Die Stuttgarter Innenstadt verwandelt sich am Samstagabend in eine einzige Fanzone. Zigtausend schottische, türkische und portugiesische Fans feiern weit gehend friedlich. Die Polizei sperrt Straßen – und das Bier fließt in Strömen.

So kann man sich täuschen. Wer gedacht hatte, den vielen Tausend türkischen Fans in der Stuttgarter Innenstadt würde nach der klaren Niederlage gegen Portugal bei der Fußball-EM die Feierlaune vergehen, lag daneben. Am Samstagabend ist über die Theodor-Heuss-Straße ein Autocorso gerollt – mit portugiesischen, aber noch mehr türkischen Fahnen. Die Polizei sperrte schließlich die Straße, weil auch immer wieder Fußgänger auf die Fahrbahn traten.

 

Die portugiesischen Anhänger feierten vor dem Friedrichsbau – und trafen dort auf türkische Fans. Weit gehend ging das friedlich ab. „Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, es gab auch kleinere Auseinandersetzungen“, sagte Polizeisprecher Timo Brenner am späten Samstagabend. Das Aufkommen an Einsätzen liege unwesentlich über einem normalen Samstagabend.

Im Rest der Stadt übernahmen allerdings die Schotten. Allein vor dem Königsbau feierten Tausende. Inoffizielle Partyhymne: „No Scotland, no Party“ – lautstark angestimmt aus vielen biergeschwängerten Kehlen. Auf der Königstraße wurde es teilweise drückend eng.

Mehr Platz gab es dagegen in der Fanzone auf dem Schlossplatz. Dort verfolgten am späten Abend weniger Menschen die Partie zwischen Belgien und Rumänien als die vorhergegangene Begegnung zwischen der Türkei und Portugal. Insgesamt kamen am Samstag 32 000 Besucher zum Public Viewing.