Stuttgart - Wie ist das Elternwerden unter Pandemiebedingungen? Was für Probleme bringt ein Lockdown für Familien mit einem Säugling oder Kleinkind mit sich und was benötigen junge Eltern, um dennoch gut durch den Alltag zu kommen? Wir haben mit einer Mutter und einem Vater gesprochen:
Nach dem Umzug und durch den Lockdown war die Mutter stark isoliert
Anja Weiss (41) ist Mutter von drei Kindern im Alter von 20 und acht Jahren sowie 8 Monaten: „Als ich schwanger war, kam zeitnah der erste Lockdown. Mein Arbeitgeber hat dann Homeoffice ermöglicht, das war erst gut, aber dann kam ich an meine Grenzen. Dann kamen erste Lockerungen, und ich konnte tatsächlich den Geburtsvorbereitungskurs vor Ort besuchen. Bei der Rückbildung war allerdings kein Präsenzkurs möglich – ebenso wenig wie Pekip oder Babyschwimmen. Das war eine herausfordernde Zeit für uns. Zumal ich damals sehr isoliert war, weil wir erst im Februar 2020 hierher gezogen sind. Im März kam dann der Lockdown, und ich hatte kein soziales Netzwerk, auch die Großeltern leben nicht in der Nähe. Besonders wichtig war es mir, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Das war aber nicht möglich. Durch Zufall bin ich dann im Netz auf das Angebot von Mapadoo gestoßen. Ich fand das ideal, vor allem weil ich Bulemie-Lernen betreibe: Ich lerne schnell, vergesse aber genauso schnell wieder. Mit dem Kurs habe ich die Möglichkeit, die einzelnen Lektionen immer wieder aufzurufen. Auch von den Inhalten war ich begeistert, ich hatte teils richtige A-ha-Erlebnisse, und das nach drei Kindern.“
Meine Frau musste unsere Tochter immer rumtragen. Das war belastend – zumal Hilfe fehlte
Frank Schlensok (43) hat eine 20 Wochen alte Tochter: „Den Geburtsvorbereitungskurs konnte meine Frau Jenni noch besuchen, aber der Männertag ist komplett ausgefallen. Wir haben dann ein Onlineangebot gefunden, denn beim ersten Kind ist man schon aufgeregt und will sich vorbereiten und ist dankbar über Input von Fachleuten. Nach der Geburt war das Kursangebot stark eingeschränkt. Wir hatten am Anfang Probleme mit dem Schlafrhythmus unserer Tochter, zudem musste meine Frau sie den ganzen Tag rumtragen. Das war sehr belastend. Da fehlte jemand, der uns fachkundig helfen konnte, wir waren unsicher, ob wir etwas falsch machen. Da sind wir auf Mapadoo und Sabine Königs Kurs zu Schrei- und High-Need-Babys gestoßen. Das war praktisch, denn meine Frau hätte zu dieser Zeit gar keinen Termin außer Haus zu einer festen Zeit wahrnehmen können. In dem Kurs haben wir Tipps erhalten, zudem machte Sabine König einem bewusst, dass manche Kinder einfach so sind. Sie war aber auch so ehrlich zu sagen, dass sich das nicht von heute auf morgen ändern würde. Es hat uns geholfen zu erfahren, dass wir nichts falsch machen. Wir waren dankbar für das Angebot. Es passt zu unseren Bedürfnissen.“