Mehr als 50 Gruppen und Vereine sind beim großen Stuttgarter Faschingsumzug dabei. Am Dienstag, 4. März, fällt der Startschuss um 14 Uhr.

Beim Faschingsumzug in der Stuttgarter Innenstadt werden am Dienstag wieder rund 100 000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Über 50 Gruppen und Vereine werden ab 14 Uhr von der Tübinger Straße Richtung Schlossplatz ziehen – angeführt vom Radiosender Antenne 1, der dann auch die Abschlussparty auf dem Schillerplatz von etwa 16.30 bis 22 Uhr musikalisch begleitet.

 

Oberbürgermeister Frank Nopper im Oldtimer, verschiedene Narrenzünfte, Hexen, Zünfte wie die Schwarzen Husaren, Fels Deifl oder Teufelswächter, aber auch das Schweinemuseum und Peta sind mit dabei. Die Tierschutzorganisation hat übrigens den Narrenruf „Bier statt Tier – das feiern wir!“

Von König Wilhelm II. begnadigt

Organisator des Umzugs ist die Gesellschaft Möbelwagen, nach eigenen Angaben die erste und älteste Karnevalsgesellschaft Stuttgarts und Württembergs. Im Jahr 1897 sei eine muntere Stammtischrunde auf die Idee gekommen, für Stuttgart einen „Umzug“ analog zu Köln zu organisieren. Umgehend sei über die Stuttgarter Spedition Paul von Maur ein Möbelwagen geordert und mit Tischen und Stühlen ausgestattet worden. So sei die muntere Schar die Königstraße hinunter gefahren und habe für große Aufmerksamkeit gesorgt. Auch der Staatsmacht sei diese Aktion nicht entgangen und prompt habe man ein Strafmandat kassiert. „Zum Glück wurde die Truppe von König Wilhelm II. begnadigt und erhielt die Erlaubnis fortan jährlich einen Fastnachtsumzug in Stuttgart zu veranstalten“, heißt es bei der Gesellschaft Möbelwagen. Im selben Jahr sei die Vereinsgründung erfolgt. „Seitdem haben wir – außer in den Kriegsjahren und sonstigen seltenen Ereignissen – jedes Jahr einen Umzug ausgerichtet.“

Terrorabwehr ist Aufgabe des Staates

In diesem Jahr war angesichts der furchtbaren Ereignisse in München und Magdeburg vorab darüber diskutiert worden, ob der Faschingsumzug in Stuttgart stattfinden kann. „Es gibt keinerlei Hinweise auf konkrete Gefährdungen von Veranstaltungen zu Fasching oder anderen Anlässen in Stuttgart“, betonte Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit und Ordnung am 21. Februar im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats, „aber nach den tragischen Ereignissen andernorts in Deutschland reagieren wir auf die allgemeine, abstrakte Gefahr von Gewalttaten mit erhöhter Vorsicht“. Man lasse die Vereine nicht allein. „Die Terrorabwehr ist Aufgabe des Staates“, sagte Maier. „Deshalb übernehmen wir auch die erheblichen Kosten für den Schutz der Zufahrten.“

Aus Sicherheitsgründen findet die Aufstellung der Umzugsteilnehmer nun in der Tübinger Straße hin zur Christophstraße statt. Und die Abschlussveranstaltung auf dem Schiller- anstatt dem Karlsplatz. „Es ist für Sicherheit gesorgt“, betont der Präsident der Gesellschaft Möbelwagen, Thomas Klingenberg. „Wir haben eine sehr gute Lösung gefunden.“ Nun wünsche er sich einen schönen, friedlichen Umzug mit vielen Teilnehmern sowie zufriedenen Zuschauerinnen und Zuschauern. „Wir machen Fasnet jedem zur Freud´ und keinem zum Leid. Es ist die richtige Entscheidung, den Umzug stattfinden zu lassen“, sagt Klingenberg.

Es wird geraten, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren

Die Strecke führt von der Tübinger Straße zur Eberhard- und Marktstraße, vom Marktplatz zur Kirchstraße und zum Schillerplatz, über die Planie zum Schlossplatz und zur Königstraße, weiter über die Bolzstraße zum Ehrenhof vor dem Neuen Schloss.

Besucherinnen und Besucher der Innenstadt werden dringend gebeten, das Parkleitsystem zu beachten oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Denn: Es wird zu Straßensperrungen und Haltverboten kommen. Auf der Tübinger Straße unterhalb der Sophien- und auf der Christophstraße sowie entlang der Umzugsstrecke stehen von 6 Uhr an keine Halte- und Parkmöglichkeiten mehr zur Verfügung. Die im Streckenverlauf entfallenden Schwerbehindertenparkplätze werden in die Kronprinzstraße verlegt. Eine Zufahrt für den Lieferverkehr ist auf der gesamten Strecke nur teilweise – beziehungsweise nach Maßgabe der Polizei – bis 12 Uhr möglich. Von 12 bis gegen 17 Uhr wird die Umzugsstrecke für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. In diesem Zeitraum ist die An- und Abfahrt zu beziehungsweise von Parkhäusern oder Grundstücken, die an der Umzugsstrecke liegen, nicht mehr möglich.

Auch die Bus-Haltestellen werden teilweise nicht angefahren

Zudem bedienen die Buslinien zwischen 10 und circa 17.30 Uhr nicht die Haltestellen Schlossplatz in der Richard-von-Weizsäcker-Planie und Charlottenplatz Richtung Schlossplatz. Stattdessen halten die Busse zum Aussteigen an der Haltestelle Charlottenplatz Position 2. Die Linien 43, 47, 92 und X 2 können in dieser Zeit die Querspange (Tor-/ Eberhardstraße/Rotebühlplatz) nicht befahren. Die Linien werden umgeleitet. Weitere Informationen gibt es unter www.ssb-ag.de/fahrplanauskunft.