auch weil die Band dort damals probte und Auftritte hatte. Seit 2009 ist das Falkstock auf der Bastion beherbergt. „Der Club Bastion unterstützt uns jedes Jahr sehr, ohne deren Hilfe könnten wir das Falkstock nicht machen“, ist sich der Organisator sicher.

Erlös geht an Leukämie-Stiftung

Der gesamte Erlös des Festes geht an die Stefan-Morsch-Stiftung, eine Stammzellspenderdatei, die sich der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke verschrieben hat. „Das Ganze sollte von Anfang an nicht kommerziell sein, weil wir uns nicht am Tod unseres Freundes bereichern wollten“, sagt Schumann, der von Beginn an dabei ist. In den vergangenen zehn Jahren haben die Organisatoren 20 000 Euro durch die Falkstock-Festivals eingenommen und an die Stiftung gespendet.

Darüber hinaus hat sich das Musikfest mittlerweile auch zu einer Plattform für regionale Newcomerbands gemausert. „Am Anfang standen wir mit Donnerstagabend im Mittelpunkt, doch das hat sich verändert, auch weil es die Band nicht mehr gibt“, sagt Blankenhorn. Zwischen vier und sechs Bands, die ohne Gage spielen, können die Organisatoren jedes Jahr gewinnen. Ivan Ivanovich & the Kreml Krauts, Levin goes Lightly, Grup Huub und Daniel Hughes gehören zu den bekannteren Bands, die auf dem Mini-Festival bereits für schwingende Hüften sorgten.

„Die Erinnerung ist für uns Freunde ist das wichtigste“

„Es ist ein toller Nebeneffekt, dass wir damit den Kirchheimer Kulturkalender bereichern“, findet Schumann. Doch das ist nicht das Hauptziel : „Es ist ein offenes Festival, das sich bei einem Eintritt von drei Euro jeder leisten kann. Uns macht es auch nichts, dass mittlerweile wahrscheinlich nur noch die wenigsten Gäste Falko wirklich kannten, weil es darum geht, zu feiern und Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Für uns, als seine Freunde, ist es allerdings wichtig, ihn einmal im Jahr hochleben zu lassen. Die Erinnerung an ihn ist für uns als Kernteam hinter dem Falkstock das wichtigste,“ so Blankenhorn.

Daher steht der ganze Tag im Zeichen ihres verstorbenen Freundes: Bereits am Vormittag treffen sich die Freunde am Grab von Rupprecht und nehmen eine Handvoll Erde davon in einem Glas mit zum Festival, wo es bis zum letzten Akkord auf der Bühne steht. „Stellvertretend für Falko haben wir damit etwas von ihm den ganzen Tag bei uns“, sagt Blankenhorn.

Infos und Programm

Am Samstag, 15. Juli, von 16.30 Uhr an verwandelt sich das Dach der Bastion in einen Festivalplatz: Um 17 Uhr spielen Donnerstagabend mit Daniel Hughes, von 18 Uhr an geben Jatuna aus Stuttgart ihre Songs zum Besten, um 19.30 Uhr haut das Swing Bohème Orchestra auf den Putz und von 21.30 Uhr an heizt die Ska-Band Rapid den Kirchheimern ein.

Club Bastion: Der 1968 gegründete Verein ist ein Kulturzentrum und ein Treffpunkt bürgerschaftlichen Engagements. Der Club befindet sich in der Max-Eyth-Straße 57/2 in Kirchheim.

Stefan Morsch Stiftung: Die Stiftung bietet Hilfe für Leukämie- und Tumorerkrankte. Infos unter: www.stefan-morsch-stiftung.com




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