Fasnet in Bad Cannstatt „König Kaudi I.“

Der stellvertretende Oberkübler Christian List, Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler und der Erste Bürgermeister Michael Föll (von links)  umringen den  Oberkübler Steffen Kauderer alias König „Kaudi I.“ (sitzend). Foto: Olbort
Der stellvertretende Oberkübler Christian List, Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler und der Erste Bürgermeister Michael Föll (von links) umringen den Oberkübler Steffen Kauderer alias König „Kaudi I.“ (sitzend). Foto: Olbort

Die Krönung des Oberküblers Steffen Kauderer hat am Wochenende beim Honoratiorentreffen des Kübelesmarkts stattgefunden.

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Bad Cannstatt - Wenn Cannstatt koine Kübler hätt’, wär‘s auf der Welt bloß halb so nett, heißt es ja so schön. Getreu diesem Motto hatte der Rat der Kübler zum Treffen der Cannstatter Honoratioren geladen. Mehr als 100 Gäste waren der Einladung gefolgt und am Freitagabend im Festsaal der Kelter der Weingärtner Bad Cannstatt in der Rommelstraße erschienen. Darunter Ehrenmitglieder, Cannstatter Fasnetsfreunde und solche, die es werden wollen.

„Humorvolles Programm, leckeres Essen und der allseits begehrte, attraktive und höchst seltene Küblerorden“ – wenn das auf dem Programm zu lesen ist, steht außer Zweifel: Die fünfte Jahreszeit in Bad Cannstatt hat begonnen. Und die Kübler leben diesen Ausnahmezustand mit Leib und Seele. Eine schwarze Hose, ein weißes Hemd, rote Weste und ein schwarzes rundes Bauernhütchen mit einer langen Edelfasanenfeder – wer zum Rat der Kübler gehört, ist nicht zu übersehen.

Aus dem Narrenschlaf durch den Spielmannszug geweckt, begrüßten Oberkübler Steffen Kauderer und sein Stellvertreter Christian List die Gäste: „Narri narro liebe Leut’, jetzt ist wieder Fasnetszeit.“ Gekommen waren auch der Erste Bürgermeister der „nahe liegenden Nachbarstadt Stuttgart“, Michael Föll, sowie Sauerwasser-Schultes Bernd-Marcel Löffler. Zwar sei es jedes Jahr ein schwerer Gang, trotzdem sei er aus der Großstadt gekommen und „grüßt den Ort, der zwischen Stuttgart und Fellbach liegt aus der Landeshauptstadt“, sagte Föll. „Ohne Cannstatt würde Stuttgart wahrscheinlich eine reiche Stadt sein“, scherzte er und erntete zahlreiche Buhrufe von den anwesenden Narren. Um Abhilfe zu schaffen, hatte er jedoch einen Scheck im Gepäck.

Einer der Höhepunkte war die Gründung des Demokratischen Küblerreichs Stuttgart

Da das große Narrentreffen der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte im Jahr 2020 in Bad Cannstatt veranstaltet wird und damit auch Kosten verbunden sind, wollte der Erste Bürgermeister in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Geschenk auftrumpfen: ein Scheck in Höhe von 50 000 Euro. Als Föll diesen präsentierte, blickte er in verblüffte Gesichter. Die Narren staunten nicht schlecht über so viel Großzügigkeit. Der Trick dabei: Auf der Rückseite des Schecks stand der Vermerk „Vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats“, die zweite Überraschung an diesem Abend.

Einer der Höhepunkte des Honoratiorentreffens war die Gründung des DKS – des Demokratischen Küblerreichs Stuttgart, zu dessen „König Kaudi I.“ sich Oberkübler Steffen Kauderer krönen ließ. Demokratisch deshalb, weil das bei den Leuten immer gut ankomme. Stuttgart stehe im Namen, da man die Steuereinnahmen aus der Landeshauptstadt brauche, um den in Cannstatt angestrebten Lebensstil zu pflegen, scherzte König Kaudi.

Bei der Zeremonie gelobte er feierlich, künftig weniger Rostbraten zu essen und weniger Schorle zu trinken. Dem entgegnete er, dass Filet ohnehin feiner sei und er Wein auch gerne pur trinke.

„Christian, trag Du d’r Schirm“

Der stellvertretende Oberkübler Christian List hatte unter anderem die Ehre, den frisch gekrönten König aus dem Saal zu geleiten, wobei er einen blauen Schirm über dem Haupt seiner Majestät spannen durfte. Die anwesenden Narren und Fasnetfreunde stimmten dazu inbrünstig im Kanon „Christian, trag Du d’r Schirm, Christian trag Du d’r Schirm, Christian trag Du d’r Schirm, mi-hi friert’s en d’Fiaß“, an. Nicht das einzige Mal, dass an diesem Abend gesungen wurde. Auch der Auftritt der „Waschweiber“ wurde vom Publikum aus voller Kehle unterstützt, das im Anschluss begeistert Zugaben forderte. Für Unterhaltung sorgten auch die Tanzgarde „Mondlöscherballett“ – erstmals in neuen Uniformen – sowie „D’Scheureburzler“ mit einem Stück in schwäbischer Mundart.

Die geladenen Gäste ließen sich außerdem das dreigängige Mahl schmecken, genossen die Weine der Weingärtner Bad Cannstatt – und freuen sich sicherlich auf die Fasnetsaktivitäten, die die Kübler in den nächsten Tagen auf die Beine stellen werden, wie den Rathaussturm und das Kübelesrennen am Donnerstag.




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