Dem Verein Karnevalsgesellschaft Zwieblingen ist es nicht gelungen, die Veranstaltung rechtzeitig zu organisieren.

Esslingen - So mancher Esslinger Narr dürfte hinsichtlich der diesjährigen Fasnet in der Stadt wohl sauer sein: kein Umzug, keine Prunksitzung. Um das Desaster zu vermeiden, dafür war laut dem Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Zwieblingen, Gerhard Worbach, nicht mehr genügend Zeit. Sein Vorgänger Harald Hasenclever, der die Geschicke des Vereins für lediglich fünf Monate lenkte, „hat einfach nichts vorbereitet“, so die Erklärung des Präsidenten. Nur ein kleiner Trost bleibt den Fasnetsfreunden: Alle anderen Veranstaltungen finden wie gewohnt statt.

 

„Dass die zwei Veranstaltungen ausfallen, hat nichts mit finanziellen Dingen zu tun“, betont Worbach. Immer wieder sei dies in der Öffentlichkeit so hingestellt worden, doch das sei „völliger Quatsch“. Der Traditionsverein hätte auch in diesem Jahr alles bezahlen können, versichert der langjährige Präsident. Welche Versäumnisse seines Vorgängers dazu geführt haben, dass weder die Prunksitzung noch der Straßenumzug stattfindet, erklärt Worbach folgendermaßen: „Am 6. Dezember hatte ich festgestellt, dass der bisherige Vorstand nichts organisiert hatte. Nur die Einladungen an die befreundeten Vereine hat er verschickt.“ Doch seien beispielsweise keine Absprachen mit dem Ordnungsamt und der Feuerwehr getroffen worden.

Verein handlungsunfähig

Weshalb er das alles so spät erst gemerkt hat, liegt laut Gerhard Worbach daran, dass er sein Amt nach 24 Jahren im Juni offiziell abgegeben hatte. Danach übernahm eine neue Leitung die Vereinsführung. „Bereits im September sind vier Vorstandsmitglieder wieder zurückgetreten, der Präsident und der Schatzmeister folgten ihnen Ende Oktober,“ erklärt Worbach. Damit war der Verein handlungsunfähig. Als sich niemand für das Amt des Präsidenten der Zwieblinger aufstellen ließ, habe er sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. November dazu überreden lassen, noch einmal zu kandidieren.

„Um den Umzug und die Prunksitzung vorzubereiten, benötigen wir fünf Monate“, erläutert der wiedergewählte Präsident. Weder Gesangsgruppen noch Büttenredner seien im Dezember zu bekommen. „Die Besten sind im Sommer schon ausgebucht“, erklärt Worbach. Mit der „zweiten Garde“ gebe er sich nicht zufrieden. Unter diesen Gegebenheiten habe der Vorstand schließlich gemeinsam entschieden, beides abzusagen. „Die Leute in Esslingen sind von uns Tolles gewohnt. Entweder ich mache einen schönen Umzug, oder ich mache keinen“, sagt Worbach.

„Nächstes Jahr machen wir das wieder mit ‚full power’“

Was die nächste Fasnet angeht, da ist der Vereinspräsident optimistisch. „Nächstes Jahr machen wir das wieder mit ‚full power’“, sagt er auf Neudeutsch. Dass dies auch die Bürger freuen wird, da ist er ganz sicher. „Ich war überrascht, wie viele jetzt, da der Umzug ausfällt, danach fragen“, sagt er. Sonst heiße es ja immer: „Wir brauchen doch keinen Umzug.“

In gewohnter Manier haben dagegen der Rathaussturm und das Narrenbaumstellen am 28. Januar stattgefunden. Die zwei Tanzturniere, unter anderem die württembergischen Meisterschaften im karnevalistischen Tanz, haben die Zwieblinger auch ausgerichtet. „Darauf, dass das Tanzturnier vom Bund Deutscher Karneval (BDK) in Esslingen stattfindet, bin ich auf gut Deutsch gesagt stolz wie Sau“, sagt Worbach. Schließlich hätten sich 187 Vereine aus ganz Deutschland dafür beworben, das Turnier auszurichten.

Worauf sich Esslinger Narren noch freuen dürfen, ist der Kappenabend am Rosenmontag, 20. Februar, im Zwieblinger-Clubheim, Milchstraße 2. Außerdem kommen auch kleine Narren auf ihre Kosten. Der Kinderfasching im Salemer Pfleghof beginnt am Faschingsdienstag um 14 Uhr.