Die Fasnet im Altkreis Leonberg verspricht ein buntes Spektakel: Narren stürmen Rathäuser, feiern Jubiläen und sorgen für schräge Töne. Alle Highlights aus dem Fasnetskalender.

Leonberg: Sophia Herzog (she)

Die Narren sind los! Schon Anfang Januar haben die Fasnetsgruppen aus der Region rund um Leonberg ihre Masken abgestaubt – sogar die ersten Rathäuser wurden bereits gestürmt und befinden sich nun unter extra langer, närrischer Herrschaft, bis die Saison mit dem Aschermittwoch ihr Ende findet.

 

In der Stadt am Engelberg, aber auch im Strohgäu, Richtung Weil der Stadt und Enzkreis gibt es einige Termine, an denen eingefleischte Fasnetsfans sich richtig austoben können. Eine Übersicht.

Faschingsumzug mit 90 Gruppen und eine zweitägige Party

Am 31. Januar ab 15 Uhr stellen die Narren des Frohen Faschingsclubs Gerlingen (FFC) den Narrenbaum auf dem Rathausplatz auf. Einen Tag später ist die Stadt dann gerammelt voll: Zum großen Umzug des FFC kommen rund 90 befreundete Fasnetsgruppen, Vereine und andere Zünfte. Der Gerlinger Umzug ist damit wohl einer der längsten im ganzen Altkreis Leonberg. Der FFC feiert obendrein noch sein 55-jähriges Jubiläum. Weil Schnapszahlen bei den Narren bekanntlich besonders ausgiebig gefeiert werden, ist die Gaudi programmiert. Los geht’s am 1. Februar um 13.01 Uhr.

Die Ditzinger Gesellschaft Titzo hat das Rathaus bereits am 10. Januar gestürmt. Am 12. Februar um 18 Uhr geht es für sie in die St. Maria Kirche zur Narrenmesse, gefeiert wird dann vier Tage später: Am 16. Februar steigt in der Stadthalle Ditzingen die große Rosenmontagsparty. In Korntal-Münchingen wird ebenfalls gefeiert. Der Musikverein Münchingen lädt an gleich zwei Abenden zur Party in die Albert-Buddenberg-Halle ein, am 13. und am 14. Februar. Tickets sind über die Webseite des Vereins erhältlich.

Schräge Töne beim Guggenmusiktreffen in Leonberg

Die Fasnets- und Karnevalsfeiern in Leonberg sind auch in diesem Jahr vor allem vom Pferdemarkt geprägt. Dessen großer Umzug steht am Dienstag, 10. Februar, an. Mit von der Party sind nicht nur die namensgebenden Vierbeiner, sonder auch zahlreiche Narrenzünfte und Maskengruppen aus der Region.

Es ist ein Leonberger Großevent: Der Pferdemarktsumzug. Foto: Simon Granville

Aber auch abseits vom Pferdemarkt gibt es in Sachen Fasnet in Leonberg einiges zu erleben. Am 8. Februar stürmt die 1. Karnevalverein Leonberg Gesellschaft Engelberg gemeinsam mit anderen Leonberger Hästrägern das Rathaus. Dann muss der Oberbürgermeister Tobias Degode, gerade frisch im Amt, den Schlüssel zu den heiligen Hallen auch schon wieder abgeben. Los geht es um, natürlich, um 11.11 Uhr. Gleich im Anschluss gibt’s mächtig auf die Ohren, beim Guggenmusiktreffen auf dem Marktplatz. Am 12. Februar übernehmen dann die Beerlesklopfer die Macht in ihrem Ortsteil Warmbronn. Dort wird das Rathaus von 14.11 Uhr an erobert.

Überall rund um Leonberg werden die Bürgermeister abgesetzt

Auch andere Rathäuser werden gestürmt in dieser Saison. Am 12. Februar sind gleich zwei dran: Rutesheim und Weissach. Um 12.30 Uhr übernehmen die Ruademser Gumpa Hexa die Macht in Rutesheim – Bürgermeisterin Susanne Widmaier ist hier zum letzten Mal dabei. Denn sie tritt zur Wahl, die vier Tage vorher stattfindet, nicht mehr an. In Weissach rammen die Flachter Strudelbachhexen ab 18 Uhr das Tor zum Rathaus auf. Die Tradition hat der dortige Bürgermeister Jens Millow vor einigen Jahren wieder aufgenommen, nachdem sein Vorgänger am Fasnetstrubel wohl eher weniger Freude hatte.

Wurde beim Rathaussturm 2024 von den Strudelbachhexen eingesackt: Dumbledore – oder doch der Weissacher Bürgermeister Jens Millow? Foto: Simon Granville

In Renningen begeht die Schlüsselgesellschaft in diesem Jahr wieder einen eher rheinländisch geprägten Karneval. Auch deshalb steht auf dem Kampagnenplan der Gesellschaft eine klassische Prunksitzung. Sie findet am 31. Januar statt – Infos zum Kartenverkauf gibt es auf der Homepage des Vereins. Zwei Wochen später steigt dann die große Renninger Faschingsparty. Obacht: Einlass ist hier erst ab 18 Jahren. Gemeinsam mit den anderen Fasnetsvereinen – allen voran der 1. Renninger Narrenzunft und den Schdoibruch-Hexa – wird bereits am 24. Januar das Rathaus gestürmt.

In der Fasnetshochburg Weil der Stadt wird gefeiert

In Weil der Stadt befindet sich eine Hochburg der Fasnet im Altkreis Leonberg – die rund 1500 Mitglieder starke Narrenzunft AHA fährt deshalb jedes Jahr mit einem großen Programm für die Fasnet in Weil der Stadt auf. Höhepunkte sind etwa die Narrenmesse am 24. Januar um 18.30 Uhr, der Narrensprung mit Rathaussturm am 8. Februar und die Narrete Sitzung im Klösterle am 12. Februar.

Besonders voll wird die Stadt, wenn die Weiler Narren beim Großen Umzug am 15. Februar ab 14 Uhr mit dutzenden befreundeten Fasnetsgruppen und einigen spektakulären Umzugswagen durch die Straßen der Altstadt rollen.

Und auch in Wimsheim im Enzkreis geht es närrisch zu: Der Wimsheimer Carnevalverein Hurrassel lädt am 7. Februar zur Prunksitzung ein. Ganz ohne Ticket kann man derweil zum Rathaussturm am 14. Februar kommen: Dann muss der Bürgermeister Mario Weisbrich seinen Platz räumen.