Fasching und Karneval in Stuttgart Karnevalsvereine hadern mit Unterstützung der Stadt

Was wird kommen? Die Komitee-Präsidentin Anita Rösslein hofft auf ein niedriges Infektionsgeschehen zumindest bis zum Faschingsdienstag. Foto: Lichtgut/Leif /Piechowski
Was wird kommen? Die Komitee-Präsidentin Anita Rösslein hofft auf ein niedriges Infektionsgeschehen zumindest bis zum Faschingsdienstag. Foto: Lichtgut/Leif /Piechowski

Das Festkomitee blickt wegen des Infektionsgeschehens derzeit gespannt auf die nächsten Wochen und Monate. Vieles ist noch ungewiss, ob es stattfinden kann.

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Stuttgart - Es ist nicht leicht, die Stimmung der Stuttgarter Karnevalsvereine wenige Tage vor dem 11. 11. auf den Punkt zu bringen. Sie bewegt sich irgendwo zwischen Aufbruch und dem Wunsch, ein Stück Normalität zu schaffen, nachdem Fasching, Fasnet und Karneval in den vergangenen beiden Sessionen nur virtuell oder gar nicht stattgefunden hat. Gleichzeitig bereitet die drohende Corona-Warnstufe ein Problem bei der Planbarkeit und birgt finanzielle Risiken. Um diesem Spannungsfeld gerecht zu werden, gehen die 11 Vereine des Festkomitees die neue Kampagne entsprechend den Möglichkeiten unterschiedlich an. „Wir haben lange gehadert, was wir machen sollen. Aber wir wollen zum einen nach außen darstellen, dass es uns noch gibt“, sagt die Komitee-Präsidentin Anita Rösslein. Andererseits müsse man das Infektionsgeschehen beobachten. Rösslein spürt den Wunsch der Clubs, ihren Mitgliedern, die fast alle bei der Stange geblieben sind, wieder etwas zu bieten.

Unterschiedliche Fahrpläne der Vereine

Der Fahrplan der Vereine kommt aber ganz unterschiedlich daher. Die First Guggenband aus Feuerbach ist nicht spielbereit, weil sie keine Räume zum Proben hatte, die Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß nimmt sich ebenso eine Auszeit wie die KG Grün-Schwarz. In die Vollen geht dagegen der Karnevalsclub Stuttgarter Rössle, der an diesem Samstag die Re-Inthronisation seines Regentenpaares vornehmen wird und für 2022 auch einen Ball plant. Auch die Zigeunerinsel will die komplette Kampagne fahren. „Wir haben das Glück, eigene Räume zu haben, gehen aber dennoch finanziell ins Risiko“, sagt Präsident Thomas Haas.

Klage über „Mietpreisexplosion“ der SSB

Über eigene Räumlichkeiten verfügt die Gesellschaft Möbelwagen nicht, und deshalb steht die Karnevalsshow noch in den Sternen. „Wir hatten immer bei den SSB gefeiert – aber wegen einer Preiserhöhung von 100 Prozent ist das nicht mehr möglich“, sagt Möbelwagen-Präsident Thomas Klingenberg. Die Suche nach Räumen ist noch nicht abgeschlossen, aber zumindest bei der Suche nach einem Stadtprinzenpaar ist er fündig geworden, das am 6. Januar inthronisiert wird. Von der Stadt wünscht er sich wie seine Präsidentenkollegen deutlich mehr Unterstützung bei der Suche nach bezahlbaren Räumen für das Training der Garden und Tanzgruppen. Karneval light gibt es bei den Schwarzen Störchen, die auf eine Prinzessin verzichten, an diesem Sonntag aber einen Ordensfrühschoppen abhalten. Orden werden am Freitag auch bei der KG Blau-Weiß verteilt – auch ohne Prinzessin, weil aufgrund der unsicheren Terminlage keine wirkliche Plattform für die Durchlauchten gegeben ist. Bei der KV Rosenmontag wird Alexandra I. noch einmal amtieren.

Spontan bleiben und auf Sicht feiern

Spontan bleiben und nicht allzu weit in die Ferne planen, lautet das Credo für die Kampagne. Der Start in die fünfte Jahreszeit am 11. November scheint gesichert. Traditionell fand der Auftakt auf der Treppe vor dem Rathaus statt. Das ist wegen der Baustelle nicht möglich. Das Festkomitee hat mit der Freitreppe am Schlossplatz ein Ausweichquartier gefunden. Zum Empfang um 11.11 Uhr haben sie auch OB Frank Nopper eingeladen. Am Abend steigt dann im Classic-Rock-Café die Opening-Party.




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