Fanny-Leicht-Gymnasium Stuttgart-Vaihingen Neuer Schulleiter will gestalten und nicht nur verwalten

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Guntram Haag ist seit dem 1. August der Rektor des Fanny-Leicht-Gymnasiums in Stuttgart-Vaihingen. Er folgt auf Gerda Mendler.

Guntram Haag  versteht sich als Kommunikator und nicht als Manager. Foto: A. Kratz
Guntram Haag versteht sich als Kommunikator und nicht als Manager. Foto: A. Kratz

Vaihingen - Er ist noch gar nicht lang Lehrer. Und eigentlich wollte Guntram Haag Rechtsanwalt werden. „Aber damals wurde mir gesagt, dass das keine Perspektive hat“, erinnert sich der neue Rektor des Fanny-Leicht-Gymnasiums. Also habe er nach dem Abitur am Backnanger Max-Born-Gymnasium in Tübingen auf Lehramt studiert. Deutsch, Französisch und Italienisch waren seine Fächer. Ersteres lag ihm besonders, weshalb man ihm eine Promotion anbot. Um das zu finanzieren, lehrte Haag als Honorardozent an der Fachschule für Technik in Stuttgart und gab Lateinkurse an der Uni. Später bekam er eine 50-Prozent-Stelle im Sonderforschungsbereich Mehrsprachigkeit an der Universität Hamburg. Das sei mit der Promotion gut zu vereinbaren gewesen, sagt Haag.

Danach habe er sich eigentlich habilitieren wollen. Der Antrag war schon gestellt, doch dann wurden die Mittel gekürzt, und aus der Promotion wurde nichts. „Ich war frustriert, aber nur kurz. Dann beschloss ich, doch in den Schuldienst zu gehen“, sagt Haag und ergänzt: „Diese Entscheidung habe ich nie bereut.“

Eine bewusste Entscheidung fürs Fanny

Mit fast 40 Jahren absolvierte er also sein zweijähriges Referendariat am Hans-Grüninger-Gymnasium in Markgröningen und am Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Bad Cannstatt. An Letzterem begann er 2005 mit einem vollen Lehrauftrag. Dort blieb er bis zu seinem Wechsel ans Fanny. Unterrichtet hat er dort in den vergangenen Jahren aber immer weniger. Denn Haag war Fachberater für Deutsch und interkulturelle Bildung beim Regierungspräsidium und lehrte am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung. „Ich habe in meinem Leben schon viel gemacht. Es ist alles irgendwie wie im Zeitraffer verlaufen“, sagt Haag.

Der 52-Jährige wohnt in Münster. Trotz der räumlichen Distanz habe er sich sehr bewusst für die Vaihinger Schule entschieden. „Ich war auf der Suche nach einer Schule, an der ich nicht nur verwalten muss, sondern was gestalten kann. Das ist am Fanny der Fall. Hier gibt es eine sehr engagierte Schüler- und Lehrerschaft. Dieser Ruf eilte der Schule voraus“, sagt Haag. Was genau am Fanny in den kommenden Jahren „gestaltet“ wird, das bringe er nicht mit. Er wolle niemandem was überstülpen, sondern gemeinsam als Schulgemeinschaft Ideen entwickeln und entdecken. „Ich sehe mich als Kommunikator und möchte den Weg frei machen zur bestmöglichen Bildung für die Kinder.“

Viele engagierte Schüler

Zudem habe ihn das musikalische Profil am Fanny angesprochen. „Während meiner Schulzeit in Backnang habe ich an zwei Opern als Solosänger mitgewirkt“, sagt Haag. Das seien seine schönsten Schulerfahrungen. „Ich wusste, dass das Fanny bei Projekten solcher Art ganz vorne mitspielt“, ergänzt Haag. Kurz vor den Sommerferien zeigten die Fanny-Schüler in der Filderhalle das Musical Anatevka. „Da habe ich einen ersten Eindruck von den Schülern bekommen. Und ich war bass erstaunt, in wie viele engagierte Gesichter ich dort blicken durfte“, sagt der neue Rektor.

Zu seinem Bedauern habe er selbst nie ein Instrument gelernt. Aber das holt er jetzt nach. Haag hat sich ein Klavier gekauft und nimmt Unterricht. Außerdem ist er der Leiter der neuapostolischen Gemeinde in Münster und politisch aktiv in der FDP.

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