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Farce Ein Stuttgarter Pop-Genie in Wien

Von jgp 

Talentierte Musiker ziehen von Stuttgart meist Richtung Berlin oder Leipzig. Nicht so Farce, die jetzt in Wien ihr neues Album herausgebracht hat. Wie die Platte zeigt, ist Stuttgart da ein Pop-Genie verloren gegangen.

Stuttgart / Wien - Weil Stuttgart nicht Berlin und auch nicht Leipzig ist, leidet die Stadt unter einem popmusikalischen Brain Drain, der Talente er zuverlässig in die beiden genannten ostdeutschen Städte führt: die Mieten, die Branchenkontakte, Sie wissen schon. Die Stuttgarter Künstlerin Veronika König alias Farce ist schon deshalb eine rühmliche Ausnahme von der Regel, weil sie ins ohnehin viel schönere Wien übersiedelt ist.

Auch musikalisch lohnt es sich für sie, gegen den Strom zu schwimmen, der typischerweise von der Alpen- in Richtung Bundesrepublik verläuft: ihr vor wenigen Tagen erschienenes Album „Heavy Listening“ (Futuresfuture) hat die Musikredakteure bei FM4 überzeugt, die anders als die hiesigen Sender Nachwuchsförderung noch als Aufgabe begreifen.

So läuft das Werk eines Stuttgarter Pop-Genies über den österreichischen Äther, das die Grenzen des Hör- und Tanzbaren ein gutes Stück verschiebt. Gemeinsam mit dem Wiener Produzenten Nikolaus Abit ist eine flirrend-metallische Pop-Montage entstanden, die zwischen stolpernder Trap-Rhythmik und verzerrten Analogsounds ganz große Melodien entdeckt.

Wer Farce beispielsweise 2017 im Esslinger Komma erlebt oder ihre Debüt-EP gehört hat, wird diese Musik nicht wiedererkennen. Wir vergeben sechs von fünf Sternen.

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