In der Faschingszeit gehen sie wieder zahlreich über die Bäckertheken: Berliner, Krapfen oder Kreppel. Welche Sorten lieben die Stuttgarter und was schmeckt so gar nicht?
Berliner, Pfannkuchen, Kreppel oder Krapfen: Egal wie man die ausgebackenen Schmalznudeln auch nennen mag, eins haben alle gemeinsam. Sie sind gut gefüllt und gern bezuckert. Sie sind ein einfach Essen, kommen nur mit wenigen Zutaten aus. Mehl, Milch, Eier, Zucker, Hefe, Fett – die klassischen Zutaten für das Siedegebäck hat wahrscheinlich jeder zu Hause. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass man bereits in der Antike beherzt in die schmalzigen Bällchen gebissen hat.
Zubereitung der Berliner: Traditionell oder ausgefallen?
Der Berliner oder Krapfen, wie das Schmalzgebäck in Bayern und Österreich genannt wird, eignet sich wunderbar dazu, vor der Fastenzeit noch einmal über die Stränge zu schlagen. Nach Angaben vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (unter Berufung auf GfK-Zahlen) werden jedes Jahr mehr als 350 Millionen Berliner allein in Deutschland verkauft. Nicht nur die Vielfalt der Bezeichnungen – je nachdem, wie man zählt, kommt man auf bis zu zehn verschiedene Wörter – ist überwältigend. Auch die vielen Füllungsvariationen des Schmalzgebäcks führt bei manchen zu Glaubenskriegen. Ob traditionell mit Hagebuttenmark oder Marmelade, oder ausgefallen mit Vanille-Cheesecake, Nougat oder Eierlikör – es gibt sogar Varianten mit Leberkäse.
8.000 Stück Berliner pro Tag produziert eine Stuttgarter Bäckereikette
Leberkäse als Füllung hat man in den über 40 Filialen der Bäckereikette Treiber noch nicht gesehen. „Die klassischen Sorten sind immer die Renner wobei es diese auch täglich und nicht im Wechsel gibt“, erzählt Geschäftsführerin Katharina Treiber-Fischer. Die klassischen Berliner mit Himbeer-Johannisbeerfüllung sowie Quarkbällchen gibt es bei Treiber ab Mitte September. „Ab Dezember kommen dann der Vanille- und Nougatberliner dazu“, so Treiber-Fischer, die erzählt, dass das 1920 gegründete Familienunternehmen jedes Jahr mindestens eine neue Sorte ins Sortiment nimmt.
Etwa 8.000 Stück werden pro Tag produziert, rechnet die Geschäftsführerin nach und ergänzt, dass die Wochentage zum Teil sehr unterschiedlich sind. Hat man Lust auf Himbeerwolke mit hausgemachter Himbeer-Sahne, Pistazienberliner oder gar Baileys-Creme, muss man eventuell Glück haben. Denn um ein möglichst breites Sortiment anzubieten, werden die Sorten bei Treiber im Tageswechsel angeboten.
Eierlikör wird als Füllung bei den Berlinern immer beliebter
Bei Bäcker Frank beginnt die Berliner-Zeit etwas später, kurz vor dem Start der fünften Jahreszeit am 11. November. Inhaber Jürgen Frank erklärt, dass die Produktion sehr schwankend sei – und auch sehr temperaturabhängig. „Je kälter es ist, desto mehr Berliner backen wir“, so Frank, der zwei Filialen im Lehen- und Stitzenburgviertel betreibt. Auch bei ihm sind Klassiker ganz vorne dabei: „Johannisbeere/Himbeere ist Top eins.“
Bei den neuen Sorten sind Bäcker-Frank-Kunden ganz versessen auf Berliner mit Eierlikör-Füllung, erzählt der Bäcker. An den Faschingstagen wie dem Schmotzigen Donnerstag, dem Rosenmontag und am Faschingsdienstag gibt es beim Bäcker Frank zwanzigmal so viel Berliner wie an einem normalen Tag im Winter. Von einer Scheibe Leberkäs zwischen den Berlinerhälften hält Jürgen Frank übrigens wenig: „Das halte ich für aus der Zeit gefallen – außer man ist blau-weißer Söder-Fan.“