Fantasydebüt „Hush“ Ärger um Dylan Farrows Roman

Den Namen von Dylan Farrow kennt man auch hierzulande aus den Hochzeiten der Metoo-Debatte. Foto: Loewe-Verlag

Die Amerikanerin Dylan Farrow hat einen Fantasyroman geschrieben. Mit seiner Werbung für „Hush“ ist ihr deutscher Verlag heftig angeeckt. Mittlerweile hat er die Auslieferung der kritisierten Version gestoppt.

Stuttgart - Seit 10. Februar liegt die deutsche Ausgabe von Dylan Farrows Fantasyroman „Hush – Verbotene Worte“ in den Buchhandlungen. Mancherorts aber noch in einer Version, für die sich der Loewe-Verlag vorab entschuldigt und deren Auslieferung er gestoppt hat. Denn in der Werbekampagne und auf dem Buch selbst wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Farrow die Adoptivtochter von Woody Allen ist – also jene Frau, die den Filmemacher schon lange vor der Metoo-Bewegung des Missbrauchs beschuldigt hat.

 

Man sehe den vor allem auf Jugendliche zielenden Roman „Hush“ als wichtigen Beitrag zur Metoo-Debatte, erklärt der Verlag: „Der Name Woody Allen sollte dem Buch also helfen, im Kontext dieser Debatte aufzutauchen. Diese Entscheidung war falsch.“ Bei den noch nicht ausgelieferten Exemplaren wurden die Hinweise auf Allen überklebt. Dem war eine kleine Welle der Empörung in den sozialen Netzwerken vorausgegangen.

„Unsensibel und unverschämt“

Von Schande, Skandal und einem „widerlichen Marketingkonzept“ war die Rede. Den Beteiligten gelten die von Allen stets bestrittenen Vorwürfe als bewiesen, die Verknüpfungen von Farrows Roman mit Allens Namen also als „unsensibel und unverschämt“. Den Vorwürfen setzte Loewe zunächst einen Erklärungsversuch entgegen, der auf Suchmaschinenoptimierung abhob. In Deutschland sei eben Allens Name bekannter als der von Farrow.

Mittlerweile zeigte sich aber auch die Autorin selbst auf Twitter verstört über Loewes Vorgehen. Ihr US-Verlag verweist nicht auf Allen. Den Slogan „Fantasyroman von Woody Allens Adoptivtochter“ hat Loewe also in „Fantasyroman über Wahrheit und Lüge“ geändert. Im Buch geht es um eine Welt, in der Sprache magische Macht hat und es existenziell ist, wer wen zum Schweigen bringen kann und wer Gehör findet. Kaum eine tiefer gehende Rezension kommt ohne Hinweis auf Metoo und Woody Allen aus.

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