Fasnachtsauftakt im Kreis Feiern unterm Narrenbäumchen

Der erhebende und durchaus schweißtreibende  Moment: vor dem Donzdorfer Schloss streckt sich der Narrenbaum von der Horinzontalen in die Vertikale. Foto: privat
Der erhebende und durchaus schweißtreibende Moment: vor dem Donzdorfer Schloss streckt sich der Narrenbaum von der Horinzontalen in die Vertikale. Foto: privat

Während in Donzdorf das Narrenbaumstellen längst Routine ist, stehen das kleine Häuflein Heininger Narren vor einer echten Premiere. Das Bäumchen fällt denn auch klein aus.

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Heiningen/Donzdorf/Göppingen - Nicht nur an Weihnachten, auch an Fasnacht gilt: die schönsten Geschenke macht man sich am besten selbst. So spendieren sich die Heininger Kirschkernspucker zum fünfjährigen Bestehen ihrer Zunft zur Fasnacht 2014 erstmals einen eigenen Narrenbaum. Am Freitag, 10. Januar, von 19 Uhr an soll er vor dem Rathaus aufgestellt werden.

Fasnacht als zartes Pflänzlein

Neun Meter messe das gute Stück, sagt Ralf Schwantzer, der Ehemann von Zunftmeisterin Petra Schwantzer. Für ein närrisches Phallussymbol ist das vergleichsweise wenig. Doch handele es sich bei der Heininger Fasnacht ja auch noch um ein eher zartes Pflänzlein. Zudem sei die nun gewählte Wipfelhöhe für den Verein, der 25 Hästräger, aber dabei nur sechs einsatzfähige Männer zählt, noch zu bewältigen. Schließlich ist es Ehrensache, dass das Bäumchen selbst auf den Platz getragen und emporgehievt wird.

Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, einfach den Weihnachtsbaum stehen zu lassen und ein wenig kahl zu scheren, wurde deshalb auch brüsk zurückgewiesen, auch wenn der Christbaum bis vor drei Tagen am selben Ort stand und immerhin sechs Meter größer war. Der Akt des Aufstellens sei schließlich ein Ritual der schwäbisch-alemannischen Fasnacht mit langer Tradition, betont Schwantzer.

In Donzdorf und Göppingen springen die Narren

In Donzdorf stimmt das tatsächlich. Vor dem dortigen Schloss wurden schon weit mehr als 30 närrische Fichten gesetzt. Am Sonntag, 12. Januar, 13 Uhr, ist es wieder so weit. Der Baum der Schlossgoischdr wird 21 Meter in die Höhe ragen und mit schweren Päckchen für den närrischen Nachwuchs bestückt sein. Anschließend findet der große Narrensprung der Donzdorfer Fleckle statt. 82 Gruppen mit mehr als 3000 Hästrägern sind dazu angemeldet.

Bereits am Samstag, 11. Januar, gastiert eine nicht minder große Zahl an Narren zum so genannten Nachtnarrensprung in der Göppinger Innenstadt. Von 14 Uhr an geben Guggamusiken auf dem Schlossplatz eine Kostprobe ihres Könnens. Um 16 Uhr setzt sich dann der bunte Zug in Bewegung und schlängelt sich durch die Innenstadt bis zum Kornhausplatz, wo eine große Narrenparty steigt. In den vergangenen Jahren hatten maskierte Rechtsradikale versucht sich einzureihen. „Wir werden ein Auge darauf haben“, versicherte der Sprecher der Polizei, Rudi Bauer.




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