„falkventures“ aus Sindelfingen Influencer wandert mehr als 1000 Kilometer durch den brasilianischen Dschungel

Schweißtreibend: Falk von Göler ist seit mehreren Wochen im brasilianischen Urwald unterwegs Foto: Falk von Göler

Falk von Göler aus Sindelfingen wagt ein Abenteuer im brasilianischen Dschungel. Die Wanderung sei „das gefährlichste, was ich je gemacht habe“, sagt er.

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Falk von Göler ist wieder unterwegs. Der junge Mann aus Sindelfingen hat sich vor etwas mehr als drei Wochen aufgemacht zu einer Tour, die für viele Menschen wohl eher ein Tortur wäre. Der 20-Jährige, dem auf Social Media mehr als 100.000 Menschen folgen, wandert durch Brasilien.

 

Für von Göler ist es nicht die erste Reise dieser Art. 2023 war er von Rumänien nach Hause gelaufen, im vergangenen Jahr von München nach Istanbul – nun also Brasilien. „Ich wusste, dass es etwas ganz anders wird. Dass es so anders wird, hätte ich aber nicht gedacht,“ sagt von Göler im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Wanderung am Südatlantik bezeichnet er als „das gefährlichste, was ich je gemacht habe“.

Von größeren Städten hält sich der Wander-Influencer fern

Dabei spielen zwei Facetten eine Rolle. Brasilien ist eines der Länder auf der Welt mit der höchsten Mordrate. „Auch in Deutschland haben Bekannte, die sich in Brasilien auskennen, immer wieder gesagt: Da musst du wirklich aufpassen“, sagt von Göler. Er wandert deshalb vor allem durch den Dschungel, größtenteils auf dem Fernwanderweg Caminho da Mata Atlantica. Teils war er auch direkt am Meer unterwegs. Gestartet ist er in Curitiba, auf dem Weg nach Rio de Janeiro will er 1200 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Dabei macht er einen Bogen um größere Städte, um das Risiko ausgeraubt zu werden, zu minimieren.

Auch am Strand war der 21-Jährige schon. Foto: Falk von Göler

Dass er vornehmlich in der Natur wandert, um (bösen) Menschen aus dem Weg zu gehen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er auf wilde Tiere trifft. Und die sind im Regenwald auch mal giftig: Spinnen, Skorpione, Schlangen. Vor letzteren habe Falk von Göler „besonders Respekt“, sagt er. Das nächste Krankenhaus ist oft weit weg und die Netzabdeckung im Urwald überschaubar. Zur Not hat er ein Gerät dabei, mit dem er einen Notruf per GPS absetzen kann. „Man muss auf jeden Schritt achten, wenn man im Dickicht unterwegs ist“, sagt von Göler. Fürs Wildcampen hat er sich – wie bei seinen vorherigen Wanderungen – trotzdem entschieden.

Warum dann Brasilien, wenn Wandern im größten südamerikanischen Land, so nervenaufreibend ist? Vor rund eineinhalb Jahren hatte er einen Freund besucht, der im Land des Samba ein Auslandssemester absolvierte. Dabei habe er sich „ein bisschen in das Land verliebt“. Portugiesisch zu lernen habe ihn gereizt, für Sprachen hat er einen Faible.

Das Ziel: der Karneval in Rio

Der Start der Wanderung sei „nicht so geil“ gewesen, berichtet der 20-Jährige. Die Vorbereitung sei stressig gewesen, auch weil er zu spät damit begonnen habe. In Brasilien angekommen musste sich der Wander-Influencer wortwörtlich akklimatisieren. Südlich des Äquators ist Sommer und Regenzeit, 30 Grad und immer wieder Wolkenbrüche sind an der Tagesordnung.

So eine Wanderung sei immer ein „Auf und Ab“, sagt der Sindelfinger. Nicht nur, weil er dieses Mal rund 24.000 Höhenmeter bewältigen muss. „Abenteuer sind nicht immer nur geil. Sonst wären es keine Abenteuer“, sagt er. „Aber sonst hat man hinterher auch nichts zu erzählen.“ Da spricht der Content-Creator aus ihm.

Manchmal schläft der 20-Jährige auch einfach in einer Garage, oder halt im Zelt. Foto: Falk von Göler

Die schlimmsten Befürchtungen sind bisher nicht eingetreten. „Ich habe eigentlich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht“, sagt der 20-Jährige. Mit dem Portugiesisch-Lernen gehe es voran, die Gastfreundschaft der Brasilianer sei riesig, ähnlich wie auf dem Balkan. Ständig werde er eingeladen, darf bei Leuten im Garten oder sogar im Haus übernachten. So muss er nicht jeden Abend einen Platz für sein Zelt suchen. Denn das sei in Brasilien aufgrund der Vegetation doch deutlich schwieriger als bei seinen vorangegangenen Touren.

Bis zum Karneval will Falk von Göler in Rio sein. Wer ihm auf seiner Reise folgen will, findet immer wieder kleine Erfahrungsberichte auf seinem Instagram- und Tiktok-Account. Das meiste Material, dass er auf seinem Weg filmt, will er im Anschluss auf Youtube veröffentlichen.

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