Familienrezepte für den Sommer Frisch und sommerlich: Taboulé bringt das Mittelmeer auf den Tisch

Taboulé sieht immer ein bisschen anders aus – je nachdem, wie viel Petersilie man verwendet. Foto: IMAGO/Depositphotos

Wenn die Kinder größer werden, kann endlich was anderes auf den Tisch als geschnittene Äpfel und Karotten. Die Familie unserer Autorin liebt im Sommer einen Salat der Levante-Küche.

Familie, Zusammenleben und Bildung: Eva-Maria Manz (ema)

Mit einem zehnjährigen Sohn wünscht man sich, die Zeit der Apfel- und Karottenschnitze möge langsam enden. Insgesamt, das kann ich ausrechnen, haben wir in all den Jahren an die 32 850 Apfelschnitze angefertigt. Irgendwann muss damit Schluss sein, sonst verfolgen uns die befüllten Vesperdosenquadrate bis in den Schlaf. Die Herausforderung besteht darin, trotzdem genügend Frisches zu reichen. Die meisten Kinder essen ungern Salat. Was soll beim sommerlichen Abendessen, beim Grillen also auf ihren Teller neben den obligatorischen Würstchen mit Ketchupbrötchen?

 

Glücklicherweise hat unser Sohn vor einiger Zeit nach mehrjähriger Verweigerungshaltung entdeckt, wie fantastisch Taboulé schmeckt. Diesen frischen, zitronigen Salat mit viel glatter Petersilie bereiten wir im Sommer oft zu, man kann ihn ganz wunderbar zu Fisch, Fleisch oder Grillkäse, auf einer Vorspeisenplatte und zwischendurch essen. Praktischerweise enthalten Zitronen und Petersilie viel Vitamin C, was will man mehr?

Taboulé auf dem Wiener Naschmarkt essen

Zu Zeiten, als Ottolenghi noch nicht in jedem Haushalt eingezogen war, habe ich Taboulé zum ersten Mal auf dem Naschmarkt in Wien gegessen. Dort kann man alle möglichen Gerichte der Levante-Küche durchprobieren, am besten fangen Sie direkt zum Frühstück damit an, schmeckt auch viel besser als Käsebrötchen und Marmeladencroissant: Humus, Fattusch, Taboulé – alles lecker.

Bei uns um die Ecke gibt es einen türkischen Supermarkt, in dem wir immer frische, glatte Petersilie in rauen Mengen finden, ein großes Büschel braucht man für das Taboulé mindestens. Das muss von den Stängeln befreit und klein gehackt werden, worin für mich die meiste Arbeit besteht. Um die Petersilie so hinzubekommen, dass beim Verzehr nicht dauernd ein größeres Blatt aufs Unangenehmste am Gaumen kleben bleibt, ist Einsatz gefragt. Vielleicht haben Sie im Gegensatz zu mir eine Küchenmaschine, einen Häcksler oder Mixer, der nicht nach zweimaliger Benutzung kaputtgeht oder nie wieder vollständig gereinigt werden kann? Dann muss ich Sie beglückwünschen.

Die größte Aufgabe: Petersilie hacken

Für das Taboulé kocht man während des Petersilienhackens eine Tasse feinen Bulgur nach Packungsanweisung ab, manche nehmen stattdessen auch Couscous. Den Bulgur, selbst den feinen, finde ich in diesem Salat aber griffiger, man isst am Ende nicht so eine Mansche. Die Tomaten, wir nehmen fünf große, sollte man ebenfalls klein hacken, idealerweise ohne Schale – also vorher kurz blanchieren und abschrecken. Wenn Zeitnot herrscht, wie das bei uns meist der Fall ist, geht es aber mit Schale. Manche mögen auch klein gehackte Gurken in dem Salat, bei uns kommen sie nicht rein.

Am Wiener Naschmarkt bitte mal ein Taboulé probieren! Foto: IMAGO/SKATA

Außerdem schneiden wir zwei, drei Schalotten klein, ein Bund Frühlingszwiebel geht auch. Damit alles so schmeckt wie es soll, brauchen wir sehr viel Zitronensaft, etwa aus vier großen Zitronen, und eine Tasse gutes Olivenöl, das Sie bestimmt noch vom letzten Italienurlaub zu Hause haben. Am Ende alles vermengen. Wir würzen den Salat nur mit Salz und Pfeffer. Wer mag, kann auch einen kleinen Bund Minze hacken und beifügen. Laut Rezept gehört die ins Taboulé. Das ist aber nicht unser Fall, da Minze sich immer so in den Vordergrund drängt. Die Kinder nehmen die frischen Blätter lieber für ihre Zitronenlimo. Guten Appetit!

Zutatenliste

Auf jeden Fall
1 großes Bund Petersilie, 1 Tasse Bulgur, 5 Tomaten, Schalotten oder Frühlingszwiebeln, Zitronen, Olivenöl, Salz, Pfeffer

Nach Geschmack
1 Salatgurke, 1 Bund frische Minze

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