Fasching in Stuttgart Narren ziehen am Faschingsdienstag durch die Stadt
Es war der Höhepunkt der Faschingssaison. Gleich an zwei Orten in Stuttgart zogen Narren durch die Straßen.
Es war der Höhepunkt der Faschingssaison. Gleich an zwei Orten in Stuttgart zogen Narren durch die Straßen.
So ein bisschen Aufregung kann nicht schaden. Dachten wohl die Hoheiten Sarah-Ann I. und Nicola I. Das Stadtprinzenpaar hatte Amt und Würden aufgegeben. Ziemlich kurzfristig vor dem Umzug am Faschingsdienstag.
Das zeigt, Karneval, Fasnet oder Fasching, wie man es auch nennt, ist eine ernste Angelegenheit. Und beileibe nicht frei von Eitelkeiten. Dabei sind doch alle diese Insignien und Ämter mal geschaffen worden, um die weltliche Macht zu verspotten. Doch nun hatte die Karnevalsgesellschaft Möbelwagen ein Problem, was tun mit dem Wagen, auf dem eigentlich das Prinzenpaar mitfährt? Er blieb nicht leer. Aus alter Verbundenheit sprangen die Prinzenpaare der vergangenen Jahre ein. Sieben an der Zahl. So viele gekrönte Häupter hatte die Stadt nicht mehr erlebt seit dem Besuch von Queen Elizabeth II. im Jahre 1965.
63 Gruppen und 2000 Aktive zogen von der Tübinger Straße über die Eberhardstraße, Marktstraße, den Marktplatz, dann über die Kirchstraße zum Schillerplatz. Die Planie und der Königsbau waren die nächsten Stationen, über die Bolzstraße ging es wieder zum Schlossplatz vor dem Neuen Schloss bis zum Karlsplatz, wo sich der Umzug gegen 16.30 Uhr auflöste.
Vorneweg fuhren Stuttgarts OB Frank Nopper und seine Frau Gudrun. Zum zweiten Male in einem Oldtimer von Mercedes. Früher war das Stadtoberhaupt in einer Kutsche gesessen und von einem Pferd gezogen worden, aber das hatte Organisatorin Katja Häfner abgeschafft. Als Hundeführerin bei der Polizei schaut sie genau hin, was man Tieren zumuten kann. Und Bürgermeister ziehen vor Zigtausenden Leuten, bei Partymusik, das fällt nicht unter artgerechte Haltung.
Artgerecht war die Umgebung aber für die vielen Narren, Geister, Hexen, Krampusse, Musiker, Funkenmariechen, Tänzer und Tänzerinnen, die sich selbst beim zwischenzeitlichen Regen pudelwohl fühlten. Und zwischendrin zeigten dann der portugiesische Sport- und Kulturverein, die Federazione Culturale Italiana und der Circula Latino, dass der Fasching in Stuttgart längst nicht mehr nur schwäbische Wurzeln hat.
Wer wollte, konnte aber einen kleinen Kurs in Heimatkunde belegen. Was bitte heißt denn Mihlaheidla? Aus Unterensingen kommt die Gruppe, es sind natürlich Müllersleute. Und die Noda-Biag’r aus Donzdorf? Tja, die verbiegen Noten.
Doch machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Hofen. Der Stadtbezirk gehört zu den Fasnethochburgen in dieser nicht gerade närrischen Stadt. Dort schert man sich wenig, was anderswo passiert. Und feierte am Dienstag seinen eigenen Umzug. Die Scillamännle luden ein, auch dort waren mehr als 2000 Teilnehmer unterwegs.
Zurück in die Innenstadt. Dort wurde zum Abschluss auf dem Schillerplatz gefeiert. Und keine Sorge, wer zuvor ein riesiges rosa Schwein gesehen hatte, der war noch feiertauglich. Es war das Symbol des Schweinemuseums. Ebenfalls beim Umzug dabei. An Fasching ist halt alles möglich.